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Nachrichten

Samstag, 28. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

BERLIN: Nach dem Tod von Johannes Rau können die Menschen in Deutschland von diesem Samstag an Abschied von dem früheren Bundespräsidenten nehmen. Im Berliner Schloss Bellevue und in der Villa Hammerschmidt in Bonn liegen bis zum kommenden Montag Kondolenzbücher aus. Am 7. Februar soll Rau mit einem Staatsakt in Berlin geehrt werden. Er war am Freitag im Alter von 75 Jahren verstorben. Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Matthias Platzeck nannten Rau einen großen Demokraten und einen der bedeutendsten Politiker der Nachkriegszeit. Der Zentralrat der Juden würdigte seine Verdienste um die deutsch-jüdische Aussöhnung. Für den französischen Staatschef Jacques Chirac verkörperte der frühere Bundespräsident ein modernes, wiedervereinigtes Deutschland. Vertreter der US-Regierung würdigten Rau als moralische Instanz und als Versöhner zwischen West und Ost.

BERLIN: Vor dem Antrittsbesuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Nahen Osten hat der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, klare Worte gegenüber der neu gewählten Palästinenser-Führung gefordert. Merkel müsse darauf dringen, dass die radikal-islamische Hamas das Existenzrecht Israels anerkenne, sagte Spiegel der 'Berliner Zeitung. Sonst dürfe es keine Gespräche geben. Merkel wird am Sonntag nach Israel und am Montag in die Palästinenser-Gebiete reisen.

GAZA-STADT: Bei einer Demonstration in Gaza-Stadt haben tausende wütende Anhänger der bei der Parlamentswahl gescheiterten Fatah den Rücktritt der Führung ihrer Organisation gefordert. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas warfen sie Korruption vor. Die Demonstranten zogen vor das Parlamentsgebäude und steckten mehrere Autos in Brand. Unter den Fatah-Anhängern seien viele Bewaffnete gewesen, berichten Augenzeugen. Im Süden des Gazastreifens kam es zu einer Schießerei zwischen Fatah-Anhängern und Gefolgsleuten der radikal-islamischen Hamas. Mindestens neun Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt.

WASHINGTON: Nach dem Wahlsieg der radikal-islamischen Hamas hat US-Präsident George W. Bush den Palästinensern mit dem Ende der US-Finanzhilfen gedroht. Bush forderte in einem amerikanischen Fernsehinterview, die Hamas müsse sich von ihrem bewaffneten und gewaltbereiten Arm trennen. Seit 1993 haben die USA rund 1,7 Milliarden Dollar an Hilfen für die Palästinenser vergeben.

KABUL: Mutmaßliche Taliban-Kämpfer haben erneut Anschläge auf Sicherheitskräfte in Afghanistan verübt. In der südlichen Region Kandahar wurden drei Polizisten bei der Explosion einer Landmine verletzt. Zuvor war ein Polizeigebäude angegriffen worden. Bei der anschließenden Schießerei wurden nach Angaben der Sicherheitskräfte sieben Taliban-Kämpfer getötet. Im Süden Afghanistans verfolgen von den USA geführte Koalitionstruppen Reste der entmachteten Taliban und deren Verbündete vom Terrornetz El Kaida.

JAMMU: Bei einer Schießerei zwischen indischen Sicherheitskräften und moslemischen Rebellen sind in der Himalayaregion Kaschmir mindestens acht Menschen getötet worden. Die Soldaten wollten verhindern, dass die Rebellen in den indischen Teil der Region eindringen, hieß es seitens der Armee. Die Schießerei ereignete sich etwa 220 Kilometer nordwestlich der Stadt Jammu. Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen militante moslemische Gruppen für die Unabhängigkeit des Gebiets von Indien oder seinen Anschluss an Pakistan.

BERLIN: Die Entführer der beiden deutschen Ingenieure im Irak stellen einem Zeitungsbericht zufolge ähnliche Forderungen wie die Geiselnehmer im Fall Osthoff. Wie der Berliner 'Tagesspiegel' unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, verlangen die Kidnapper von der Bundesregierung den Kontakt zum Irak abzubrechen und die Hilfe für das Land einzustellen. Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere sagte hingegen der 'Leipziger Volkszeitung, es lasse sich noch nicht abschließend beurteilen, ob die Entführer politische Motive verfolgten. Am Freitag hatte der arabische Sender El Dschasira ein Videoband mit den entführten Deutschen gezeigt.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hält die Gefahr von Terror-Anschlägen mit so genannten 'schmutzigen Bomben' für eine realistische Option. Die Frage sei nicht mehr, ob es einen Anschlag mit einer schmutzigen Bombe geben werde, sondern die Frage sei, wann und wo, sagte Schäuble der 'Welt am Sonntag'. Bei 'schmutzigen Bomben' handelt es sich um einen konventionellen Sprengsatz mit radioaktiver Beimischung.

BERLIN: Die Grünen wollen wegen der umstrittenen Aktivtäten des Bundesnachrichtendienstes im Irak mit einem umfangreichen Fragenkatalog den Druck auf die Bundesregierung erhöhen. Das Dokument, das insgesamt 67 Fragen zu sechs Ermittlungskomplexen umfasse, sei der Bundesregierung zugeleitet worden, berichtete die 'Berliner Zeitung'. Dem Blatt sagte der Grünen-Innenexperte Wolfgang Wieland, nur wenn alle gestellten Fragen nachvollziehbar beantwortet würden, sei ein Untersuchungsausschuss zu vermeiden. Die Antworten sollten bis spätestens Ende Februar vorliegen.

MÜNCHEN: Arbeitsminister Franz Müntefering ist dafür, früher als bisher vorgesehen auf die Rente mit 67 umzustellen. Er könne sich für das Erreichen dieses Ziels statt 24 auch 18 oder zwölf Jahre vorstellen, sagte Müntefering dem Münchner Nachrichtenmagazin 'FOCUS'. Nach dem Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD soll die Rente mit 67 vom Jahr 2012 an schrittweise eingeführt werden und bis spätestens 2035 realisiert sein.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viel Sonne und trocken. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen minus fünf und plus zwei Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg und Berlin: minus 11 Grad, dunstig;

Dresden: minus 8 Grad, wolkenlos;

Köln/Bonn: minus 9 Grad, wolkenlos;

Frankfurt am Main: minus 6 Grad, fast wolkenlos und

München: minus 8 Grad, leicht bewölkt.