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Nachrichten

Samstag, 27. Oktober 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HAMBURG: Der SPD-Bundesparteitag hat sich gegen den Willen der Parteiführung für eine längere Zahlung des Kindergeldes ausgesprochen. Mit knapper Mehrheit entschieden die Delegierten in Hamburg, dass das Kindergeld statt bis zum 25. wieder bis zum 27. Lebensjahr gezahlt werden sollte. Auf die Absenkung des Alters hatten sich Union und SPD in ihrer Koalitionsvereinbarung festgelegt. Im weiteren Verlauf des Tages beraten die Delegierten über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und über die umstrittene Teilprivatisierung der Deutschen Bahn. Die Parteispitze spricht sich für ein Volksaktien-Modell aus, um eine Zerschlagung des Unternehmens und eine Kontrolle durch private Investoren zu verhindern. Gegen das Konzept gibt es Widerstand aus den Landesverbänden.

ANKARA: Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat der EU vorgeworfen, die Türkei im Kampf gegen die kurdischen PKK-Rebellen allein zu lassen. Kein EU-Staat habe Mitglieder der PKK ausgewiesen, obwohl diese als terroristische Organisation eingestuft worden sei. Erdogan relativierte in einer Rede in Istanbul zudem Angaben seines Generalstabschefs, er werde erst nach seinem für den 5. November geplanten USA-Besuch über einen Militäreinsatz entscheiden. Die Lage sei momentan sehr angespannt. Nach dem Scheitern der irakisch-türkischen Gespräche über ein wirksames Vorgehen des Irak gegen die Rebellen griff die türkische Luftwaffe wieder mutmaßliche PKK-Stellungen im Norden des Irak an. Die Türkei hatte bei dem Treffen am Freitag in Ankara die vorgeschlagenen Maßnahmen als unzureichend zurückgewiesen.

WASHINGTON: Die USA haben den vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angestellten Vergleich des Streits um das geplante amerikanische Raketenabwehrsystem in Osteuropa mit der Kubakrise von 1962 zurückgewiesen. Regierungsvertreter in Washington erklärten, es gebe deutliche Unterschiede zwischen dem geplanten defensiven System der USA, das sich gegen Staaten wie den Iran richte, und den seinerzeit von der Sowjetunion auf Kuba stationierten Atomraketen, die auf die Vereinigten Staaten gezielt hätten. US-Verteidigungsminister Robert Gates nannte Putins Äußerung beunruhigend. - Putin hatte beim EU-Russland-Gipfel in Portugal erklärt, sein Land sei heute in einer ähnlichen Situation wie 1962 die USA. - Die Kubakrise hatte die Welt an den Rand eines Atomkrieges gebracht. Die Sowjetunion hatte ihre Raketen schließlich wieder abgezogen.

LISSABON: Die Beziehungen zwischen der EU und Russland verharren auf einem Tiefpunkt. Der EU-Russland-Gipfel in Portugal brachte nur wenige Ergebnisse, so zwei Abkommen zur Bekämpfung des Drogenhandels und zur Erhöhung russischer Stahlexporte nach Europa. Strittig blieben Pläne der EU, russische Investitionen in europäische Energienetze zu beschränken. Dennoch zeigten sich EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, der portugiesische Regierungschef und EU-Ratspräsident Jose Socrates und der russische Präsident Wladimir Putin mit dem Gipfel zufrieden. - Putin lud Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, OSZE, zu den Parlamentswahlen im Dezember ein.

TEHERAN: Die größte moderate Partei im Iran hat die Atompolitik von Präsident Mahmud Ahmadinedschad offen kritisiert. Nach Korrespondentenberichten forderte die Reformpartei IIPF die Führung in Teheran auf, ihre Strategie im Atomkonflikt zu überdenken. Seit dem Amtsantritt Ahmadinedschads 2005 sei der Iran zunehmend isoliert. - Gleichzeitig reagierte die iranische Führung mit neuen Drohungen auf die Verschärfung der US-Sanktionen. Der Iran werde mit viel härterer Aggression antworten, sagte der Chef der Revolutionsgarden, Mohammed Ali Dschafari. - Die USA hatten am Donnerstag mehr als 20 Unternehmen, Banken und Personen mit Finanzsanktionen belegt.

