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Nachrichten

Samstag, 29. März 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HARARE: In Simbabwe haben die Präsidenten- und Parlamentswahlen begonnen. Knapp sechs Millionen Wähler sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die von Manipulationsvorwürfen überschattete Wahl findet unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Präsidentenwahl gilt als bisher größter Test für Amtsinhaber Robert Mugabe, der nach fast drei Jahrzehnten im Amt ein neues Mandat anstrebt. Seine beiden Gegenkandidaten, Oppositionsführer Morgan Tsvangirai und Ex-Finanzminister Simba Makoni, haben der Regierung vorgeworfen, die Wählerlisten in großem Stil gefälscht zu haben. Westliche Wahlbeobachter sind nicht zugelassen. - Der 84-jährige Mugabe hat das ostafrikanische Land völlig heruntergewirtschaftet. Die Inflationsrate liegt bei 100.000 Prozent, achtzig Prozent der Menschen sind arbeitslos.

BERLIN: Angesichts des chinesischen Vorgehens gegen tibetische Demonstranten hat sich EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner für einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking ausgesprochen. Das Sportereignis könne nur in einem Umfeld stattfinden, das den olympischen Geist widerspiegele. China müsse Menschenrechte, Meinungs- und Pressefreiheit respektieren, sagte sie der 'Bild am Sonntag'. Die chinesische Regierung müsse Verhandlungen mit Vertretern des Dalai Lama aufnehmen, mit dem Ziel, die Diskriminierung des tibetischen Volkes zu beenden. Trotz der anhaltenden Gewalt in Tibet hatten die großen EU Staaten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien am Freitag einen Olympia-Boykott abgelehnt.

NEU DELHI: Der Dalai Lama hat an die internationale Gemeinschaft appelliert, bei der Bewältigung der Krise in Tibet zu helfen. Sein Volk habe keine Macht außer der Gerechtigkeit, Wahrheit und Aufrichtigkeit, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter bei einer Pressekonferenz in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. Zugleich betonte der Dalai Lama erneut, dass er zu einem Dialog mit der chinesischen Führung bereit sei. Unterdessen erklärte die chinesische Regierung, sie werde die Hinterbliebenen der zivilen Todesopfer bei den Unruhen in Tibet finanziell entschädigen. Jede Familie, die in Lhasa einen Angehörigen verloren habe, erhalte umgerechnet etwa 18.000 Euro, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

BAGDAD: Bei einem amerikanischen Luftangriff in der irakischen Hafenstadt Basra sind nach Polizeiangaben acht Zivilisten getötet worden. Ein US-Kampfflugzeug habe ein Haus im Stadtteil Hananija beschossen, sagte ein Polizeisprecher. Unter den Getöteten seien zwei Frauen und ein Kind. Die US-Streitkräfte erklärten, der Vorfall werde untersucht. Die US-geführten Koalitionstruppen hatten am Freitag erstmals in die Offensive der irakischen Armee gegen die schiitische Miliz des Predigers Muktada al Sadr eingegriffen. Auf Bitten der irakischen Streitkräfte bombardierten Kampfflugzeuge der USA und Großbritanniens Ziele in Basra und der Hauptstadt Bagdad. Dort wurde auch an diesem Samstag die so genannte grüne Zone mit Mörsergranaten und Raketen beschossen. In der grünen Zone liegen unter anderen das irakische Parlament und die US-Botschaft.

ISLAMABAD: Das pakistanische Parlament hat dem neuen Ministerpräsidenten Yousuf Raza Gilani von der pakistanischen Volkspartei PPP einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. Gilani sagte nach der Abstimmung, die Bekämpfung des Terrorismus habe für seine Regierung oberste Priorität. Er wolle auch mit militanten Gruppen sprechen, die bereit seien, die Waffen niederzulegen. Die pakistanische Verfassung sieht vor, dass ein Ministerpräsident innerhalb der ersten 60 Tage nach seiner Vereidigung dem Parlament die Vertrauensfrage stellen muss. Ein einmütiges Votum hat es dabei bisher nicht gegeben.

BEIRUT: Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora hat Syrien unmittelbar vor dem Gipfeltreffen der Arabischen Liga in Damaskus in scharfer Form vorgeworfen, sich in die inneren Angelegenheiten seines Landes einzumischen. So verhindere Syrien die Wahl eines neuen libanesischen Präsidenten, sagte Siniora in einer Fernsehansprache. - Der Libanon boykottiert wegen der Politik Syriens den Arabischen Gipfel, der an diesem Samstag beginnt. Ägypten, Saudi-Arabien und Jordanien entsenden wegen gespannter Beziehungen zu Syrien nur Regierungsbeamte.

DEN HAAG: Das im Internet veröffentlichte islamfeindliche Video des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders hat weltweit eine Welle der Empörung und Kritik ausgelöst. Die von der niederländischen Regierung befürchteten gewaltsamen Proteste im In- und Ausland blieben jedoch bislang aus. In Indonesien, Pakistan und im Iran verurteilten Regierungssprecher den Film als Beleidigung der Muslime. Ähnlich äußerte sich die Islamische Konferenz-Organisation IOC. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und die ÉU kritisierten das Pamphlet des niederländischen Oppositions-Abgeordneten. - Ein britisches Internet-Portal, das den Film am Donnerstag veröffentlicht hatte, nahm ihn inzwischen wieder von seinen Servern.

POTSDAM: Nach der gescheiterten Schlichtung kommen Arbeitgeber und Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen zu einer letzten Verhandlungsrunde zusammen. Beide Seiten zeigten sich bislang skeptisch, dass Fortschritte erzielt werden können. Finden die Tarifpartner in Potsdam keinen Kompromiss für die rund 1,3 Millionen Beschäftigten, gelten bundesweite Streiks von Mitte April an als wahrscheinlich. Die Gewerkschaft Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes hatten in der Schlichtung einen Vorschlag des früheren baden-württembergischen CDU-Ministerpräsidenten Lothar Späth abgelehnt. Danach sollten die Gehälter 2008 um 4 Prozent und 2009 um 2 Prozent steigen. Die Arbeitszeit der Angestellten des Bundes würde dabei um eine halbe Stunde, die der Angestellten in den West-Kommunen um eine Stunde auf jeweils 39,5 Wochenstunden verlängert.

WASHINGTON: Ärmere Staaten und Schwellenländer werden beim Internationalen Währungsfonds IWF ein größeres Mitspracherecht erhalten. Der IWF-Exekutivrat billigte eine entsprechende Reform mit großer Mehrheit. 135 im IWF bislang unterrepräsentierte Länder sollen 5,4 Prozentpunkte zusätzlichen Stimmenanteil bekommen. - Größter Anteilseigner des IWF sind die USA mit 17 Prozent, gefolgt von Japan und Deutschland mit je sechs Prozent. - Der Währungsfonds versteht sich als Hüter der internationalen Finanzstabilität.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Osten einzelne Regenschauer. Im Süden und Westen heiter. Am Alpenrand viel Sonnenschein. Höchstwerte zwischen sieben Grad auf Rügen und 13 Grad am Oberrhein.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 7 Grad, bedeckt;
Berlin: 8 Grad, leichter Regen;
Dresden, Köln/Bonn und München: 8 Grad , wolkig sowie Frankfurt am Main: 8 Grad, wolkenlos.

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