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Nachrichten

Samstag, 25. März 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag.

MINSK: Trotz des zuletzt gewaltsamen Einschreitens der Sicherheitskräfte hat die weißrussische Opposition für heute zu einer neuen Großdemonstration in der Hauptstadt aufgerufen. Der Protest ist wie die bisherigen Versammlungen nicht genehmigt. Bereits in der Nacht hinderte die Polizei zahlreiche Menschen daran, auf den Oktoberplatz zu strömen, der sich zum zentralen Demonstrationsort der Opposition in der Hauptstadt entwickelt hat. Sie fordert eine Wiederholung der Wahl von Präsident Alexander Lukaschenko, die sie für undemokratisch und gefälscht hält. Die USA und die Europäische Union haben eine Verschärfung ihrer Sanktionen angekündigt.

BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler hat für eine Beteiligung Deutschlands am geplanten Militäreinsatz der EU in der Demokratischen Republik Kongo geworben. Köhler sagte, es gehe darum, Wahlen abzusichern, die den Übergang von Bürgerkrieg und Chaos zu demokratischen Prozessen ermöglichten. Kritik kam dagegen nochmals vom Vorsitzenden des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz. Er nannte die EU-Mission eine - so wörtlich - reine Show, die das Leben deutscher Soldaten nicht wert sei. Die geplante Stationierung von 100 Mann in der Hauptstadt Kinshasa mit neun Millionen Einwohnern könne nicht als ernstgemeinter Beitrag zur Demokratisierung aufgefasst werden, betonte Gertz. Regierung und Bundestag entscheiden im Mai über die umstrittene Mission. Die EU will knapp 1.500 Soldaten unter deutscher Führung in den Kongo entsenden.

KABUL: Die afghanische Regierung hat Beratungen über das Schicksal des von der Todesstrafe bedrohten Christen Abdul Rahman aufgenommen. Die britische Rundfunkanstalt BBC hatte zuvor unter Berufung auf einen ungenannten hohen Beamten in Kabul berichtet, der zum Christentum übergetretene frühere Moslem könnte möglicherweise schon in Kürze freikommen. Gegen ihn läuft ein Gerichtsverfahren wegen Abfall vom islamischen Glauben, das international Proteste ausgelöst hatte.

BERLIN: Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat die Forderung der Ärzte nach mehr Geld für das Gesundheitswesen zurückgewiesen. Es seien ausreichend finanzielle Mittel da, um die Patienten zu versorgen und die Mediziner zu bezahlen, sagte Schmidt. Am Freitag waren aus Protest gegen geplante Einsparungen und Kürzungen 30.000 Ärzte in Berlin auf die Straße gegangen. Die Kundgebung war die größte Mediziner-Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik. Viele der landesweit 100.000 Praxen blieben geschlossen. Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg Dietrich Hoppe, sagte, es dürfe nicht sein, dass für die Defizite im Gesundheitswesen ständig die Ärzte verantwortlich gemacht würden.

FRANKFURT AM MAIN: Der Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie nimmt an Schärfe zu. IG Metall-Chef Jürgen Peters kündigte massive Protestaktionen für die kommende Woche an. Zudem drohte er mit Streiks unmittelbar nach den Osterfeiertagen. Die Gewerkschaft fordert für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche fünf Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber haben noch kein Angebot vorlegt. Sie halten allenfalls 1,4 Prozent für vertretbar.

PARIS: Im Konflikt um die Arbeitsmarktreform der französischen Regierung haben sich die Fronten weiter verhärtet. Die wichtigsten Studenten- und Schüler-Organisationen wiesen eine Einladung von Premierminister Dominique de Villepin zu direkten Gesprächen an diesem Samstag zurück. Am Freitag war ein erstes Treffen des Regierungschefs mit Gewerkschaftsvertretern ohne greifbares Ergebnis geblieben. Der Premierminister lehnte eine Rücknahme der gelockerten Kündigungsbestimmungen für Berufseinsteiger nochmals ab.

WASHINGTON: Russland hat nach einem jetzt teilweise veröffentlichten Bericht des US-Verteidigungsministeriums im Irak-Krieg die Regierung von Saddam Hussein mit Geheimdienstinformationen versorgt. Aus beschlagnahmten irakischen Unterlagen gehe hervor, dass Russlands Botschafter in Bagdad nach Beginn des Krieges im Jahre 2003 über US-Truppenbewegungen informiert habe, heißt es. Als Beweggründe werden wirtschaftliche Interessen vor allem im irakischen Ölsektor genannt.

STUTTGART: Der Autobauer DaimlerChrysler gestaltet seine defizitäre Kleinwagentochter Smart um und streicht 300 Arbeitsplätze. Ein Konzernsprecher teilte in Stuttgart mit, das wenig erfolgreiche viersitzige Smart-Modell 'fourfour' werde nicht mehr produziert. Nach den Worten von Finanzchef Bodo Uebber soll im nächsten Jahr wieder die Gewinnschwelle bei Smart erreicht werden. Die Kleinwagentochter schreibt seit 1998 Verluste.

BERLIN: Verteidigungsminister Franz Josef Jung will zur Absicherung der Fußball-Weltmeisterschaft erheblich mehr Soldaten bereitstellen als bisher geplant. Jung sagte der Zeitung 'Bild am Sonntag', er sei sich mit Bundesinnenminister Schäuble darin einig, dass die Bundeswehr im Bedarfsfall bis zu 7.000 Mann einsetze. Ursprünglich waren nur etwa 2.000 Soldaten im Gespräch.

HANNOVER: Um die Verschuldung der öffentlichen Haushalte zu stoppen, hat Niedersachsens Regierungschef Christian Wulff einen nationalen Entschuldungspakt ins Gespräch gebracht. Wulff sagte, Bund und Länder sollten ein Datum festlegen, von dem an allenfalls mit Zweidrittel-Mehrheit in Ausnahmesituationen neue Schulden gemacht werden dürften. Die bis zum Stichtag angehäuften Altschulden könnten in einen nationalen Entschuldungsfonds übertragen werden, den die Länder nach festgelegten Anteilen tilgten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Erst noch regnerisch, im Nordosten vereinzelt Schneefall. Später von Südwesten etwas freundlicher. Höchstwerte zwischen neun und 15 Grad. Im Norden und Nordosten zwei bis sechs Grad.

  • Datum 25.03.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/89l6
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