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Nachrichten

Samstag, 28. Juli 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag

BERLIN: Ebenso wie Bundeskanzlerin Angela Merkel schließt auch SPD-Chef Kurt Beck die Entsendung weiterer Bundeswehr-Soldaten nach Afghanistan nicht aus. Gesellschaft und Regierung dort müssten stabilisiert und einheimische Sicherheitskräfte besser ausgebildet werden, sagte Beck der Zeitung 'Bild am Sonntag'. Deshalb müsse auch die Frage diskutiert werden, ob Deutschland mehr Soldaten und Polizisten nach Afghanistan schicke. Ausdrücklich unterstützte der SPD-Vorsitzende die Forderung der Kanzlerin nach einer Verlängerung der Bundeswehr-Mandate. Allerdings müsse über deren Ausgestaltung vorher gründlich diskutiert werden, betonte Beck.

BERLIN: Das Schicksal des in Afghanistan verschleppten Deutschen bleibt ungewiss. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes bemüht sich der Krisenstab weiter 'mit Hochdruck' um die Freilassung des Bauingenieurs. Einzelheiten wollte eine Ministeriumssprecherin nicht nennen. Der Ingenieur befindet sich nun schon eineinhalb Wochen in der Gewalt seiner Entführer. Auch die Bemühungen zur Freilassung der in Afghanistan verschleppten Südkoreaner gingen weiter. Die Behörden setzen nach wie vor auf Verhandlungen mit den Geiselnehmern, wollen jedoch auch den Einsatz von Gewalt nicht ausschließen. Die Entführer hatten am Freitag ein weiteres Ultimatum zur angedrohten Tötung der 22 Koreaner verstreichen lassen. Eine der Geiseln hatten sie bereits am Mittwoch erschossen.

ISLAMABAD: In der pakistanischen Hauptstadt sind die Sicherheitsvorkehrungen nach dem Selbstmordanschlag vom Freitag verstärkt worden. Mindestens 14 Menschen wurden getötet, als der Attentäter sich in der Nähe einer Gruppe von Polizisten in die Luft sprengte. Zuvor war es bei der Wiedereröffnung der Roten Moschee zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten hatten die Wiedereinsetzung eines fundamentalistischen Predigers gefordert und den von der Regierung benannten nicht in das Gebäude gelassen. Die Moschee bleibt jetzt bis auf weiteres geschlossen.

WASHINGTON: Die US-Regierung plant nach Presseberichten milliardenschwere Waffengeschäfte mit Israel, Ägypten und mehreren Golfstaaten, um den in der Region wachsenden Einfluss des Iran einzudämmen. Nach Informationen der 'Washington Post' und der 'New York Times' sollen Israel und Ägypten in den nächsten zehn Jahren Rüstungsgüter im Wert von insgesamt 43 Milliarden Dollar erhalten. An Saudi-Arabien und andere Golfstaaten wollen die USA unter anderem hochmoderne satellitengesteuerte Bomben und neue Kriegsschiffe verkaufen. Der Wert dieser Geschäfte belaufe sich auf etwa 20 Milliarden Dollar, berichten 'New York Times' und 'Washington Post' übereinstimmend.

BERLIN: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat vor einer weiteren Verschärfung der Sicherheitsgesetze in Deutschland gewarnt. Dies schüre nur Unsicherheit, betont die SPD-Politikerin in einem Beitrag für die 'Frankfurter Rundschau'. Bürgerrechte und Sicherheit dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Nicht die Verteidigung der Bürgerrechte, sondern deren Einschränkung bedürfe einer Rechtfertigung, erklärte Zypries. Scharfe Kritik an der Bundesjustizministerin übte der bayerische Innenminister Günther Beckstein. Indem sie heimliche Online-Überwachungen ablehne, gefährde Zypries die innere Sicherheit, sagte der CSU-Politiker. Die Ministerin als vermeintliche Hüterin des Rechtsstaates lasse außer Acht, dass das Internet mittlerweile das führende Medium für Terroristen geworden sei.

HANNOVER: Die Bundeswehr will nach Presse-Informationen ihre Kasernen in den alten Bundesländern sanieren. Bis 2011 sollen insgesamt 700 Millionen Euro investiert werden, wie die 'Hannoversche Allgemeine Zeitung' erfuhr. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhard Robbe, begrüßte das Sanierungsprogramm. Er hatte wiederholt auf den desolaten Zustand vieler Kasernen in Westdeutschland aufmerksam gemacht. Nach der Wiedervereinigung 1990 waren vorrangig die militärischen Liegenschaften der ehemaligen DDR saniert worden.

BERLIN: Der deutsche Botschafter in London, Wolfgang Ischinger, ist als EU-Vermittler für das Kosovo im Gespräch. Die 'Süddeutsche Zeitung' berichtet, der ausgewiesene Balkan-Experte solle zusammen mit Diplomaten aus den USA und Russland die bevorstehenden Verhandlungen über den künftigen Status der unter UN-Verwaltung stehenden serbischen Provinz führen. Ischinger war unter anderem maßgeblich an den Verhandlungen zur Beendigung des Bosnien-Krieges 1995 beteiligt.

BELGRAD: Ein Amokläufer hat im Osten Serbiens neun Menschen erschossen. Wie die Behörden mitteilten, war der Mann mehr als eine Stunde lang durch die Straßen seines Heimatdorfes Jabukovac gerannt und hatte wahllos auf Bewohner gefeuert. Das Tatmotiv ist unklar. Der 38-Jährige soll vor dem Amoklauf Streit mit seiner Ehefrau gehabt haben. Der Polizei gelang es, den Täter festzunehmen.

WASHINGTON: Der US-Kongress will prüfen, warum Astronauten der Shuttle-Flüge zur Internationalen Raumstation ISS betrunken ins All starten konnten. Der Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses, Mark Udall, sagte, die genauen Vorkommnisse müssten ebenso wie die Verantwortlichkeiten geprüft werden. Die Weltraumbehörde Nasa hatte am Freitag Berichte bestätigt, wonach mehrere US-Astronauten wenige Stunden vor ihrem Flug Alkohol getrunken und -trotz Bedenken über ihre Flugtauglichkeit- die Erlaubnis zum Start erhalten hätten.

PARIS: Die Welt-Antidoping-Agentur WADA hat die Organisatoren der Tour de France scharf kritisiert. Seit dem Doping-Skandal im Festina-Team 1998 habe sich offenbar nichts geändert, sagte WADA-Präsident Richard Pound. Nach seinen Angaben will die Agentur im November schärfere Strafen für Doping beschließen. So soll die Sperrzeit für erstmalige Dopingsünder von zwei auf vier Jahre erhöht werden. - Presseberichte über einen möglichen neuen Dopingfall bei der Tour de France wurden nicht bestätigt. Tour-Chef Christian Prudhomme bezeichnete Meldungen, wonach auch der Kolumbianer Juan Mauricio Soler gedopt war, als 'windige Gerüchte'.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt, örtlich Regen. Vor allem südlich der Donau und an der Küste längere Aufheiterungen. Höchstwerte 19 bis 26 Grad.

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