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Nachrichten

Samstag, 28. März 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Die von US-Präsident Barack Obama vorgestellte neue amerikanische Afghanistan-Strategie ist international auf ein positives Echo gestoßen. Die Pläne Obamas verknüpfen die militärische Aufrüstung für den Kampf gegen El Kaida und Taliban eng mit zivilen und diplomatischen Initiativen und sollen auch das Nachbarland Pakistan mit einbeziehen. Die Präsidenten Afghanistans und Pakistans, Hamid Karsai und Asif Ali Zardari, äußerten sich positiv. Karsai erklärte, es gebe das klare Ziel, das Terrornetzwerk El Kaida zu besiegen. Zardari sagte, die von Obama angekündigte Vorgehensweise werde die bilateralen Beziehungen weiter festigen. Auch die EU-Außenminister begrüßten die neue US-Strategie. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von einer ausgewogenen Balance zwischen zivilem Engagement und fortgesetzter militärischer Präsenz.

WASHINGTON: Ranghohe US-Militärs haben dem pakistanischen Geheimdienst ISI vorgeworfen, noch immer Taliban- und El-Kaida-Extremisten zu unterstützen. Generalstabschef Mike Mullen und General David Patraeus verlangten in Fernsehinterviews ein sofortiges Ende der Aktivitäten. Zuvor hatte die "New York Times" berichtet, die pakistanischen Geheimdienstler unterstützten die Taliban im benachbarten Afghanistan aktiv im Kampf gegen die Regierung in Kabul, und zwar mit Geld, Waffen und strategischer Beratung. Mullen forderte einen grundsätzlichen strategischen Wandel der ISI. Die US-Regierung hält sich üblicherweise mit Bemerkungen über mutmaßliche Verbindungen von Teilen der ISI zu radikalen Islamisten zurück, um die Beziehungen zu Pakistan nicht zu gefährden.

PRAG: Die Außenminister der 27 EU-Staaten beraten in Tschechien über die beabsichtigte Erweiterung der Europäischen Union um die Staaten des westlichen Balkans. Dabei geht es unter anderem um den Streit zwischen EU-Mitglied Slowenien und dem Beitrittskandidaten Kroatien über den Grenzverlauf in der Adria. Slowenien droht deswegen den für Ende dieses Jahres geplanten Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien zu blockieren. Weiterer Beitrittskandidat ist Mazedonien, doch haben die Verhandlungen noch nicht begonnen. - An dem informellen Treffen in Hluboká nad Vltavouder nehmen auch die Außenminister der möglichen Beitrittskandidaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Serbien teil. Alle vier sind aber noch weit von einer Aufnahme in die EU entfernt.

HAMBURG: Die Bahn-Gewerkschaft GDBA hat Bahnchef Hartmut Mehdorn in der Datenaffäre mangelndes Unrechtsbewusstsein vorgeworfen. Es sei nicht mehr wichtig, welche Vorstandsmitglieder gewusst hätten, was passiert sei, sagte Gewerkschaftschef Dieter Hommel dem Sender NDR Info. Mehdorn und andere müssten nun politische Verantwortung übernehmen und zurücktreten. Am Freitag hatten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat nach dem Bekanntwerden weiterer Ausspähaktionen bei der Bahn AG den Rücktritt Mehdorns verlangt, den der 67-Jährige umgehend ablehnte. Zuvor war bekannt geworden, dass der Konzern auch die E-Mails von Mitarbeitern kontrolliert hat. Mehdorn versicherte, die Mails seien nicht auf ihren Inhalt überprüft worden.

BERLIN: Die Millionenbezüge für ehemalige Vorstandsmitglieder der hochdefizitären Dresdner Bank sind in der Bundesregierung auf scharfe Kritik gestoßen. Finanzminister Peer Steinbrück, SPD, sprach in der 'Bild'-Zeitung von einem unanständigen Verhalten. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, CSU, forderte die Bank-Manager auf, ihre Boni zurückzugeben oder zumindest zu spenden. - Die Vorstände der mittlerweile zur Commerzbank gehörenden Dresdner Bank erhielten für 2008 zusammen gut 58 Millionen Euro an Gehalt, Abfindungen und Pensionszahlungen.

