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Nachrichten

Samstag, 27. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

GAZA-STADT: Die israelische Luftwaffe hat nach Augenzeugenberichten Ziele im Gazastreifen angegriffen. Ersten Meldungen zufolge wurden rund 20 Raketen auf die Hauptstadt Gaza abgeschossen. Angesichts der andauernden Raketenangriffe der Hamas auf israelisches Territorium hatte Israel angekündigt, das Sicherheitskabinett werde an diesem Sonntag, nach Ablauf eines Ultimatums, über eine mögliche Militäraktion gegen die radikalen Islamisten entscheiden. Gestern hatte Israel erstmals nach zehn Tagen die Grenzübergänge zum Gazastreifen für Hilfslieferungen geöffnet. - Der israelische Staatspräsident Schimon Peres hält trotz der Eskalation im Gaza-Streifen ein Abkommen mit den Palästinensern im kommenden Jahr für möglich. In den bisherigen Verhandlungen sei einiges erreicht worden, sagte Peres dem Magazin "Focus".

WASHINGTON: Angesichts der Truppenbewegungen an der pakistanisch-indischen Grenze hat die US-Regierung die verfeindeten Nachbarländer zur Zurückhaltung aufgerufen. Vertreter der US-Regierung stünden mit beiden Ländern in Kontakt, um unnötige Alleingänge zu verhindern, die die Spannungen nach den Anschlägen von Bombay noch weiter verschärfen könnten, hieß es in Washington. Nach übereinstimmenden Medienberichten hat Pakistan mehrere tausend Soldaten an die Grenze zu Indien verlegt.

ISLAMABAD: In ganz Pakistan haben Hunderttausende Menschen der vor einem Jahr ermordeten früheren Ministerpräsidentin Benazir Bhutto gedacht. Mehr als 100.000 ihrer Anhänger strömten zum Familiengrab der Bhuttos im Süden des Landes. Eine öffentliche Ansprache ihres Witwers, Asif Ali Zardari, inzwischen Präsident des Landes, wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte baldige internationale Ermittlungen zu dem Attentat zu. Pakistan hatte um eine internationale Untersuchung nach dem Vorbild der UN-Ermittlungen zum Anschlag auf den früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri gebeten. Vermutet wird, dass radikale Islamisten hinter der Tat stehen. - Bhutto war am 27. Dezember 2007 bei einem Selbstmordanschlag während einer Wahlkampfveranstaltung getötet worden.

BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler hat die Unternehmen aufgerufen, ihre Mitarbeiter durch höhere Löhne stärker am Wirtschaftserfolg zu beteiligen. Um die Krise besser bewältigen zu können, werde ein neuer "Geist des Miteinanders" gebraucht, sagte Köhler der "Bild am Sonntag". Dabei müssten sich Belegschaften und Geschäftsführungen als Team verstehen. Die Lohnpolitik der Vernunft in den vergangenen Jahren habe gezeigt, dass sich durch gute Sozialpartnerschaft Erfolg auch am Arbeitsmarkt erzielen lasse. Als Beispiele nannte der Bundespräsident Gewinnbeteiligungen und Arbeitnehmer-Anteile am Produktiv-Vermögen. Dabei müsse allerdings das Risiko richtig gestreut sein.

FRANKFURT AM MAIN: Die deutschen Unternehmen wollen trotz der drohenden Rezession im kommenden Jahr ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung ausbauen und dabei zusätzliches Personal einstellen. Hinderlich dabei sei allerdings der Mangel an Fachkräften, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf den Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Die innovativen Unternehmen nutzten die gegenwärtige Wirtschaftskrise, um ihre Wettbewerbsposition mittel- bis langfristig behaupten oder ausbauen zu können.

BERLIN: Die Zahl der Krankschreibungen in Deutschland ist wieder leicht gestiegen. Wie die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium berichtet, fehlten die gesetzlich versicherten Arbeitnehmer im zu Ende gehenden Jahr durchschnittlich 7,5 Arbeitstage. Das entspreche 3,4 Prozent der Sollarbeitszeit. 2007 habe dieser Wert bei 3,2 Prozent gelegen. Im langfristigen Vergleich seien die Arbeitnehmer in diesem Jahrzehnt aber deutlich weniger krank gewesen als in den vorangegangenen Dekaden.

CONAKRY: Wenige Tage nach dem Putsch im westafrikanischen Guinea suchen die neuen Machthaber den Dialog mit der internationalen Gemeinschaft. Die Junta will ausländischen Diplomaten an diesem Samstag ihr weiteres Vorgehen erläutern. Dazu seien unter anderen Vertreter der Vereinten Nationen, der Europäischen Union und der Afrikanischen Union nach Conakry eingeladen worden, sagte der Putschistenführer, Hauptmann Moussa Dadis Camara. Die Lage in Guinea ist weiterhin angespannt. Soldaten feuerten Warnschüsse ab, um die nächtliche Ausgangssperre in der Hauptstadt durchzusetzen. - Die Militärs hatten wenige Stunden nach dem Tod des seit 24 Jahren herrschenden Präsidenten Lansana Conté die Macht an sich gerissen. Der Umsturz war international verurteilt worden.

ROM: Der Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer reißt nicht ab. Die italienische Küstenwache hat wieder ein Schiff mit illegalen Einwanderern in der Nähe der Insel Lampedusa aufgebracht. An Bord waren fast 250 Menschen, die meisten von ihnen Afrikaner. Erst am Freitag waren rund 650 Flüchtlinge auf der italienischen Insel angekommen.

WASHINGTON: Die USA versuchen wenige Wochen vor der Amtsübernahme des neuen Präsidenten Barack Obama weiter, die Schließung des umstrittenen Gefangenlagers Guantanamo auf Kuba vorzubereiten. Bei weiteren Staaten wurde angefragt, ob sie bereit seien, Ex-Häftlinge aus dem Lager aufzunehmen. Die australische Regierung bestätigte einen entsprechenden Vorstoß. Ein Sprecher der Regierung in Canberra sagte in einem Zeitungsinterview, Ex-Insassen des US-Lagers müssten sich vor einer möglichen Einreise nach Australien in jedem Fall den regulären Einwanderungsprozeduren unterziehen. Deutschland und einige andere europäische Staaten erklärten bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft, Guantanamo-Häftlinge aufzunehmen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Weitgehend trocken, vor allem in der Westhälfte auch Sonnenschein. Sonst viele Wolken, örtlich Schneefall. Höchstwerte minus drei bis plus drei Grad.

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