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Nachrichten

Samstag, 3. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

GAZA: Die israelische Luftwaffe hat auch in der Nacht zu Samstag wieder mutmaßliche Ziele der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen angegriffen. Dazu gehörten nach israelischen Armeeangaben unter anderem Waffenlager und Ausbildungscamps. Der in Syrien lebende Hamas-Führer Khaled Meschaal warnte Israel derweil in einer vom Fernsehsender Al Dschasira ausgestrahlten Videobotschaft vor einer Bodenoffensive. Israelische Panzer und Truppen haben entlang der Grenze zum Gazastreifen Position bezogen. In den israelischen Städten Tel Aviv, Haifa und Sachnin sind an diesem Samstag Demonstrationen von Gegnern der Militäroffensive geplant.

WASHINGTON: Der scheidende US-Präsident George W. Bush hat die radikal-islamische Hamas für die gegenwärtige Situation im Gazastreifen verantwortlich gemacht. Israel habe nur reagiert. In seiner vorab veröffentlichten wöchentlichen Ansprache sagte Bush, der Bruch der Waffenruhe durch die Raketenangriffe auf israelisches Gebiet sei ein - so wörtlich - Akt des Terrors. Ein neuer Waffenstillstand müsse sicherstellen, dass keine weiteren Waffen in den Gazastreifen geschmuggelt würden. Ein entsprechendes Abkommen müsse von internationalen Beobachtern überwacht werden.

MOSKAU: Rumänien, Ungarn, Polen und die Slowakei spüren die Auswirkungen des russisch-ukrainischen Gasstreits. Alle vier Länder meldeten einen starken Druckabfall; Rumänien gab an, die Lieferungen seien um rund 33 Prozent zurückgegangen. Die Ukraine hatte am Freitagabend angekündigt, sie zweige einen Teil des russischen Gases für eigene Zwecke ab. Beide Länder streiten derzeit über unbezahlte Rechnungen und den künftigen Lieferpreis. Russland hatte am Donnerstag seine Gaslieferungen an die Ukraine eingestellt.

COLOMBO: Die srilankische Armee rückt einen Tag nach der Eroberung der Rebellen-Hochburg Kilinochchi im Norden der Insel weiter vor. Im Fokus steht nun die Hafenstadt Mullaitivu. Die Rebellen der "Befreiungstiger von Tamil Eelam" haben bislang noch nicht auf die Eroberung ihrer heimlichen "Hauptstadt" am Freitag reagiert. Kurz nach Bekanntgabe des Armeeerfolgs durch Präsident Mahinda Rajapaksa ereignete sich vor dem Quartier der Luftwaffe in der Hauptstadt Colombo ein Selbstmordanschlag. Dabei kamen mindestens drei Menschen ums Leben.

NAIROBI: Kenias Präsident Mwai Kibaki hat ein umstrittenes Mediengesetz unterzeichnet, das nach Auffassung von Kritikern zu einer Beeinträchtung der Pressefreiheit in dem ostafrikanischen Land führen wird. Das Anfang Dezember vom Parlament verabschiedete Gesetz erlaubt es den Behörden unter anderem, Medienhäuser zu durchsuchen, Telefone von Journalisten abzuhören und Einfluss auf Rundfunksendungen zu nehmen.

WIEN: Der bei einem Skiunfall schwer verletzte thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus hat nach Einschätzung der behandelnden Ärzte in Österreich gute Chancen auf eine vollständige Genesung von der erlittenen Schädel-Hirn-Verletzung. Der 50-Jährige ist nach Angaben der Staatskanzlei in Erfurt inzwischen aus dem künstlichen Koma aufgewacht und ansprechbar. - Althaus war am Neujahrstag auf einer Skipiste in der Steiermark mit einer Slowakin zusammengeprallt. Die Frau starb während des Transports ins Krankenhaus.

BERLIN: Die Bundesagentur für Arbeit hat 2008 nach Angaben ihres Vorstandschefs Frank-Jürgen Weise eine Milliarde Euro Überschuss erzielt, trotz der vor einem Jahr deutlich gesenkten Beitragssätze. Zusammen mit den Rücklagen aus den Jahren zuvor sei eine Reserve von nun über etwas mehr als 16 Milliarden Euro in der Kasse. Damit sei die Bundesagentur handlungsfähig und könne in der Wirtschaftskrise zum Beispiel mit Kurzarbeit viele Jobs erhalten. Als wichtigstes Instrument der Agentur nannte Weise die Weiterbildung von Arbeitnehmern, um der Krise gegenzusteuern.

WIESBADEN: Aufgrund des Aufschwungs der vergangenen Jahre kann Deutschland für das abgelaufene Jahr die beste Jobbilanz seit der Wiedervereinigung vorlegen. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden registrierte im Jahresdurchschnitt 40 Millionen 350.000 Erwerbstätige. Das entspricht im Vergleich zu 2007 einem Plus von 582.000 Beschäftigten. Die stärkste Zuwachsrate fiel im Dienstleistungsbereich an, es folgt die Industrie sowie die Land- und Forstwirtschaft. - Dem positiven Rückblick stehen deutlich trübere Aussichten entgegen. Für das begonnene Jahr rechnen Wirtschaftsexperten mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um 500.000 bis 700.000.

PASSAU: Genau drei Wochen nach dem Messerangriff auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl darf die rechtsextremistische NPD durch die Stadt marschieren. Nach dem Regensburger Verwaltungsgericht genehmigte am Freitagabend auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München die Demonstration unter Auflagen. Die Stadt Passau hatte den Aufmarsch untersagt, weil sie eine Verunglimpfung des Opfers befürchtete. Neonazis wollen wegen der Ermittlungen in der rechten Szene nach dem Attentat auf Mannichl an diesem Samstag vor der Passauer Polizeidirektion aufmarschieren. Die Fraktionen der Stadt und mehrere Organisationen riefen zu Gegenkundgebungen auf.

BERN: Der österreichische Schriftsteller Johannes Mario Simmel ist tot. Er starb nach Angaben seines Anwalts bereits am Neujahrstag im Alter von 84 Jahren in einer Seniorenresidenz nahe der Schweizerischen Stadt Zug. Sein Durchbruch als Romanautor gelang Simmel 1960 mit dem Buch 'Es muss nicht immer Kaviar sein'. Seine 35 Romane und Erzählungen erschienen in 33 Sprachen in einer Auflage von mehr als 73 Millionen Exemplaren. Die NS-Zeit und der Rechtsextremismus sind zentrale Themen in vielen Büchern. Von der Literaturkritik wurden Simmels Werke jedoch meist als trivial eingestuft.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst vielfach sonnig. Im Norden und Nordosten zunehmende Bewölkung und aufkommender Schneefall. Höchstwerte zwischen minus fünf Grad im Süden und plus vier Grad im Norden.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: - 2 Grad, wolkig;

Berlin: - 10 Grad, gering bewölkt;

Köln/Bonn und München: - 8 Grad, sonnig und

Frankfurt am Main: - 5 Grad, sonnig.

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