1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Samstag, 25. November 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

BERLIN: Die Bundesregierung hat Russland aufgefordert, sich an der Untersuchung des mysteriösen Todes des früheren Geheimagenten Alexander Litwinenko zu beteiligen. Daran müsse Russland schon als Mitglied des Europarats ein Interesse haben, sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Regierung, Günter Nooke, der Berliner Zeitung. Der Tod von Litwinenko wie auch der Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja würden kein gutes Licht auf Russland werfen, was die Presse- und Meinungsfreiheit dort angehe. Ähnlich äußerte sich Ex-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Im Körper Litwinenkos war die radioaktive Substanz Polonium entdeckt worden. Der Kreml-Kritiker hatte kurz vor seinem Tod den russischen Präsidenten Wladimir Putin beschuldigt, seine Ermordung angeordnet zu haben. Litwinenko war am Donnerstag in London gestorben.

BAGDAD: US-Soldaten haben bei Kämpfen nördlich der irakischen Hauptstadt zehn Aufständische getötet. Unter den Toten sei auch ein Jugendlicher, teilte das US-Militär mit. Zuvor habe die Luftwaffe in der Region von Tadschi Angriffe gegen Rebellenziele geflogen und dabei eine Fabrik zerstört, in der Bomben hergestellt worden seien. Tadschi ist mehrheitlich von Sunniten bewohnt und liegt nahe eines großen US-Armeestützpunkts. - Die Behörden in Bagdad verlängerten die nach der Anschlagsserie vom Donnerstag verhängte Ausgangssperre. Sie gilt nun auch an diesem Samstag. Bei den Bombenexplosionen im Schiiten-Viertel Sadr-City waren mehr als 200 Menschen getötet und rund 250 verletzt worden.

MANAMA: Im Golfstaat Bahrain haben Parlaments- und Kommunalwahlen begonnen. Rund 250.000 Einwohner des Emirats sind wahlberechtigt. Bei der Abstimmung vor vier Jahren hatte es keine Frau ins Parlament geschafft. Dieses Mal gilt es als sicher, dass zumindest eine Kandidatin gewählt wird, weil sie in ihrem Wahlbezirk keinen Kontrahenten hat. - Der Wahlkampf in Bahrain war von teils gewaltsamen Protesten gegen die Herrschaft des sunnitischen Emirs Hamad bin Isa al-Chalifa geprägt. Die schiitische Opposition forderte mehr Mitspracherechte und warnte vor Wahlbetrug. 60 Prozent der Bewohner Bahrains sind Schiiten.

HAMBURG: Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat sich für eine Beteiligung der Bundeswehr an einem UN-Einsatz in der sudanesischen Krisenregion Darfur ausgesprochen. Voraussetzung sei allerdings eine Unterstützungsaufforderung der Vereinten Nationen auch an europäische Länder, sagte die SPD-Politikerin der 'Bild am Sonntag'. Es dürfe keine Zeit mehr verloren gehen. In Darfur finde ein Völkermord in Zeitlupe statt, so die Ministerin.

LEIPZIG: Vor dem am Montag beginnenden Parteitag der CDU hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Partei auf einen 'Kurs der Mitte' eingeschworen. Eine Debatte verschiedener Parteiflügel um den Kurs der CDU sei aber gewollt, sagte Merkel der 'Leipziger Volkszeitung'. Merkel betonte, sie stehe in der Sache hinter dem Antrag Nordrhein-Westfalens auf eine altersabhängige Zahlungsverlängerung des so genannten Arbeitslosengeldes I. Diese Forderung, die unter anderem von dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers vertreten wird, entspreche der gültigen Beschlusslage der CDU. Doch für die Koalitionsarbeit gelte, dass das Regierungshandeln von allen drei Parteien getragen werden müsse.

ISLAMABAD: Pakistan und China haben ein Freihandelsabkommen geschlossen und wollen ihren Warenaustausch binnen fünf Jahren fast vervierfachen. Die Präsidenten beider Staaten, Pervez Musharraf und Hu Jintao, betonten nach der Unterzeichnung der Vereinbarung in Islamabad, die strategische Zusammenarbeit solle ein neues Niveau erreichen. Insgesamt unterzeichneten Hu und Musharraf 18 Verträge zur sozialen, wirtschaftlichen und verteidigungspolitischen Kooperation. Auch bei der friedlichen Nutzung der Atomenergie wollen beide Länder weiter zuammenarbeiten. Ein spezielles Abkommen dazu wurde aber nicht unterzeichnet.

MÜNCHEN: In die Untreue-Affäre beim Technologiekonzern Siemens soll einem Zeitungsbericht zufolge auch die Konzernspitze eingeweiht gewesen sein. Der frühere Vorstand Thomas Ganswindt habe die schwarzen Kassen und Korruptionspraktiken des Konzerns gekannt, berichtet die 'Süddeutsche Zeitung'. Das Blatt beruft sich dabei auf ein Geständnis eines ehemaligen Ganswindt-Mitarbeiters, der bei der Staatsanwaltschaft als eine der zentralen Figuren in dem Skandal gelten soll.

HAMBURG: Die Deutsche Post steht nach Presse-Informationen vor einem bundesweiten Arbeitskampf. Wegen der zum Jahreswechsel geplanten Arbeitszeitverlängerung für 60.000 Postbeamte plane die Gewerkschaft Verdi flächendeckende Streiks, berichtet das 'Hamburger Abendblatt'. Die Gewerkschaft sieht nach eigenen Angaben 5.000 Jobs in Gefahr, sollte die Wochenarbeitszeit für Postbeamte von 38,5 auf 41 Stunden angehoben werden.

WASHINGTON: Die USA haben eine in Europa umstrittene Genreis-Sorte des Chemiekonzerns Bayer offiziell zugelassen. Wissenschaftliche Überprüfungen hätten ergeben, dass die genetisch veränderte Sorte genau so sicher sei wie traditionell gezüchteter Reis, erklärte das US-Ministerium für Landwirtschaft. Es handelt sich dabei um die Sorte 'LL Rice 601'. Im Sommer war dieser Reis auf illegale Weise nach Deutschland und in acht weitere EU-Staaten gelangt. Nach den Funden sprach sich die EU-Kommission für verpflichtende Kontrollen aller Reis-Importe aus den USA aus. - In der Europäischen Union ist keine Genreis-Sorte zum Import oder zum Verkauf zugelassen.

ZUM FUßBALL: Schalke 04 hat seine Tabellen-Führung in der ersten Bundesliga ausgebaut. Im Freitagsspiel bezwang Schalke den VfL Bochum 2:1. - Vor den restlichen Begegnungen des 14. Spieltages hat Schalke nun fünf Punkte Vorsprung auf die Verfolger Bremen und Stuttgart.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, im Norden und Westen zeitweise Regen. Nach Südosten hin Auflockerungen. Außergewöhnlich mild mit Höchstwerten zwischen 14 und 20 Grad Celsius.

Zuletzt meldeten bei zumeist bedecktem Himmel:

Hamburg: 12°;

Berlin und Dresden: 8°;

Köln/Bonn: 17°;

Frankfurt am Main: 11° und

München: 5°.

Audio und Video zum Thema