FRANKFURT AM MAIN: Ein breites Bündnis aus Globalisierungskritikern, Gewerkschaftern, Umweltverbänden und linken Organisationen hat für diesen Samstag in Berlin und Frankfurt am Main zu Demonstrationen gegen die Weltwirtschaftsordnung aufgerufen. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac rechnet mit insgesamt 40.000 Teilnehmern. Die Proteste stehen unter dem Motto "Wir zahlen nicht für Eure Krise". Anlass ist der Weltfinanzgipfel der 20 größten Industrie- und Schwellenländer, der am Donnerstag in London stattfindet. Auch in London ist an diesem Samstag eine Großdemonstration geplant.

BERLIN: Die Fluggesellschaften Air Berlin und TUIfly haben nach monatelangen Verhandlungen eine strategische Zusammenarbeit im deutschen Fluggeschäft vereinbart. Nach Angaben von Air Berlin stimmten die Aufsichtsgremien beider Gesellschaften dem Abkommen zu. Es sieht eine Überkreuzbeteiligungen beider Unternehmen vor. Demnach soll TUIfly künftig nur noch für das Chartergeschäft verantwortlich sein. Das Städte-Streckennetz soll dagegen von Air Berlin gemanagt werden. Air Berlin ist nach der Lufthansa die zweitgrößte deutsche Fluglinie. Die Kartellbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen.

DUISBURG: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einem Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Kindernothilfe die Arbeit der Hilfsorganisation gewürdigt. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise benötigten Kinder in der Dritten Welt ganz besonders Unterstützung, sagte Merkel bei der Veranstaltung in Duisburg. - Das Hilfswerk betreut über Patenschafen und Projekte mehr als 550.000 notleidende Kinder in 28 Ländern.

KIEW: In der Ukraine haben tausende Regierungsgegner den Rücktritt von Präsident Viktor Juschtschenko und Ministerpräsidentin Julia Timoschenko gefordert. Allein in der Hauptstadt Kiew demonstrierten etwa 3.000 Anhänger der oppositionellen Partei der Regionen. Protestaktionen fanden auch in anderen Städten der ehemaligen Sowjetrepublik statt. Die Opposition wirft der Regierung vor, nicht angemessen auf die Finanz- und Wirtschaftskrise zu reagieren.

TOKIO: Wenige Tage vor dem geplanten Start einer nordkoreanischen Rakete hat Japan zwei mit Abfangraketen bestückte Kriegsschiffe in das an Nordkorea grenzende Japanische Meer entsandt. Ein dritter Zerstörer lief in Richtung Pazifik aus. Bereits am Freitag hatte Japan seine Luftabwehr in Bereitschaft versetzt. Die Führung in Pjöngjang will zwischen dem 4. und 8. April einen Satelliten mit einer mehrstufigen Taepodong-2-Rakete ins All schießen. Südkorea, Japan und die USA vermuten darin aber vielmehr den Test einer Langstreckenrakete, die Schätzungen zufolge eine Reichweite bis nach Alaska haben könnte und haben scharf protestiert.

JAKARTA: Die Zahl der bei dem schweren Dammbruch in Indonesien ums Leben gekommenen Menschen ist weiter angestiegen. Die Behörden bestätigten inzwischen 77 Todesopfer. Mehr als 24 Stunden nach der Katastrophe werden noch etwa 100 Menschen vermisst. Es sei zu befürchten, dass die meisten von ihnen ums Leben gekommen seien, sagte ein Sprecher des Krisenstabs. Hunderte Soldaten, Polizisten und Freiwillige suchten in den Trümmern weiter nach Opfern. Nach dem Dammbruch hatte sich eine mehr als zwei Meter hohe Flutwelle, durchsetzt mit Schlamm und Geröll, durch ein Wohngebiet bei Jakarta gewälzt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bis stark bewölkt mit Regenschauern. Höchstwerte zwischen fünf Grad an der Nordsee und 15 Grad im Chiemgau.


Am Vormittag meldeten:


Hamburg: fünf Grad, leicht bewölkt;
Berlin: fünf Grad, wolkig;
Dresden: sechs Grad, stark bewölkt;
Köln/Bonn: sieben Grad, wolkig;
Frankfurt am Main: sechs Grad, nach Regen und
München: fünf Grad, dunstig.

Audio und Video zum Thema