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Nachrichten

Samstag, 30. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: In den USA präsentieren der Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, Barack Obama, sowie der Republikaner, John McCain, an diesem Samstag ihre Stellvertreter auf Wahlkampfveranstaltungen in Pennsylvania. McCain hatte am Freitag überraschend die Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, zu seiner Stellvertreterin benannt. Die 44-Jährige, Abtreibungsgegnerin und Mitglied der US-Waffenlobby, wird dem konservativen Flügel der Republikaner zugerechnet. Palin sagte, sie wolle das erreichen, was Hillary Clinton nicht erreicht habe: Als erste Frau ins Weiße Haus zu gelangen. Die Demokraten warfen Palin umgehend ihre Unerfahrenheit vor allem in der Außenpolitik vor. Obamas Stellvertreter, Joe Biden, gilt wegen seiner fast 40-jährigen Senatserfahrung als politisches Schwergewicht in der US-Politik.

MOSKAU: Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat die EU aufgerufen, bei ihrem für Montag geplanten Sondergipfel zum Georgien-Konflikt "Vernunft walten zu lassen". Dem deutschen Fernsehen sagte er, die Frage von Sanktionen sei seinem Land nicht gleichgültig. Die EU plant, wie vorab verlautete, Russland wegen seines Vorgehens zu verurteilen, aber nicht zu sanktionieren. Spanien, Bulgarien, Griechenland und Deutschland lehnen Strafmaßnahmen ausdrücklich ab. Die Agentur Interfax meldet, Russland wolle in den Separatistengebieten Südossetien und Abchasien dauerhaft mehrere Militärbasen errichten. Am Dienstag werde ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet. Georgien hatte am Freitag seine diplomatischen Beziehungen zu Russland abgebrochen.

BERLIN: Nach dem Tod dreier Zivilisten an einem Bundeswehr-Kontrollpunkt in Afghanistan haben Oppositionspolitiker in Zeitungsinterviews den deutschen Militäreinsatz kritisiert. Der Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, und Grünen-Fraktionsvize Christian Ströbele forderten einen Abzug der deutschen Soldaten aus dem Land. Gysi sagte, Deutschland drohe "im Sumpf eines schmutzigen Krieges zu versinken". Ströbele erklärte, der Vorfall zeige, wie katastrophal die Lage in Afghanistan sei. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel forderte, den Schwerpunkt des deutschen Engagements auf eine verstärkte Polizei-Ausbildung zu verlegen. Bei einem Zwischenfall südöstlich von Kundus waren am Donnerstagabend eine Frau und zwei Kinder in einem Minibus erschossen worden. Nach Bundeswehrangaben wurden die Schüsse vermutlich von deutschen Soldaten abgegeben. Das Fahrzeug, das an dem Kontrollpunkt gestoppt worden war, habe sich abrupt wieder in Bewegung gesetzt.

BANGKOK: Die thailändische Regierung hat angesichts der tagelangen Proteste das Parlament für Sonntag zu einer Sondersitzung einberufen. Noch immer blockieren etwa 3.000 Demonstranten Regierungsgebäude in der Hauptstadt Bangkok. Premier Samak Sundaravej informierte derweil König Bhumipol über die Lage. Die Blockade durch Anhänger der so genannten Volksallianz für Demokratie hatte am Dienstag begonnen. Die Demonstranten werfen Samak vor, eine Marionette des 2006 gestürzten Premiers Thaksin Shinawatra zu sein und fordern seinen Rücktritt. Am Freitag hatten sich die Proteste auf das gesamte Land ausgeweitet. Vereinzelt kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen mit der Polizei. Auf der Ferieninsel Phuket sitzen weiter tausende Touristen fest, weil der Flughafen bestreikt wird. Militärchef Anupong Paochinda lehnte die Verhängung des Ausnahmezustands ab.

ISLAMABAD: Die pakistanische Armee setzt trotz Warnungen radikal-islamischer Extremisten ihre Offensive im Norden des Landes an der Grenze zu Afghanistan fort. Ein Militärsprecher sagte, mehr als 30 Extremisten seien bei Luftangriffen im Swat-Tal getötet worden. Derweil zog sich der Vorsitzende der Pakistanischen Volkspartei, Asif Ali Zardari, eine Woche vor seiner möglichen Wahl zum Staatspräsidenten in ein besonders stark bewachtes Haus im Regierungsviertel in Islamabad zurück. Die pakistanischen Taliban-Extremisten hatten nach den Selbstmordanschlägen auf eine Waffenfabrik nördlich von Islamabad am Donnerstag mit weiteren Anschlägen gedroht, sollte das Militär die Offensive im Swat-Tal nicht einstellen.

COLOMBO: In der Hauptstadt von Sri Lanka sind bei einem Bombenanschlag mindestens 45 Menschen verletzt worden. Nach Armeeangaben explodierte in einem belebten Geschäftsviertel ein Paket, das in der Nähe eines Obststands zurückgelassen worden war. Die Sicherheitskräfte vermuten die Befreiungstiger von Tamil Eelam hinter der Tat. Gegen die Rebellen läuft derzeit eine Großoffensive der Regierung.

SAN SEBASTIAN: Der frühere Chef der verbotenen Baskenpartei Batasuna, Arnaldo Otegi, ist aus der Haft entlassen worden. Etwa 100 Anhänger und Freunde erwarteten ihn vor dem Gefängnis in einem Vorort San Sebastians im Norden Spaniens. Der 50-Jährige hatte im Juni vergangenen Jahres eine 15-monatige Haftstrafe angetreten. Dazu war er wegen der "Verherrlichung von Terrorismus" verurteilt worden. Die Batasuna, der politische Arm der Untergrundorganisation ETA, war 2003 verboten worden. Eine Organisation von ETA-Opfern appellierte an die Behörden, Otegi nicht ausreisen zu lassen.

GEORGE TOWN: Der Hurrikan 'Gustav' ist mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern über die Kaiman-Inseln hinweggerast. Hohe Wellen und heftige Regenfälle führten auf den zu Großbritannien gehörenden Inseln zu Überschwemmungen. Die Behörden hatten zuvor mehr als eintausend Menschen in Sicherheit gebracht. Bislang sind fast 80 Menschen durch den Hurrikan ums Leben gekommen. Er bewegt sich inzwischen auf Kuba und den Golf von Mexiko zu und gewinnt weiter an Stärke. Die kubanische Regierung versetzte die westlichen Landesteile von Pinar del Rio bis Havanna in höchste Alarmbereitschaft und traf Vorkehrungen zum Schutz der Bewohner.

ZUM SPORT: Im Freitagsspiel der ersten Fußball-Bundesliga gewann Aufsteiger 1. FC Köln beim Karlsruher SC 2:0.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Örtlich noch Nebel und besonders im Osten einige Wolken. Im Lauf des Tages setzt sich fast überall die Sonne durch. Höchstwerte 22 bis 30 Grad.

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