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Nachrichten

Samstag, 28. April 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag

KABUL: Knapp zwei Wochen nach Beginn der Aufklärungsflüge von Bundeswehr-Tornados in Afghanistan hat es den ersten ernsten Zwischenfall gegeben. Wie ein Sprecher des Einsatzgeschwaders bestätigte, riss bei der Landung eines Tornados das Bugfahrwerk ab. Die Besatzung sei unverletzt geblieben. Allerdings sei das an der Unterseite des Tornados montierte Aufklärungssystem mit Sendern und Kameras beschädigt worden. Die unter anderem mit Infrarot-Sendern ausgestatteten Tornados sollen Stellungen der Taliban aufspüren. Insgesamt hat die Bundeswehr auf Anforderung der Nato sechs Maschinen nach Afghanistan entsandt. Ihr Stützpunkt ist in Masar-i-Scharif im Norden des Landes.

KABUL: Die radikal-islamischen Taliban haben eine im Südwesten Afghanistans entführte Französin wieder freigelassen. Sie sei Stammesführern in der Provinz Kandahar übergeben worden, teilte ein Taliban-Sprecher mit. Das Außenministerium in Paris bestätigte inzwischen ihre Freilassung. Die Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation war Anfang des Monats zusammen mit einem französischen Kollegen und drei afghanischen Begleitern verschleppt worden. Über deren Schicksal wurde nichts bekannt. Die Entführer fordern den Abzug aller französischen Soldaten aus Afghanistan.

BRÜSSEL: EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn hat die türkische Armeeführung ermahnt, sich aus der Politik herauszuhalten. In Brüssel sprach Rehn von einem 'Testfall' für die Demokratie. Zuvor hatte das türkische Militär mit ungewöhnlich scharfen Worten die Präsidentenwahl im Parlament kritisiert. Niemand solle vergessen, dass die Armee entschieden für die Trennung von Staat und Religion eintrete, erklärte der Generalstab. Notfalls würden die Streitkräfte ihre Haltung deutlich machen. Der Präsidentschaftskandidat der konservativ-religiösen Regierungspartei AKP, Abdullah Gül, war in der ersten Wahlrunde am Freitag nur knapp gescheitert. Ihm fehlten zehn Stimmen zur erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit. Im dritten Wahlgang genügt die absolute Mehrheit. Die Opposition boykottierte die Abstimmung.

GAZA-STADT: Israelische Soldaten haben an der Grenze zum Gazastreifen mindestens drei militante Palästinenser erschossen. Ein weiterer sei schwer verletzt worden, teilten Sanitäter mit. Nach Angaben der israelischen Armee hatten die vier Extremisten versucht, einen Sprengsatz in der Nähe des Grenzzauns zu deponieren. Bei den Männern soll es sich um Mitglieder des bewaffneten Arms der radikalen Hamas-Bewegung von Ministerpräsident Ismail Hanija handeln.

TALLINN: Bei neuerlichen Protesten gegen die Demontage eines sowjetischen Kriegerdenkmals sind in Estland mehr als 600 Menschen festgenommen worden. Fast 100 Personen wurden bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei verletzt. In der Nacht zum Samstag war es nicht nur in der Hauptstadt Tallinn, sondern auch in der Stadt Johvi zu Krawallen gekommen. An den Protesten beteiligten sich vor allem russisch-stämmige Demonstranten. Sie betrachten das mittlerweile aus dem Stadtzentrum von Tallinn verbannte Denkmal als Zeichen des Sieges der Roten Armee über das nationalsozialistische Deutschland. Für viele Esten war es hingegen Symbol einer jahrzehntelangen Fremdherrschaft.

SEOUL: Nordkorea hat auf einer Militärparade eine neue Mittelstreckenrakete präsentiert. Die Rakete habe eine Reichweite von bis zu 4.000 Kilometern, heißt es in südkoreanischen Medien-Berichten. Damit könnte sie beispielsweise auch den US-Stützpunkt Guam im Pazifik erreichen. Das Raketenprogramm der Regierung in Pjöngjang wird in der Region mit großer Sorge betrachtet. Vor gut zwei Jahren hatte sich Nordkorea selbst zur Atommacht erklärt.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat das gegen Liberia verhängte Embargo für Diamanten-Exporte aufgehoben. Die Entscheidung im höchsten UN-Gremium fiel einstimmig. Das Exportverbot war Ende 2003 verhängt worden, um den Handel mit so genannten 'Blut-Diamanten' einzudämmen. Mit dem Verkauf dieser Diamanten wurde auch der Bürgerkrieg finanziert, der Liberia 14 Jahre lang erschüttert hatte. Das westafrikanische Land begrüßte die Entscheidung des Sicherheitsrates. Mit den Einnahmen aus den Diamanten-Exporten solle nun der Wiederaufbau finanziert werden, sagte der liberianische UN-Botschafter Nathaniel Barnes.

NEW YORK: EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat Befürchtungen zurückgewiesen, der Höhenflug des Euro werde die Exporte aus der Europäischen Union nachhaltig bremsen. Die Stärke der Gemeinschaftswährung sei ein Zeichen für die Stärke der europäischen Wirtschaft und signalisiere Vertrauen in den Wirtschaftsraum, sagte Barroso in New York. Am Freitag war der Kurs des Euro auf einen neuen Rekordstand geklettert. Zeitweilig wurde er mit mehr als einem Dollar 36 80 notiert.

BERLIN: Außenminister Frank-Walter Steinmeier erwartet vom bevorstehenden Gipfeltreffen der Europäischen Union und der USA Fortschritte auch in der Klimapolitik. Es sei zwar kein Geheimnis, dass die USA und Europa in diesem Bereich unterschiedliche Ansätze verfolgten. Doch beide stünden vor den gleichen Herausforderungen. Es sei in der Klimapolitik deshalb ein hoffnungsvoller Dialog im Gang, sagte Steinmeier der Deutschen Presse-Agentur. Das Gipfeltreffen der USA und der EU findet am Montag statt. Tagungsort ist Washington.

BERLIN: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries bezweifelt, dass sich die früheren RAF-Terroristen individuell zu ihren Taten bekennen. Es sei nicht anzunehmen, dass die Täter nun offen legen würden, was sie 30 Jahre durch Schweigen zugedeckt hätten, sagte die SPD-Politikerin dem RBB-Inforadio. Zypries reagierte auch auf Äußerungen des früheren RAF-Terroristen Stefan Wisniewski. Er hatte seine Unterstützung bei der Aufklärung des Attentats auf den ehemaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback angeboten. Buback war vor 30 Jahren von RAF-Mitgliedern ermordet worden. Wer genau die Todesschüsse abgab, ist unklar.

KONSTANZ: Der deutsche Historiker Arno Borst ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Familie in Konstanz. Bekannt wurde der Mittelalter-Experte unter anderem durch das sechsbändige Werk 'Der Turmbau von Babel', in dem Borst der Frage der Vielsprachigkeit der Menschheit nachgeht.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wieder sonnig und trocken, nur im Südwesten Quellwolken und vereinzelt Schauer oder Gewitter. Höchstwerte zwischen 20 und 30 Grad, an der Küste zum Teil kühler.

Am Mittag meldeten bei durchweg heiterem Himmel:

Berlin und Dresden : 24 Grad
Hamburg und München: 22 Grad sowie
Köln/Bonn und Frankfurt am Main: 23 Grad.

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