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Nachrichten

Samstag, 25. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: In der afghanischen Hauptstadt ist wieder ein Anschlag auf Ausländer verübt worden. Die Nationalität der beiden Getöteten ist unklar. Ein hoher afghanischer Polizeibeamter sprach von zwei Deutschen, ein anderer von einem Briten und einem Südafrikaner. Der Anschlag ereignete sich vor dem Büro des deutschen Logistikkonzerns DHL im Zentrum der afghanischen Hauptstadt. Mindestens ein afghanischer Wachmann soll ebenfalls bei der Schießerei getötet worden sein. Anfang der Woche war eine britisch-südafrikanische Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation ebenfalls in Kabul erschossen worden. Zu dem Attentat hatten sich die radikal-islamischen Taliban bekannt.

PEKING: Trotz drohender Wirtschaftsprobleme wollen die Europäische Union und Asien den Klimaschutz voranbringen. Der Asien-Europa-Gipfel verständigte sich darauf, dass die Industrie- und Entwicklungsländer weitere Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgase erarbeiten wollen. Das zweitägige Treffen von Staats- und Regierungschefs aus 43 europäischen und asiatischen Staaten in Peking stand ganz unter dem Eindruck der weltweiten Finanzkrise. Bundeskanzlerin Angela Merkel hofft mit Blick auf den Weltfinanzgipfel Mitte November auf zügige Beschlüsse, damit eine Neuordnung der Finanzmärkte vorgenommen werden kann. Mit Frankreich habe sie vereinbart, das Gipfeltreffen in Washington vorzubereiten, sagte Merkel in Peking. Sowohl in der EU als auch in Asien sei die Sorge groß, dass die Finanzkrise auf die produzierende Wirtschaft durchschlage - vor allem bei Entwicklungsländern und aufstrebenden Staaten, so Merkel.

REYKJAVIK: Der Internationale Währungsfonds (IWF) will Island einen Kredit über zwei Milliarden Euro gewähren. Dies teilte Ministerpräsident Geir Haarde nach Verhandlungen mit IWF-Vertretern in Reykjavik mit. Allerdings benötige Island noch weitere Milliardenkredite. Dem Staatshaushalt droht wegen des faktischen Zusammenbruchs der drei größten Banken des Landes der Bankrott. Ein IWF-Sprecher erklärte, die derzeit zweistellige Inflationsrate könne nur mit äußerster Disziplin in der Finanzpolitik innerhalb eines Jahres auf 4,5 Prozent gedrückt werden. Die Krone, die Währung Islands, hatte in den letzten zwölf Monaten knapp drei Viertel ihres Wertes gegenüber dem Euro verloren. Der Währungsfonds befürchtet, dass der Staat 2008 ein Minus von zehn Prozent beim Bruttoinlandsprodukt hinnehmen muss.

BERLIN: Die internationale Bankenkrise wird nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück Deutschland noch mindestens bis Ende des kommenden Jahres belasten. Jede Entwarnung wäre falsch, sagte der SPD-Politiker der 'Bild am Sonntag'. Trotzdem halte er am Ziel eines ausgeglichenen Staatshaushaltes fest. Steinbrück sprach sich zudem für Zusammenschlüsse im öffentlichen Bankensektor aus. Es gebe Landesbanken, die in schwerem Fahrwasser und ohne überzeugendes Geschäftsmodell seien, sagte er.

WASHINGTON: Die USA unterstützen offiziell die NATO-Mitgliedschaft von Kroatien und Albanien. Präsident George W. Bush unterzeichnete im Weißen Haus Beitrittsprotokolle mit den beiden Balkanstaaten. Kroatien und Albanien seien zwei junge und starke Demokratien, die neue Verantwortung in Zeiten des Terrorismus und des Krieges übernehmen wollten, betonte Bush bei der Zeremonie. Die NATO hatte bereits im Juli Kroatien und Albanien den Weg zur Mitgliedschaft geebnet. Damals unterzeichneten die Alliierten mit den Außenministern der beiden Balkanstaaten die Beitrittsprotokolle. Die Allianz wird damit voraussichtlich vom kommenden Jahr an 28 Mitglieder haben. Die Dokumente müssen zunächst aber von den Parlamenten der 26 alten NATO-Länder und dann noch von Albanien und Kroatien selbst ratifiziert werden.

RANGUN: Wegen ihrer Teilnahme an den Protesten gegen die Militärjunta vor gut einem Jahr sind in Birma sechs Oppositionspolitiker zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die Mitglieder der Nationalen Liga für Demokratie erhielten Gefängnisstrafen zwischen zwei und 13 Jahren, teilten Parteisprecher mit. Man wolle Berufung gegen die Entscheidung einlegen, hieß es. Im Zuge der von buddhistischen Mönchen angeführten Proteste waren im vergangenen Jahr rund 200 Mitglieder der Partei der unter Hausarrest stehenden Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi festgenommen worden. Bei der blutigen Niederschlagung des Aufstands durch das herrschende Militär wurden nach UN-Angaben mindestens 31 Menschen getötet.

NAIROBI: Kenias Parlament hat der Bildung einer Wahrheits- und Versöhnungskommission zugestimmt. Das Gremium soll nach Medienberichten innerhalb von 60 Tagen eingerichtet werden, um Menschenrechts-Verletzungen und historisches Unrecht seit Kenias Unabhängigkeit 1963 zu untersuchen. Ausschlaggebend für die Gründung der Kommission waren die blutigen Ausschreitungen nach der Wahl im Dezember 2007. Dabei waren etwa 1.500 Menschen getötet und 300.000 zur Flucht gezwungen worden.

MÜNCHEN: In der bayerischen Landeshauptstadt hat der Sonderparteitag der CSU begonnen. Dabei soll der Koalitionsvertrag mit der FDP, der am Freitag unter Dach und Fach gebracht wurde, von den knapp 1.000 Delegierten verabschiedet werden. Ferner stehen Personalien auf der Tagesordnung: Bundesverbraucherminister Horst Seehofer soll zum neuen Parteichef gewählt werden. Sein Nachfolger als Parteivize soll CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer werden. Er ist einziger Kandidat für den Posten. Seehofer, der am Montag zum neuen bayerischen Regierungschef gewählt werden soll, kündigte an, die Position der CSU in der Bundespolitik wieder stärken zu wollen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden nach Nebelauflösung wolkig mit Aufheiterungen; sonst meist dicht bewölkt, gebietsweise Nieselregen. Tageswerte zwischen neun und 16 Grad.

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