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Nachrichten

Samstag, 27. Mai 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag.

JAKARTA: Nach dem schweren Erdbeben an der Südküste der indonesischen Insel Java steigt die Zahl der Opfer immer weiter: Das nationale Rote Kreuz spricht inzwischen von mehr als 450 Toten und fast 3.000 Verletzten; die Regierung sogar von mehr als 1.600 Toten. Das Epizentrum des Bebens mit einer Stärke von 6,2 auf der Richterskala lag rund 40 Kilometer südlich der Universitätsstadt Yogyakarta im Meer. In der Stadt stürzten Häuser ein; der Flughafen wurde geschlossen. Die Telefon- und Mobilfunknetze brachen zusammen, ebenso wie die Stromversorgung. Tausende Küstenbewohner flüchteten aus Furcht vor einem neuen Tsunami in höher gelegene Gebiete. Es gab inzwischen mehrere größere Nachbeben.

BERLIN: Nach den Feiern zur Eröffnung des neuen Berliner Hauptbahnhofs hat ein 16-jähriger Amokläufer mindestens 27 Passanten mit einem Messer niedergestochen. Wie die Polizei mitteilte, wurden dabei mindestens sechs Menschen schwer verletzt. Ein Opfer schwebt in Lebensgefahr. Der Täter wurde festgenommen. Er ist der Polizei aufgrund früherer Gewaltdelikte bekannt. Sein Motiv ist noch unklar. Zuvor war die Einweihung des neuen Bahnhofs in der Nähe des Reichstags mit einer großen Lichtshow zu Ende gegangen. Rund 500.000 Menschen hatten das Spektakel verfolgt.

BERLIN: In der BND-Affäre reicht nach Ansicht der Opposition der Bericht des früheren Bundesrichters Gerhard Schäfer nicht aus, um zu klären, wer für die Bespitzelung von Journalisten politisch verantwortlich war. FDP, Linkspartei und Grüne verlangen daher eine weitere parlamentarische Aufklärung. Mehrere Politiker der Oppositionsparteien forderten einen Untersuchungsauschuss. Der ursprünglich für das Parlamentarische Kontrollgremium verfasste Bericht war am Freitag veröffentlicht worden. Aus ihm geht hervor, dass der BND bei der Überwachung von Journalisten jahrelang rechtswidrig gehandelt hat. Ziel war es angeblich, undichte Stellen in den eigenen Reihen aufzuspüren.

ROM: Italien will noch in diesem Jahr alle Soldaten aus dem Irak abziehen. Als eine ihrer ersten Amtshandlungen beschloss die neue Regierung, schon im Juni 1.100 Mann nach Hause zu holen. Wie Außenminister Massimo D'Alema in Rom weiter mitteilte, sollen die restlichen 1.600 Soldaten zum Jahresende den Irak verlassen. D'Alema erläuterte weiter, der Abzug werde mit der neuen Regierung im Irak und den USA abgestimmt. Er bekräftigte, man dürfe den Rückzug nicht als Flucht verstehen. Vielmehr werde Italien seine militärischen Verpflichtungen durch ein ebenso entschlossenes ziviles Engagement ersetzen.

TEHERAN: Russland schaltet sich erneut in den Streit um Irans Atomprogramm ein. Igor Iwanow, Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates, wird an diesem Samstag zu Gesprächen in Teheran erwartet. Außenminister Sergej Lawrow hatte den Iran bei einer Tour durch mehrere Golfstaaten Anfang der Woche zu Kompromissen beim Streit um die Urananreicherung aufgerufen. Er bekräftigte, Russland unterstütze das geplante, von drei EU-Staaten ausgearbeitete Maßnahmenpaket aus Anreizen und möglichen Sanktionen. Sein Land lehne jedoch die Anwendung von Gewalt -so wörtlich- im Prinzip weiter ab.

WASHINGTON: Die USA und Großbritannien haben eine noch engere Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich beschlossen. Ziel sei es, absolut kompatible Streitkräfte aufzubauen, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Nach der Vereinbarung sollen speziell überprüfte Militärangehörige beider Länder Zugriff auf dieselbe Datenbasis mit militärischen Geheimdienstinformationen bekommen. Der britische Premierminister Tony Blair hielt sich zu mehrtägigen Gesprächen in Washington auf.

GAZA-STADT: Die radikal-islamische Hamas und die Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bemühen sich weiter um eine Entspannung der Lage. Bei einer Konferenz zum nationalen Dialog vereinbarten die rivalisierenden Gruppen die Einrichtung eines gemeinsamen Komitees. Es soll dazu beitragen, die Spannungen abzubauen und weitere blutige Zusammenstöße verhindern. Zuvor hatte die von der Hamas dominierte Palästinenser-Regierung die 3.000 Mann starke Miliz von den Staßen im Gaza-Streifen zurückgezogen. Die erst in der vorigen Woche aufgestellte Miliz hatte sich schwere Gefechte mit den Polizei-Einheiten von Abbas geliefert. Mindestens zehn Menschen wurden getötet.

KATHMANDU: Die Regierung Nepals und die maoistischen Rebellen haben sich bei ihrer ersten Sondierungsrunde für einen Frieden in mehreren Punkten verständigt. So sollen die gegenseitigen militärischen Angriffe eingestellt werden und bald Wahlen zu einer neuen Verfassung gebenden Versammlung stattfinden. Dabei soll dann über eine mögliche Abschaffung der Monarchie beraten werden. Seit dem Amtsantritt der neuen Regierung unter Ministerpräsident Girija Prasad Koirala haben sich die Hoffnungen auf einen Frieden verstärkt. Entsprechende Gespräche in den Jahren 2001 und 2003 scheiterten.

RANGUN: Birmas Militärführung hat den Hausarrest für Oppositionschefin Aung San Suu Kyi verlängert. Bislang ist noch nicht bekannt, ob er wie beim letzten Mal um sechs Monate verlängert wurde oder um ein ganzes Jahr. Noch am Freitag hatte unter anderen UN-Generalsekretär Kofi Annan zur Aufhebung des seit Ende Mai 2003 geltenden Arrests aufgerufen. Nach dem Besuch eines UN-Gesandten in der vergangenen Woche war gehofft worden, dass die 60-Jährige ihr Haus verlassen darf. Suu Kyi, die 1991 den Friedensnobelpreis für ihr Engagement für Demokratie erhielt, verbrachte zehn der vergangenen 17 Jahre in Haft oder unter Hausarrest.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist bewölkt mit nur wenigen Auflockerungen. Im Tagesverlauf von Westen her zunehmender Regen und einzelne Gewitter. Die Temperaturen steigen auf 15 bis 20 Grad.