TRIPOLIS: In der libyschen Stadt Sirte soll an diesem Samstag eine Friedenskonferenz für die sudanesische Krisenprovinz Darfur beginnen. Zwei der drei wichtigsten Rebellengruppen und einige Splittergruppen boykottieren die Konferenz jedoch aus unterschiedlichen Gründen. Unter Vermittlung der UN und der Afrikanischen Union soll nach Angaben des UN-Darfur-Gesandten Jan Eliasson versucht werden, zumindest ein Ende der Gewalt gegen die Zivilbevölkerung sowie eine Rückkehr der Vertriebenen zu erreichen. Seit Beginn des Bürgerkriegs 2003 wurden mindestens 200.000 Menschen getötet, etwa zwei Millionen wurden vertrieben.

NEU DELHI: Ein Marsch von rund 25.000 landlosen Bauern hat die Tore der indischen Haupstadt Neu Delhi erreicht. Die zu den Ärmsten der Armen gehörenden Menschen wollen dort am Sonntag bei einer Massenkundgebung einen besseren Schutz vor Enteignung durch Großunternehmen fordern. Der Organisator des Marsches, Vithal Rajgopal, sagte 40 Prozent der Inder hätten kein Land mehr, etwa die Hälfte von ihnen lebe in bitterster Armut. Der Protestzug hatte am 2. Oktober im etwa 600 Kilometer südlich von Delhi gelegenen Gwalior begonnen und wuchs nach und nach an.

LÜBECK: Bundespräsident Horst Köhler hat Literaturnobelpreisträger Günter Grass als einen Botschafter deutscher Literatur und Kultur gewürdigt. Ähnlich wie Thomas Mann gelte Grass heute in der ganzen Welt als Repräsentant Deutschlands, sagte Köhler bei einem Festakt zu Ehren Grass' in Lübeck. An der Feier aus Anlass des 80. Geburtstages des Schriftstellers am 16. Oktober nahmen rund 800 Gäste teil.

WASHINGTON: Der Medizin-Nobelpreisträger von 1959, Arthur Kornberg, ist tot. Er starb 89-jährig im kalifornischen Standford an Lungenversagen. Der Biochemiker, der an der dortigen Universität gelehrt hatte, erhielt den Preis damals für seine Forschungen über den Aufbau des menschlichen Erbguts. Mit seinen Erkenntnissen darüber, wie sich die DNS, die Trägerin der Erbinformation bildet, ebnete er den Weg für die heutige Gentechnik und die Entwicklung von Medikamenten gegen Krebs und Infektionskrankheiten.

TOKIO: Japan will nach Medienberichten bis 2015 mit einer unbemannten Sonde auf dem Mond landen. Die zuständige Kommission des Forschungsministeriums habe das entsprechende Projekt 'Selene-2' am Freitag beschlossen. Vorgesehen seien eine Landeeinheit, ein Roboterfahrzeug und eine Sonde in der Mondumlaufbahn, die die Daten zur Erde übertragen solle. Mitte September hatte Japan seine erste Mondsonde ins All geschickt, fast einen Monat vor China, das am Mittwoch seine erste Mondmission startete.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem im Westen und Süden gebietsweise heitere Abschnitte, im Norden und Osten bewölkt. Höchstwerte neun bis 15 Grad.

Am Mittag meldeten:

Hamburg und Berlin: 9 Grad, dunstig;

Dresden: 8 Grad, dunstig

Frankfurt am Main: 10 Grad, bedeckt;

Köln/Bonn: 9 Grad, bedeckt und

München: 7 Grad, bedeckt.

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