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Nachrichten

Samstag, 29. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

WASHINGTON: Nach mehr als zwei Wochen Krieg zwischen Israel und der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah starten die USA eine neue Initiative zur Entschärfung des Konflikts. Präsident George W. Bush teilte nach einem Treffen mit dem britischen Premier Tony Blair mit, Außenministerin Condoleezza Rice werde noch an diesem Samstag zu Gesprächen im Nahen Osten eintreffen. Bush und Blair sprachen sich zudem für die rasche Entsendung einer multinationalen Truppe in den Libanon aus. Anfang kommender Woche werde dazu ein Resolutionsentwurf im UN-Sicherheitsrat vorgelegt, erklärten beide Politiker. - UN-Generalsekretär Kofi Annan lud zahlreiche Staaten für Montag zu Gesprächen über eine Beteiligung an der geplanten Libanon-Truppe ein.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich gegen eine Beteiligung der Bundeswehr an einer möglichen internationalen Truppe im Libanon ausgesprochen. In der Zeitung 'Bild am Sonntag' stellte die CDU-Chefin stattdessen Ausbildungshilfe für Polizei und Militär im Libanon in Aussicht. - Zugleich hob Merkel die geschichtliche Verpflichtung Deutschlands hervor, für das Existenzrecht Israels einzutreten. Die derzeitige Krise sei von der Hisbollah ausgelöst worden, betonte die Kanzlerin.

TEL AVIV: Israels Luftwaffe hat erneut über 50 Ziele im Libanon angegriffen. Am inzwischen 18. Tag des Konflikts wurden wieder mehrere Gebäude der radikal-islamischen Hisbollah im Südlibanon attackiert. Die israelische Armee teilte mit, 26 Hisbollah-Kämpfer seien getötet worden. Eine Schwächung der Miliz, die für eine Zerstörung Israels kämpft, ist aber nicht in Sicht.--Am Freitag hatte die Hisbollah wieder rund 100 Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert. Die Armee verlegte aus Sorge vor weiteren Angriffen Raketenabwehrsysteme in dicht besiedelte Regionen.

BEIRUT: Im Libanon sind erstmals über den Seeweg Hilfslieferungen aus den USA eingetroffen. Das Boot brachte Decken, Medikamente und Zelte. Sie sollen in die Gebirgsregion östlich der Hauptstadt Beirut gebracht werden, wo etwa 100.000 Menschen Schutz vor den israelischen Luftangriffen suchen. Angesichts der nun seit zweieinhalb Wochen währenden kampfhandlungen dringt der Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen, Jan Egeland, auf eine 72-stündige humanitäre Waffenpause. Diese drei Tage seien nötig, um Verwundete, Kinder und alte Menschen aus den umkämpften Gebieten zu holen. --Er werde bei der libanesischen Hisbollah und in Israel für die Feuerpause werben, sagte Egeland.

WASHINGTON: Die US-Regierung will mehreren gemäßigten arabischen Staaten Rüstungsgüter im Wert von 4,6 Milliarden Dollar verkaufen. Darunter sei die Lieferung von Kampfpanzern nach Saudi-Arabien für allein 2,9 Milliarden Dollar, hieß es in Washington. Der US-Kongress könnte die Waffengeschäfte noch blockieren, hat allerdings von diesem Recht in der Vergangenheit nur selten Gebrauch gemacht.

NEW YORK: Im Konflikt um das Atomprogramm des Iran haben die fünf Vetomächte im Weltsicherheitsrat und Deutschland einen gemeinsamen Entwurf für eine UN-Resolution vorgelegt. Darin wird dem Iran eine Frist bis zum 31. August gesetzt, um alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der Anreicherung von Uran einzustellen und die Auflagen der Internationalen Atomenergiebehörde zu erfüllen. Anderenfalls drohten dem Land diplomatische und wirtschaftliche Sanktionen. Der französische UN-Botschafter Jean-Marc de la Sabliere äußerte die Hoffnung, dass der Sicherheitsrat schon am Montag über den Text abstimmen werde.

NEW YORK/KINSHASA: UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die Bevölkerung in der Demokratischen Republik Kongo zu friedlichen Wahlen aufgerufen. Die Politiker müssten die Spielregeln akzeptieren und die Wahlergebnisse anerkennen. Die Kongolesen sollten die Chance nutzen, ihre Differenzen durch Wahlen statt durch andere Mittel zu überwinden, sagte Annan. Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen, die am Sonntag im Kongo stattfinden, sind die ersten im Land seit vier Jahrzehnten. Neben mehr als 16.000 UN-Soldaten soll eine 2.000 Mann starke EU-Truppe helfen, die Wahlen abzusichern. Deutschland beteiligt sich mit 780 Soldaten, von denen derzeit knapp 300 in der Hauptstadt Kinshasa stationiert sind.---Wahlberechtigt sind rund 25 Millionen Kongolesen. Neben Amtsinhaber Joseph Kabila bewerben sich mehr als 30 Kandidaten um das Präsidentenamt.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet damit, dass sich die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt fortgesetzt hat. Die in der nächsten Woche erwarteten Arbeitslosenzahlen würden wohl wieder etwas hoffnungsvoller stimmen, sagte Merkel der Zeitung 'Bild am Sonntag'. - Im Juni war die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit Ende 2004 wieder unter die Marke von 4,5 Millionen gesunken.

BERLIN: Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hat den Vorständen der Krankenkassen gedroht, sie für die Kosten einer Kampagne gegen die Gesundheitsreform haften zu lassen. Sie wolle genau wissen, was welche Aktion koste und woraus sie bezahlt werde, sagte die SPD-Politikerin in einem Interview. - Die Kassen planen im August eine breit angelegte Kampagne gegen die von der großen Koalition angestrebte Gesundheitsreform.

SEATTLE: Offenbar aus anti-israelischen Motiven hat ein Mann in einem jüdischen Gemeindezentrum im US-Bundesstaat Washington eine Frau erschossen und fünf weitere verletzt. Nach Augenzeugenberichten rief der Mann beim Betreten des Gebäudes, er sei amerikanischer Moslem und wütend auf Israel. Die Polizei konnte den Schützen nach der Tat festnehmen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und Süden teils unwetterartige Gewittergüsse. Auch im Norden und Westen einige Schauer und Gewitter. Tagestemperaturen zwischen 24 und 29 Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 29.07.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8rmw
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