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Nachrichten

Samstag, 27. Juni 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BUDAPEST: Mit einem Festakt in der ungarischen Hauptstadt wird an diesem Samstag an die Öffnung des so genannten "Eisernen Vorhangs" vor 20 Jahren erinnert. Im Sommer 1989 hatten Ungarn und Österreich demonstrativ ihre Grenze geöffnet und eine Fluchtbewegung ausreisewilliger DDR-Bürger über das damals noch kommunistische Ungarn ausgelöst. Bei der Feierstunde im Budapester Parlament will Bundespräsident Horst Köhler im Namen Deutschlands für den Beitrag des Landes zum Fall der Berliner Mauer danken. Neben Köhler wird auch der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher sprechen.

WASHINGTON: Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama haben eine enge Abstimmung in internationalen Fragen vereinbart. Obama betonte nach einem Gespräch im Weißen Haus, die Zeit der Alleingänge sei vorbei. Deutschland sei "ein unverzichtbarer Partner". Beide Politiker forderten die Machthaber im Iran auf, die Gewalt gegen die Opposition zu stoppen und auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten. Merkel sagte, im Streit um das iranische Nuklearprogramm müssten auch Russland und China eingebunden werden.

WASHINGTON: Nach stundenlangem Tauziehen hat das US-Repräsentantenhaus dem Entwurf eines Klimaschutzgesetzes zugestimmt. Er sieht erstmals einen Grenzwert für die Verringerung klimaschädlicher Treibhausgase vor. Die von den Demokraten eingebrachte Vorlage erhielt lediglich eine Stimme mehr als notwendig und war von US-Präsident Barack Obama massiv unterstützt worden. Kritiker befürchten gravierende Auswirkungen auf die Energiewirtschaft, insbesondere auf die Preise für Benzin und Elektrizität. Der Senat wird vermutlich im Herbst über den Entwurf abstimmen.

TEHERAN: Zwei Wochen nach der umstrittenen Präsidentenwahl im Iran will der Wächterrat eine Sonderkommission einrichten. Diese solle die Neuauszählung von zehn Prozent der Stimmen überwachen und einen Bericht über die Abstimmung verfassen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA rief der Sprecher des Wächterrats, Abbas Ali Kadchodai, Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi und den anderen unterlegenen Kandidaten, Mehdi Karrubi, auf, ihre Vertreter für die Kommission zu benennen. Vorwürfe des Wahlbetrugs hatte der als eine Art Verfassungsgericht fungierende Wächterrat wiederholt zurückgewiesen.

LUANDA: Mit einem Besuch in der angolanischen Hauptstadt hat der russische Präsident Dmitri Medwedew seine viertägige Afrikareise beendet. Besonders in Angola versucht Moskau, seinen Einfluss zu verstärken, um China Konkurrenz zu machen. Die Handelsbeziehungen zwischen Russland und Angola haben derzeit einen Umfang von rund 77 Millionen Dollar, Chinas Beziehungen zu Luanda sind Experten zufolge allerdings 300 Mal höher. - Zuvor hatte Medwedew Ägypten, Nigeria und Namibia besucht. In Namibia hatte der russische Energieriese Gazprom unter anderem einen Vertrag mit dem namibischen Unternehmen Namcor im Umfang von einer Milliarde Dollar abgeschlossen. Nigeria und Russland einigten sich auf einen Zugriff Moskaus auf die nigerianischen Gasreserven.

NEW YORK: Mehr als 140 Länder haben sich zum Abschluß einer dreitägigen Konferenz der Vereinten Nationen auf Maßnahmen gegen die globale Wirtschaftskrise geeinigt. Die Industrieländer werden darin aufgefordert, ihre Zusage vom G20-Gipfel in London zu erfüllen und die Weltwirtschaft mit gut einer Billion Dollar wieder anzukurbeln. Dabei solle der Anteil für die Entwicklungsländer vergrößert werden. Zudem sollten die Finanzmarktinstrumente reformiert werden und die Vereinten Nationen bei künftigen Verhandlungen mehr Einfluss erhalten. Die USA äußerten Bedenken und stellten die Kompetenz der UN in Finanzangelegenheiten in Frage. Die Europäische Union dagegen begrüßte das Konferenzergebnis als einen Beitrag zur gemeinsamen Krisenbewältigung.

NEW YORK: Der wegen Milliardenbetrugs angeklagte US-Geschäftsmann Bernard Madoff soll nach dem Willen des Staatsanwalts für 150 Jahre ins Gefängnis. Der Verteidiger Madoffs beantragte dagegen eine Haftstrafe von zwölf Jahren. Das Urteil soll am Montag verkündet werden. Der 71-jährige Madoff hatte sich vor dem Bezirksgericht in Manhattan in allen elf Anklagepunkten, darunter Betrug, Geldwäsche und Untreue, für schuldig erklärt. Madoff hat laut Anklage mit einem Schneeballsystem 4.800 Anleger um einen zweistelligen Milliardenbetrag gebracht. Er gilt als einer der größten Anlagebetrüger in der Wirtschaftsgeschichte.

WOLFSBURG: VW und das Land Niedersachsen erhöhen im Übernahmepoker mit Porsche laut Presseberichten den Druck auf den hoch verschuldeten Sportwagenbauer. Laut Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" gibt es ein Ultimatum an die Porsche-Führung, bis Montag auf das Rettungsangebot von Volkswagen zu reagieren. Porsche hatte sich bei der geplanten VW-Übernahme übernommen und ist mit rund neun Milliarden Euro verschuldet. Die Magazine "Spiegel" und "Focus" berichten von Plänen für eine Art Überkreuzbeteiligung zwischen VW und der Porsche Holding unter Mitwirkung des Emirats Katar, als Vorstufe zu einer späteren Fusion.

LOS ANGELES: Eine endgültige Klärung der Todesursache des überraschend verstorbenen Popstars Michael Jackson wird erst in vier bis sechs Wochen erwartet. Die Autopsie der Leiche habe noch keine Erklärung gebracht, sagte ein Sprecher der Gerichtsmedizin in Los Angeles. Ein Fremdverschulden schloss er aus. Kurz vor einem Comeback mit zahlreichen Konzerten war Jackson am Donnerstag nach einem Zusammenbruch verstorben. Anschließend häuften sich Berichte über einen möglicherweise langjährigen Medikamentenmissbrauch des Sängers.

RECIFE: Knapp vier Wochen nach dem Absturz einer Air-France-Maschine über dem Atlantik hat die brasilianische Marine die Suche nach weiteren Unglücksopfern eingestellt. Auch nach Trümmerteilen werde nicht mehr gesucht, teilte ein Luftwaffensprecher in Recife mit. Insgesamt seien 51 Leichen aus dem abgestürzten Airbus A330 geborgen worden, so der Sprecher weiter. - Die Maschine war mit 228 Passagieren an Bord, darunter 28 Deutsche, am 1. Juni auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris abgestürzt. Die Ursache der Katastrophe ist immer noch ungeklärt.

ZUM SPORT: Die deutsche U-21-Nationalmannschaft hat das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft in Schweden erreicht. Im Halbfinale besiegte das Team von Trainer Horst Hrubesch Italien mit 1:0. Im Finale trifft Deutschland am Montag in Malmö auf England.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Teils Sonne, teils dichte Wolken. Im Laufe des Tages von Osten her zunehmend Schauer und Gewitter. Maximal 18 bis 29 Grad. - Am freundlichsten bleibt es an der Ostsee.

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