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Nachrichten

Samstag, 26. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Nach dem Einlenken der chinesischen Führung in der Tibetfrage hat das weltweite Aktivistennetzwerk für Tibet (ICT) weiteren internationalen Druck auf Peking gefordert. Es sei zu früh, um beurteilen zu können, ob das vorgeschlagene Treffen nur eine Public Relation-Maßnahme vor den Olympischen Spielen darstelle, erklärte "International Campaign for Tibet" in Berlin. Der internationale Druck müsse aufrecht erhalten werden, vor allem von Seiten der Europäischen Union. Sechs Wochen nach Beginn der anti-chinesischen Proteste in Tibet hatte die Regierung in Peking am Freitag angekündigt, in den nächsten Tagen Kontakte mit der tibetischen Seite anbahnen zu wollen. Der Dalai Lama erklärte sich grundsätzlich zu Gesprächen bereit. Die Initiative Chinas war international begrüßt worden.

NAGANO: Der olympische Fackellauf in der japanischen Stadt Nagano ist ohne größere Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Tausende pro-chinesischer Demonstranten säumten die Straßen mit roten Fahnen, während Hunderte Tibet-Aktivisten ein freies Tibet forderten. Etwa 3.000 Polizisten waren an der 19 Kilometer langen Strecke im Einsatz. Auf ihrem Weg nach Peking wird die Flamme am Sonntag in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul erwartet.

BERLIN: Der Dalai Lama, das geistige Oberhaupt der Tibeter, wird am 19. Mai wieder offizieller Gast in Deutschland sein. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz, will ihn im Hause des Bundestages in Berlin empfangen. Geladen zu dem Treffen sind die außenpolitischen Sprecher der Fraktionen sowie die Vorstände des Tibet-Arbeitskreises und der deutsch-chinesischen Parlamentariergruppe. Der CDU-Politiker bezeichnete es als wichtig, den Fokus wieder auf Friedlichkeit und Gewaltfreiheit zu lenken. Ein Empfang des Dalai Lama im September 2007 durch Kanzlerin Angela Merkel hatte zu monatelangen Spannungen mit China geführt. Merkel bezeichnete derweil das jüngste Dialogangebot Chinas an den Dalai Lama als einen wichtigen Schritt zur Entschärfung der Situation. Sie selbst hält sich am 19. Mai in Lateinamerika auf.

BERLIN: Zwischen CDU und SPD bahnt sich ein Streit über die Neubesetzung des EU-Kommissarpostens von Günter Verheugen an. Beide Seiten meldeten ihren Anspruch an. CDU-Chefin Angela Merkel zeigte sich in einem Interview der 'Bild am Sonntag' verwundert über die von SPD-Chef Kurt Beck reklamierte Besetzung des Postens mit einem SPD-Politiker. Die Union habe eine Reihe fachlich sehr gut geeigneter Persönlichkeiten und habe vor fast 20 Jahren das letzte Mal einen Kommissar aus ihren Reihen besetzt. EU-Industriekommissar Verheugen hatte angekündigt, im Herbst 2009 seine politische Karriere beenden zu wollen. Beck sprach sich für den Chef der sozialistischen Fraktion im Europaparlament, Martin Schulz, als Nachfolger aus.

MOSKAU: Die russische Abgeordnetenkammer hat in erster Lesung ein neues Gesetz zur Verschärfung des Presserechts gebilligt. Die Vorlage sieht vor, dass Medien wegen Verleumdung oder übler Nachrede geschlossen werden können. Mit nur einer Gegenstimme nahmen die Abgeordneten den Entwurf an. Die Verabschiedung im Oberhaus gilt als sicher. Die Abstimmung erfolgte nur wenige Tage nach einem Bericht der Boulevardzeitung "Moskowski Korrespondent" über das Privatleben von Präsident Wladimir Putin. Der Präsident ließ den Bericht entschieden zurückweisen. Das Boulevardblatt wurde danach geschlossen.

NEW YORK: 22 Jahre nach der Reaktorexplosion im ukrainischen Tschernobyl hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon den verseuchten Regionen weitere Hilfen zugesagt. Die Vereinten Nationen würden in der Dekade der Erneuerung alles an Unterstützung geben, um die Region vollständig zu erneuern, erklärte Ban in New York. Die UN-Generalversammlung hatte die Jahre 2006 bis 2016 als "Dekade der Erneuerung und nachhaltiger Entwicklung" für die Tschernobyl-Gebiete ausgerufen. Ein Reaktor des Atomkraftwerks Tschernobyl etwa 100 Kilometer nördlich von Kiew war am 26. April 1986 explodiert.

PRAG: Tschechien und die Slowakei haben die Gründung einer gemeinsamen Eingreiftruppe vereinbart. Die Einheit soll 1.500 Soldaten umfassen und bereits im nächsten Jahr im EU-Rahmen einsetzbar sein. Es handele sich um eines der größten Gemeinschaftsprojekte seit der friedlichen Teilung der Tschechoslowakei in 1993, sagten der tschechische Verteidigungsminister Vlasta Parkanova und sein slowakischer Kollege Jaroslav Baska bei der Unterzeichnung des Vertrags. Das Kontingent werde Teil der EU-Strategie, mit schnell verfügbaren Einsatztruppen auf internationale Konflikte reagieren zu können.

HARARE: Vier Wochen nach der Parlaments- und Präsidentenwahl in Simbabwe haben Sondereinheiten der Polizei die Zentrale der oppositionellen 'Bewegung für Demokratischen Wandel' gestürmt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation amnesty international wurden mindestens 375 Menschen festgenommen. Zeitgleich durchsuchten Sicherheitskräfte in Harare das Büro einer unabhängigen Wahlbeobachter-Organisation. In den vergangenen Wochen haben sich die Spannungen zwischen Regierung und Opposition in Simbabwe deutlich verschärft.

BRASILIA: Ausländer dürfen den Amazonas-Regenwald in Brasilien künftig vermutlich nur noch mit einer Sondergenehmigung besuchen. Die Regierung will in den nächsten Monaten ein entsprechendes Gesetz im Parlament einbringen. Betroffen wäre der Zugang zu rund 60 Prozent der Landesfläche. Justizminister Romeu Tuma sagte, wer ohne Genehmigung im Amazonas-Becken angetroffen werde, müsse mit einer Geldstrafe von umgerechnet 38.000 Euro rechnen. Es gebe Hinweise, dass Ausländer unter dem Vorwand humanitärer Projekte in die Region reisten, um dort biologische Materialien für medizinische oder kommerzielle Zwecke zu sammeln.

BERLIN: Bei der Deutschen Bahn soll es bis zum Jahr 2023 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Darauf verständigten sich die Eisenbahner-Gewerkschaften bei einem Treffen mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Damit sind die Befürchtungen der Bahnmitarbeiter zunächst entkräftet, die im Zuge der geplanten Teilprivatisierung einen massiven Stellenabbau erwartet hatten.

BERLIN: Bei der Gala zum Deutschen Filmpreis 2008 ist das Drama "Auf der anderen Seite" von Regisseur Fatih Akin als bester deutscher Film ausgezeichnet worden. Die Produktion, die deutsch-türkische Beziehungsprobleme erzählt, setzte sich gegen fünf Konkurrenten durch. Der große Favorit "Kirschblüten-Hanani" von Doris Dörrie musste mit dem Filmpreis in Silber vorlieb nehmen. Zuvor waren Nina Hoss und Elmar Wepper als beste Schauspieler geehrt worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt, gebietsweise Aufheiterungen. Im Osten und Süden vereinzelt Schauer. Höchstwerte elf bis 20 Grad.

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