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Nachrichten

Samstag, 29. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ISLAMABAD: Der El-Kaida-Führer in Pakistan, Baitullah Mehsud, hat eine Verwicklung in die Ermordung der pakistanischen Oppositionsführerin Benazir Bhutto zurückgewiesen. Dies teilte ein Sprecher Mehsuds per Telefon mit. Das Innenministerium hatte das Terrornetzwerk El Kaida für den Anschlag auf Bhutto am Donnerstag verantwortlich gemacht und sich dabei auf Geheimdienstinformationen gestützt. Auch Bhuttos Pakistanische Volkspartei zog die Regierungsdarstellung in Zweifel. Die USA verlangten eine vollständige Untersuchung. Für die Täterschaft von El Kaida läge noch keine unabhängige Bestätigung vor, hieß es in Washington. Am Freitag war der Leichnam der 54-Jährigen unter der Anteilnahme Hunderttausender beigesetzt worden. Bei Unruhen infolge des Attentats kamen mindestens 30 Menschen ums Leben.

BERLIN: Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich angesichts der politischen Unruhen in Pakistan besorgt über die Sicherheit des Atomwaffenarsenals des Landes gezeigt. Es bestehe noch keine konkrete Gefahr, sagte Steinmeier der "Bild am Sonntag". Damit dies so bleibe, müssten in Pakistan aber wieder stabile Verhältnisse einkehren. Was die internationale Gemeinschaft dazu beitragen könne, darüber berate Deutschland mit den Vereinten Nationen, der EU und den USA. Die Situation nach dem tödlichen Anschlag auf Oppositionsführerin Benazir Bhutto könne sich zur größten Krise in der Geschichte Pakistans auswachsen, warnte der Minister.

PEKING: China will den Bürgern von Hongkong vorerst noch keine Demokratie ermöglichen. Der Volkskongress in Peking wies Forderungen der früheren britischen Kronkolonie nach freien Wahlen bereits im Jahr 2012 zurück. Allerdings werde geprüft, ob 2017 zumindest der Regierungschef der heutigen chinesischen Sonderverwaltungsregion frei gewählt werden könne, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Neues China. Erst für die Zeit danach, voraussichtlich 2020, wurde eine freie Wahl aller Parlamentsabgeordneter Hongkongs in Aussicht gestellt. Derzeit wird der Regierungschef der autonom verwalteten Hafenmetropole von einem 800 Mitglieder großen Wahlkomitee bestimmt, das loyal zur Führung in Peking steht. Zudem wird nur die Hälfte des 60 Abgeordnete zählenden Parlaments direkt gewählt. Der Rest wird von verschiedenen Unternehmens- und Berufsgruppen bestimmt, die ebenfalls mehrheitlich im Sinne Pekings entscheiden.

PEKING: In der chinesischen Hauptstadt ist der prominente Bürgerrechtler Hu Jia festgenommen worden. Der wegen seines Einsatzes für Meinungsfreiheit und HIV-Infizierte bekannt gewordene Aktivist lebte bereits seit mehr als einem halben Jahr unter Hausarrest. Die Menschenrechts-Organisation 'Reporter ohne Grenzen' verurteilte die Festnahme und bezeichnete den 34-Jährigen als einen der herausragenden Vertreter des friedlichen Kampfes für Meinungsfreiheit. Hu hatte im November über Internet an einer Anhörung des Europäischen Parlamentes zur Lage der Menschenrechte in China teilgenommen und dabei Kritik an den Olympia-Organisatoren geübt.

NAIROBI: In Kenia ist es angesichts der schleppenden Stimmenauszählung bei den Wahlen zu Unruhen gekommen. Anhänger des oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Raila Odinga blockierten in Kisumu Straßen, plünderten Geschäfte und entfachten in der westkenianischen Stadt Brände. In der Hauptstadt Nairobi kam es zu Zusammenstößen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Dabei sollen auch Schüsse gefallen sein.

Nach der Auszählung der Stimmen von rund der Hälfte der Wahlbezirke liegt Herausforderer Odinga vor Präsident Mwai Kibaki. Nach Ansicht von Beobachtern ist das Rennen um die Präsidentschaft jedoch noch offen.

CARACAS: Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat zwei Hubschrauber nach Kolumbien geschickt, um -wie angekündigt- drei langjährige Geiseln linksgerichteter Guerilleros auszufliegen. Deren Freilassung durch die so genannten 'Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens' -FARC- werde sich allerdings wegen Problemen mit Kommunikation und Wetter verzögern, sagte er. Bei den Gefangenen handelt es sich um zwei vor sechs Jahren entführte Politikerinnen und einen vierjährigen Jungen. Kolumbien hatte Venezuelas Staatschef trotz zuletzt gespannter Beziehungen erlaubt, mit Hubschraubern in das Nachbarland zu kommen.

ADELAIDE: Der bislang einzige wegen Terrorismus verurteilte Guantanamo-Häftling, der Australier David Hicks, ist in seiner Heimat aus dem Gefängnis entlassen worden. Nach insgesamt mehr als sechs Jahren in Gefangenschaft, wovon er den Großteil in Einzelhaft verbrachte, wurde der 32-Jährige in Adelaide auf freien Fuß gesetzt. Hicks unterliegt weiterhin strengen Auflagen und darf Australien nicht verlassen. Er war Ende 2001 in Afghanistan gefangengenommen und danach fünf Jahre lang im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba festgehalten worden. Dort wurde er als erster Häftling von einem der umstrittenen Militärtribunale verurteilt.

HAMBURG: Die Bundesbank hat wegen der Inflationsgefahr vor zu hohen Tarifabschlüssen im kommenden Jahr gewarnt. Die derzeitigen hohen Preissteigerungsraten in Deutschland und im Euroraum dürften nicht Messlatte der kommenden Lohnverhandlungen sein, schreibt Bundesbank-Präsident Axel Weber in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Bild am Sonntag". Ein Preisanstieg ausgelöst durch überhöhte Lohnabschlüsse könne die Preisstabilität gefährden. Die Inflationsrate ist in Deutschland in diesem Jahr auf den höchsten Wert seit 13 Jahren gestiegen. Verbraucherpreise legten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2007 durchschnittlich um 2,2 Prozent zu. Grund seien die hohen Kosten für Lebensmittel, Benzin und Heizöl.

BERLIN: Der hessische Ministerpräsident Roland Koch, CDU, ist mit seiner Forderung nach härterem Vorgehen gegen in Deutschland lebende kriminelle junge Ausländer auf Kritik der SPD gestoßen. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries nannte es in der 'Frankfurter Rundschau' unseriös, wenn Koch den Eindruck erwecke, Jugendstrafrecht sei nichts anderes als 'Kuschelpädagogik'. - Anlass des Streits ist der Fall eines in München von zwei jungen Ausländern schwer verletzten 76-jährigen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem im Westen und Nordwesten aufkommender Regen. Nach Sachsen und Bayern hin sonnige Abschnitte. Höchsttemperaturen zwischen minus ein Grad im Donautal und plus acht Grad am Niederrhein.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: plus vier Grad, leichter Regen;

Berlin: plus ein Grad, leicht bewölkt;

Dresden: minus ein Grad, wolkenlos;

Köln/Bonn: plus vier Grad, bedeckt;

Frankfurt am Main: minus ein Grad, wolkig und

München: minus acht Grad, dunstig.

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