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Nachrichten

Samstag, 26. Dezember 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama hat verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für Inlands- und internationale Flüge angeordnet. Damit reagierte Obama auf den versuchten Terroranschlag auf eine vollbesetzte Passagiermaschine in der Nähe von Detroit. Ein Nigerianer hatte am Freitag an Bord eines Airbus A330 kurz vor der Landung in Detroit versucht, einen Sprengsatz zu zünden. Passagiere und Besatzung konnten den 23 Jahre alten Mann jedoch überwältigen. Später sagte er aus, Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida zu haben. In dem aus Amsterdam kommenden Flugzeug der Gesellschaft Northwest Airlines befanden sich knapp 290 Menschen.

TEHERAN: Im Iran ist es wieder zu schweren Zusammenstößen zwischen Regierungskritikern und der Polizei gekommen. Nach Angaben einer oppositionellen Internetseite gingen Sondereinheiten im Zentrum Teherans mit Tränengas gegen Demonstranten vor, die Präsident Mahmud Ahmadinedschad und dessen umstrittene Wiederwahl erneut kritisierten. Auch würden die Angehörigen der Revolutionsgarden und der Basidsch-Miliz Scheiben von Autos einschlagen, deren Fahrer die Demonstranten mit Hupkonzerten unterstützten. Die Angaben der Internetseite konnten von unabhängiger Seite bisher nicht überprüft werden, weil die iranischen Behörden ausländischen Journalisten die Berichterstattung über Kundgebungen verboten haben. - Im Iran haben sich die Spannungen wieder deutlich verschärft, nachdem am vergangenen Wochenende der regierungskritische Großajatollah Hossein Ali Montaseri gestorben war.

RAMALLAH: Die israelische Armee hat im Westjordanland und im Gaza-Streifen insgesamt sechs Palästinenser getötet. In der Stadt Nablus erschossen Soldaten nach Angaben von Helfern drei Anhänger der Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas. Im Gazastreifen starben drei Menschen bei dem Versuch, die Grenze nach Israel zu überqueren, wie eine Armeesprecherin mittelte. Es ist der schwerste Gewaltausbruch im Nahen Osten seit Monaten. Die Armee reagierte damit offenbar auf einen Überfall, bei dem militante Palästinenser am Donnerstag einen Israeli im Westjordanland getötet hatten.

BERLIN: Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg glaubt nicht daran, dass in Afghanistan eine Demokratie nach westlichem Vorbild entstehen kann. Afghanistan eigne sich wegen seiner Geschichte und seiner Prägung nicht als "Vorzeige-Demokratie" nach westlichen Maßstäben, sagte er der "Bild am Sonntag". Der CSU-Politiker schloss erneut eine Regierungsbeteiligung "gemäßigter" Taliban nicht aus. Man könne in einem Land mit einer so großen regionalen Vielfalt zum Beispiel nicht einen ganzen Volksstamm wie die Paschtunen außen vor lassen, wenn es um tragfähige Lösungen für die Zukunft gehe. Diese Einbindung dürfte freilich nicht ohne Bedingungen begonnen werden, betonte Guttenberg. So dürften die universell geltenden Menschenrechte nicht "ausgehebelt" werden.

LONDON: Königin Elizabeth II. hat in ihrer Weihnachtsansprache den britischen Truppen in Afghanistan für deren Einsatz gedankt und an die dort getöteten Soldaten erinnert. Großbritannien hat derzeit rund 9.000 Soldaten in Afghanistan stationiert. Im Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban starben allein in diesem Jahr mehr als 100 britische Soldaten.

PEKING: Die Verurteilung des prominenten chinesischen Bürgerrechtlers Liu Xiaobo ist weltweit kritisiert worden. Die US-Botschaft in Peking erklärte, wenn China Aktivisten verfolge, die friedlich ihre Ansichten äußerten, widerspreche das internationalen Regeln. Die Europäische Union bezeichnete die Verurteilung Lius zu elf Jahren Haft als unverhältnismäßig. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, sie bedauere, dass die chinesische Regierung die Meinungs- und Pressefreiheit noch immer massiv einschränke. Sie hoffe, so die Kanzlerin weiter, dass China das Urteil noch abändere.--Der 53-jährige Liu ist Hauptinitiator der so genannten "Charta 08", in der mehr Demokratie in China gefordert wird.

HAMBURG: Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel hat China und andere Schwellenländer aufgefordert, einem verbindlichen Klimaabkommen doch noch zuzustimmen. Der FDP-Politiker kritisierte im "Hamburger Abendblatt", dass Schwellenländer wie China auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen so getan hätten, als seien sie Entwicklungsländer wie alle anderen. Dabei zählten sie zu den größten Emittenten von Treibhausgasen. - Im Nachrichtenmagazin "Focus" kündigte Niebel zudem an, dass die Bundesregierung ihre Klimahilfe für die ärmsten Staaten trotz des gescheiterten Gipfels in Kopenhagen fortführen wolle. Deutschland habe für den Klima-Gipfel in Kopenhagen als Soforthilfe zum Ausbau des internationalen Klimaschutzes 1,26 Milliarden Euro für die Jahre 2010 bis 2012 zugesagt. Dieses Angebot bestehe grundsätzlich fort, so Niebel.

JAKARTA: Fünf Jahre nach der Tsunami-Katastrophe haben Menschen rund um den Indischen Ozean der hunderttausenden Opfer gedacht. In der indonesischen Provinz Aceh, wo allein 170.000 Menschen bei der Flutkatastrophe am 26. Dezember 2004 starben, wurden Gebete in Moscheen und vor Massengräbern abgehalten. Auf Sri Lanka stellten Fernsehen und Radio für zwei Minuten ihr Programm ein, zudem gab es landesweit Schweigeminuten. In dem Inselstaat kamen 31.000 Menschen ums Leben, rund eine Million wurde obdachlos. Trauerzeremonien wurden auch in Thailand und Indien abgehalten, wo mehr als 50.000 Menschen starben, darunter viele Touristen. - In Düsseldorf gedenken Angehörige der Tsunami-Opfer und Überlebende aus ganz Deutschland mit einem Gottesdienst der Katastrophe.

CARACAS: Bei einem Brand auf einem Frachter vor der Küste Venezuelas sind neun Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Fünf Matrosen wurden mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus in Caracas gebracht, wie die venezolanischen Behörden mitteilten. Das griechische Schiff hatte fast 40.000 Tonnen Eisenerz geladen und war auf dem Weg von Brasilien nach Houston im US-Staat Texas. Über die Brandursache wurde nichts bekannt.

BERLIN: Die Internationalen Filmfestspiele Berlin werden biologisch. Er wolle eine ökologisch korrekte Berlinale, sagte Festivaldirektor Dieter Kosslick der Deutschen Presse-Agentur. Das Festival könne nicht einfach nur Filme zeigen, die die Welt verbessern wollten und dann selbst nichts dafür tun. Bei der 60. Berlinale im Februar wird deshalb Papier und Strom gespart. So soll es bei der Berlinale 2010 erstmals keine Pressefächer für Papier-Materialen mehr geben. Es höre auf, dass jeden Tag in Form von Handzetteln und Broschüren der "halbe Urwald" in die Pressefächer gelegt werde, so Kosslick.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden freundliche Abschnitte. Sonst bewölkt mit etwas Regen oder Schneeregen. Höchstwerte ein bis sieben Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten bei zumeist leichter Bewölkung:

Hamburg: 3°Berlin: 4°Dresden: 2°
Frankfurt am Main und Köln/Bonn: 1°München: 0°

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