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Nachrichten

Samstag, 3. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PEKING: Unmittelbar vor einem geplanten Treffen mit Sondergesandten des Dalai Lama hat China seine Kampagne gegen das geistliche Oberhaupt der Tibeter fortgesetzt. Die staatlichen und Partei-Medien stellten den Dalai Lama erneut als Kriminellen und Separatisten dar. Auch die "Tibet Daily" wiederholte den Vorwurf, die "Clique des Dalai Lama" habe die Unruhen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa Mitte März angezettelt, um die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele zu stören. Das erwartete informelle Treffen mit den tibetischen Vertretern - voraussichtlich in Shenzhen - wurde in der Presse nicht erwähnt. Die Initiative dazu war in der vergangenen Woche von der Volksrepublik ausgegangen, die damit auf den Druck westlicher Staaten reagiert hatte.

WASHINGTON: Angesichts des Zögerns der NATO-Verbündeten erwägen die USA laut "New York Times", im nächsten Jahr zusätzliche 7.000 Soldaten nach Afghanistan zu entsenden. Das Blatt beruft sich auf hochrangige Beamte der Bush-Administration und erläutert, nach den Pentagon-Plänen werde das US-Kontingent auf 40.000 Soldaten aufgestockt, auf den höchsten Stand seit dem Einmarsch 2001. Bei Experten sei von einer "Re-Amerikanisierung" des Afghanistan-Krieges die Rede. NATO-Staaten hatten nur etwa 2.000 weitere Soldaten in Aussicht gestellt, während die Befehlshaber aber 10.000 Soldaten angefordert hätten, so die "New York Times". --- Präsident George W. Bush beantragte beim Kongress jetzt über 70 Milliarden Dollar für die Kriege in Afghanistan und im Irak, davon 45 Milliarden allein für die Militäreinsätze.

LONDON/ MOSKAU: Im Konflikt um die iranische Atompolitik haben die fünf UN-Vetomächte und Deutschland ein überarbeitetes Anreizpaket für die Regierung in Teheran geschnürt. Es handele sich dabei um Hilfe bei der zivilen Nutzung der Atomenergie und um wirtschaftliche Angebote, so Agenturberichte nach dem Sechser-Treffen in London. Dem Iran werde vorgeschlagen, die Urananreicherung zunächst nur für die Dauer der Verhandlungen einzufrieren, erläuterte der russische Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. So sollten die Gespräche über eine komplette Offenlegung des Programms wiederbelebt werden. --- Beim Angebot vom Sommer 2006 hatten Handelserleichterungen im Vordergrund gestanden. Teheran ging jedoch nicht darauf ein und ignorierte auch drei UN-Resolutionen und entsprechende Sanktionen.

LONDON: In Großbritannien muss die Labour-Partei von Premierminister Gordon Brown ein Wahldebakel verkraften. Bei den Kommunalwahlen in England und Wales, die auch als Stimmungstest für Brown galten, erzielte die Labour-Partei ihr schlechtestes Ergebnis seit vier Jahrzehnten. Klarer Wahlsieger wurden die Konservativen, die der Labour-Partei zahlreiche Mandate abnehmen konnten. Zum Machtwechsel kommt es auch in der Hauptstadt London. Bei der dortigen Bürgermeisterwahl konnte sich der konservative Kandidat Boris Johnson gegen Amtsinhaber Ken Livingstone durchsetzen. Premier Brown sprach von einer 'großen Enttäuschung'. Zugleich versicherte er, die Labour-Partei werde aus der Wahlniederlage Lehren ziehen.

HARARE: In Simbabwe akzeptiert Präsident Robert Mugabe seine Niederlage in der ersten Runde der Präsidentenwahl. Mugabe werde sich einer Stichwahl stellen, erklärte ein Sprecher der Regierungspartei. Zuvor hatte die Wahlkommission das seit gut einem Monat ausstehende amtliche Ergebnis veröffentlicht. Demnach schnitt Oppositionschef Morgan Tsvangirai Ende März mit 47,9 Prozent der Stimmen am stärksten ab. Mugabe kam auf 43,2 Prozent. Tsvangirais Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) wies die Zahlen als manipuliert zurück. Ob die MDC die Stichwahl boykottiert, steht noch nicht fest. Die US-Regierung sprach von einem "Glaubwürdigkeitsproblem" beim Wahlergebnis. Die EU forderte, eine Stichwahl müsse korrekt ablaufen und von internationalen Vertretern beobachtet werden.

WIEN: Nach dem Inzestfall von Amstetten hat Österreichs Bundeskanzler Alfred Gusenbauer die internationalen Medien vor einer generellen Verurteilung seines Landes gewarnt. Es gebe keinen Fall Österreich, sondern ein beispielloses Gewaltverbrechen, sagte Gusenbauer der 'Bild'-Zeitung. Sein Land wehre sich dagegen, dass von einigen ausländischen Medien versucht werde, daraus etwas spezifisch Österreichisches zu konstruieren. Österreich wolle sich wenige Wochen vor der Fußball-Europameisterschaft so präsentieren, wie es wirklich sei - als ein Land mit höchstem sozialen Standard, Lebensqualität und wirtschaftlichem Aufschwung.

BERLIN: Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, hat sich dafür ausgesprochen, das Kindergeld nur für bedürftige Familien zu erhöhen. Die Politik sollte prüfen, ob es verfassungsrechtlich möglich sei, Erhöhungen des Kindergeldes stärker an der Bedürftigkeit auszurichten, schrieb Sommer in der 'Bild am Sonntag'. Wenn fast zwei Millionen Kinder im reichen Deutschland in Armut leben würden, sei das ein Skandal, der beseitigt werden müsse. Nach dem Gießkannenprinzip funktioniere das aber nicht.

BERLIN: Der 'Bundesverband Zeitarbeit' hat die Union aufgefordert, ihren Widerstand gegen einen Branchenmindestlohn aufzugeben. Die Branche brauche einen Mindestlohn, um sich gegen Löhne unter fünf Euro zu wehren, sagte der Hauptgeschäftsführer des größten Zeitarbeitsverbandes, Ludger Hinsen, der 'Thüringer Allgemeinen'. Billiglöhnen für Arbeiter etwa aus Polen oder Albanien müsse begegnet werden. --- CDU und CSU hatten zuvor nochmals deutlich gemacht, sie seien gegen einen Mindestlohn in der Zeitarbeitsbranche. Unionsfraktionschef Volker Kauder erklärte, ein Mindestlohn nähme vielen Menschen die Chance auf Neubeschäftigung.

HAMBURG: Nach den schwersten Mai-Krawallen in der Hansestadt seit Jahren hat die Polizei vor allem rechtsextreme Schläger für die Ausschreitungen verantwortlich gemacht. Diese hätten diesmal aktiv die Konfrontation mit linken Autonomen gesucht, erklärte die Einsatzleitung der Polizei. Die Aggression sei auf beiden Seiten so hoch gewesen, dass es ohne das Eingreifen der Sicherheitskräfte Tote gegeben hätte, sagte Hamburgs Polizeipräsident Werner Jantosch. Zu den Krawallen am 1. Mai war es am Rande einer Demonstration gegen einen Neonazi-Aufmarsch in Hamburg gekommen. Etliche Menschen wurden festgenommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wenig Wolken, viele sonnige Abschnitten. Meist trocken. Es ist mild mit Tageshöchstwerten zwischen 16 und 22 Grad.

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