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Nachrichten

Samstag, 26. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BELGRAD: Nach der Festnahme des früheren bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic ist die Frist für einen Widerspruch gegen seine Auslieferung an das UN-Kriegsverbrechertribunal abgelaufen. Uklar ist, ob der Karadzic-Anwalt den Einspruch rechtzeitig eingelegt hat. Aus seinen Erklärungen ließ sich nur ablesen, dass er für seinen Mandanten offensichtlich Zeit gewinnen will. Es wird erwartet, dass das zuständige Gericht in Belgrad Einsprüche abweisen wird. Auch eine Zustimmung des Justizministeriums zur Auslieferung gilt als Formsache. Der Chefankläger des serbischen Kriegsverbrechergerichts, Vladimir Vukcevic, hatte erklärt, Karadzic könne frühestens am Montag nach Den Haag überstellt werden. - Serbische Nationalisten, die seit Tagen gegen die Festnahme protestieren, haben für Dienstag eine Großkundgebung für Karadzic und gegen die prowestliche Regierung angekündigt, der sie "Verrat" vorwerfen.

KABUL: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier informiert sich in Afghanistan über das deutsche Engagement in dem Land am Hindukusch. Nach einem Besuch in der westafghanischen Stadt Herat, wo Steinmeier am Freitag Wiederaufbau-Projekte besichtigte, reiste er in die Hauptstadt Kabul weiter. Dort steht unter anderem ein Treffen mit Staatspräsident Hamid Karsai auf dem Programm des deutschen Ministers, der sich noch bis Montag in Afghanistan aufhalten will. Aus Sicherheitsgründen wurden bisher keine näheren Angaben zu Steinmeiers weiterer Reiseplanung gemacht. Deutschland ist nach den USA und Großbritannien der drittgrößte Truppensteller in Afghanistan.

KABUL: Im Süden Afghanistans sind durch NATO-Soldaten erneut versehentlich Zivilisten getötet worden. Vier Personen seien erschossen und drei verwundet worden, als ihr Fahrzeug an einem Kontrollpunkt trotz Warnungen nicht gestoppt habe, teilte die Internationale Schutztruppe ISAF mit. Man "bedauere zutiefst" diesen Vorfall bei Sangin in der Provinz Helmand. Die Soldaten hätten aus Furcht vor einem Angriff Aufständischer das Feuer eröffnet.

GAZA: Ein Anschlag auf ein geparktes Auto an einem belebten Strand von Gaza hat mindestens sechs Menschen in den Tod gerissen. Drei Mitglieder der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas und ein sechsjähriges Mädchen wurden auf der Stelle getötet, wie lokale Behörden mitteilten. Zwei weitere Aktivisten der im Gazastreifen regierenden Hamas seien später im Krankenhaus gestorben. Sicherheitskräfte der Hamas nahmen bis zu 120 Anhänger der rivalisierenden Gruppe Fatah fest. -- Schon am Freitag war es zu Anschlägen auf ein Café und das Haus eines Hamas-Abgeordneten in Gaza gekommen.

LONDON: Zum Abschluss seiner Europa-Reise ist der Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten, Barack Obama, mit dem britischen Premierminister Gordon Brown zusammengekommen. Zuvor hatte er bereits Browns Amtsvorgänger Tony Blair getroffen, den engsten Verbündeten von US-Präsident George W. Bush während des Irak-Krieges. Bei dem Treffen mit Blair ging es auch um dessen neue Tätigkeit als Sonderbeauftragter des sogenannten Nahost-Quartetts. In den letzten Tagen hatte Obama Frankreich und Deutschland besucht. Noch an diesem Samstag will er in die USA zurückkehren.

ROM: Wegen des Zustroms illegaler Einwanderer hat Italiens Regierung einen landesweiten Notstand ausgerufen. Damit erhalten die Behörden zusätzliche Befugnisse. Bisher galt der Notstand lediglich für die Provinzen Sizilien, Apulien und Kalabrien, nun wurde er auf ganz Italien ausgedehnt. Die konservative Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi war mit dem Versprechen angetreten, mehr gegen die illegale Einwanderung zu unternehmen.

FRANKFURT AM MAIN: Mit einem Notfallplan will die Deutsche Lufthansa die Folgen des unbefristeten Streiks abmildern, zu dem die Gewerkschaft Verdi das Boden- und Kabinenpersonal des Unternehmens aufgerufen hat. So sollen bei der Lufthansa unter anderem Techniker des Konkurrenten 'Air Berlin' aushelfen. Nach Angaben von Verdi wird der Streik am Montagmorgen, null Uhr, beginnen. Für den Arbeitskampf hatten sich in einer Urabstimmung fast 91 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten ausgesprochen. Zuvor hatte die Lufthansa-Führung die Forderung der Gewerkschaft nach Lohnerhöhungen um 9,8 Prozent zurückgewiesen.

STUTTGART: Der Autobauer Daimler reagiert auf die schwächelnde Konjunktur der Branche und drosselt seine Produktion in Deutschland und den USA. In den Werken Sindelfingen und Tuscaloosa in Alabama sei die Streichung von Schichten bereits vereinbart worden, sagte ein Sprecher in Stuttgart. Es liefen auch entsprechende Gespräche mit anderen Standorten. Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte kürzlich die Gewinnprognose für das laufende Jahr deutlich zurückgeschraubt und einen Absatzrückgang im zweiten Halbjahr nicht ausgeschlossen. - In den USA sind wegen der hohen Benzinpreise derzeit Klein- und Kompaktwagen aus Asien gefragt.

BAYREUTH: Mit einer Neuinszenierung der Oper 'Parsifal' sind in Bayreuth die 97. Richard-Wagner-Festspiele eröffnet worden. Der norwegische Regisseur Stefan Herheim erntete bei den Premierengästen - unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel - durchweg Zustimmung für seine Interpretation von Richard Wagners Spätwerk. Es sind die letzten Bayreuther Festspiele unter der Leitung von Wolfgang Wagner, der nach 57 Jahren seinen Rücktritt erklärt hatte. Seine Nachfolge soll nach dem Willen des Stiftungsrates die 30-jährige Katharina Wagner zusammen mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier antreten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Tagesverlauf zunehmend wolkiger und gebietsweise kräftige Schauer oder Gewitter. Im Nordosten weiterhin viel Sonne. Höchstwerte 24 bis 32 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 21 Grad, fast wolkenlos;

Berlin: 24 Grad, fast wolkenlos;

Dresden: 23 Grad, ebenfalls fast wolkenlos;

Köln/Bonn: 19 Grad, wolkig;

Frankfurt am Main: 24 Grad, leicht bewölkt

und München: 21 Grad, leicht bewölkt.

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