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Nachrichten

Samstag, 28. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat an die afghanische Bevölkerung appelliert, besonnen auf die mutmaßlichen Leichenschändungen durch deutsche Soldaten zu reagieren. Die Regierung werde alles in ihrer Macht stehende tun, damit solche Vorfälle nicht mehr passierten, sagte Merkel dem Magazin 'Focus'. Zugleich sicherte sie eine drastische Bestrafung der beteiligten Bundeswehr-Angehörigen zu. Die 'Bild'-Zeitung veröffentlichte unterdessen neue Fotos, die deutsche Soldaten in Afghanistan mit Totenschädeln und Knochen posierend zeigen. Nach Meldungen der 'Leipziger Volkszeitung' sollen Bundeswehr-Offiziere von afghanischer Seite in den vergangenen Jahren mehrfach gebeten worden sein, Berichten über Schändungen in der Hauptstadt Kabul nachzugehen. Das Blatt beruft sich dabei auf einen früheren deutschen Aufbauhelfer.

KABUL: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat die NATO aufgefordert, Familien ziviler Opfer in Afghanistan finanziell zu entschädigen. Human Rights Watch wirft der NATO-geführten Internationalen Schutztruppe für Afghanistan vor, nicht genug zum Schutz der Bevölkerung zu unternehmen. Die Allianz musste am Freitag einräumen, dass bei jüngsten Gefechten auch zwölf Zivilisten getötet wurden. NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer entschuldigte sich daraufhin für die so wörtlich 'Tragödie'.

BERLIN: Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, hat eine Klarstellung des Mandats für die deutsche Marine vor der libanesischen Küste verlangt. Es sei nicht zu akzeptieren, dass die deutschen Schiffe in der Sechs-Meilen-Zone vor der Küste nur mit Zustimmung der Regierung in Beirut operieren dürften, sagte Gertz. Er forderte die Bundesregierung auf, bei den UN darauf zu drängen, dass über den Einsatz neu verhandelt werde. Verteidigungsminister Franz Josef Jung hatte am Freitag betont, man sei keine Besatzungsmacht und stimme sich deshalb mit der libanesischen Armee ab. Die Marinesoldaten könnten ihren Auftrag vollständig erfüllen. Jung wies auch Vorwürfe der Opposition zurück, die Regierung habe den Bundestag in Bezug auf das Mandat getäuscht.

BERLIN: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung wird in der kommenden Woche nach Israel reisen. Anlass ist der jüngste Zwischenfall vor der libanesischen Küste zwischen deutschen Marine-Einheiten und der israelischen Luftwaffe. Bei den Gesprächen mit seinem Kollegen Amir Peretz werde es darum gehen, die Abstimmung zu verbessern, sagte Jung der Zeitung 'Die Welt'. Am Dienstag hatten israelische Kampfflugzeuge ein deutsches Flottendienstboot überflogen und dabei laut Bundesverteidigungsministerium in die Luft gefeuert. Israels Luftwaffe sprach zuletzt von einem Missverständnis, weil es sich bei den Schüssen möglicherweise um ein Übungsschießen der Kampfjets gehandelt habe.

BELGRAD: In Serbien hat eine zweitägige Volksabstimmung über eine neue Verfassung begonnen. Sie gilt als angenommen, wenn mehr als die Hälfte der 6,6 Millionen Stimmberechtigten mit Ja gestimmt hat. Die Verfassung soll die alte unter Slobodan Milosevic ausgearbeitete ersetzen und die Voraussetzungen für vorgezogene Wahlen auf allen Ebenen schaffen. Festgeschrieben wird zudem -ungeachtet der in Wien laufenden internationalen Verhandlungen-, dass die Provinz Kosovo Bestandteil Serbiens ist. In Wien verhandeln Kosovo-Albaner und Serben seit Juli unter UN-Vermittlung über den künftigen Status der noch unter UN-Verwaltung stehenden Provinz.

PARIS: In den Vorstädten der französischen Hauptstadt ist es in der Nacht weitgehend ruhig geblieben. Die Polizei hatte ihre Kräfte am Freitag anlässlich des ersten Jahrestages der Vorstadt-Unruhen verstärkt. Im Nordosten von Paris setzten Vermummte zwei Linien- busse in Brand. Verletzt wurde niemand. Außerdem wurden in der Gegend von Clichy-sous-Bois und Montfermeil etwa 20 Autos angezündet, was nach Aussage der Polizei inzwischen normal ist. Mit einem Schweigemarsch hatten mehr als 1.000 Menschen gestern der beiden Jugendlichen aus Einwanderer-Familien gedacht, die auf der Flucht vor der Polizei in einer Trafo-Station ums Leben kamen. Ihr Tod löste fast dreiwöchige Unruhen aus.

PORT-AU-PRINCE: In Haiti haben tausende Demonstranten einen Abzug der UN-Blauhelm-Truppen aus ihrem Land gefordert. Der Protest im Elendsviertel Cité Soleil der Hauptstadt Port-au-Prince verlief friedlich. Die Demonstranten warfen den UN-Soldaten vor, in Straßengefechten mit rivalisierenden Banden Zivilisten getötet zu haben. Der Widerstand gegen die UN-Truppen wächst zunehmend. Zuletzt hatten am Dienstag Studenten gewaltsam gegen deren Präsenz protestiert. Seit dem Sturz des früheren Präsidenten Jean-Bertrand Aristide im Jahr 2004 versuchen mehr als 8.000 UN-Soldaten, neue Gewaltausbrüche zu verhindern.

OSNABRÜCK: Die Bundesagentur für Arbeit hat vor einer zu starken Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gewarnt. Agenturchef Frank-Jürgen Weise sagte der 'Neuen Osnabrücker Zeitung', nur wenn Konjunktur und Beitragseinnahmen sich am oberen Rand der Erwartungen entwickelten, sei ein Beitrag knapp unter 4,5 Prozent machbar. Darunter sehe er keinen Spielraum. Weise widersprach damit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, der eine mögliche Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um weitere 0,25 Prozent in Aussicht gestellt hatte.

ZUM FUßBALL: Werder Bremen hat seine Tabellenführung in der Bundesliga zum Auftakt des neunten Spieltages ausgebaut. Die Bremer gewannen am Freitagabend in Mainz 6:1.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Südosten abziehender Regen, dahinter Auflockerungen. Später im Nordwesten neue Wolken mit Regen. Tagestemperaturen zwischen 13 und 20 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg und Berlin: 10 Grad, stark bewölkt; ; Dresden: 10 Grad, fast wolkenlos; Köln/Bonn: 12 Grad, bedeckt; Frankfurt am Main: 13 Grad, wolkig und München: 14 Grad, Regen.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 28.10.2006
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