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Nachrichten

Samstag, 25. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten vom Samstag.

PARIS: Das auch für Menschen gefährliche Vogelgrippe-Virus "H5N1" hat in der Europäischen Union erstmals Tiere auf einer Geflügelfarm befallen. Betroffen ist ein Putenzuchtbetrieb in Versailleux im Osten Frankreichs, wie das Landwirtschaftsministerium in Paris mitteilte. In dem Betrieb waren etwa 400 von insgesamt 11.000 Tieren an der Krankheit verendet, daraufhin wurde dort der gesamte Geflügelbestand vorsorglich getötet. Frankreich ist der größte Geflügelproduzent der EU. - In Deutschland wurde der "H5N1"-Erreger mittlerweile auch bei Wildvögeln in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg nachgewiesen. - In Indonesien ist die Zahl der Vogelgrippe-Toten inzwischen auf 20 Menschen gestiegen.

BERLIN: Ein Untersuchungsausschuss des Bundestages zum umstrittenen Irak-Einsatz des Bundesnachrichtendienstes -BND- wird nun doch wieder wahrscheinlicher. Nach der Linkspartei sprach sich nach wochenlangem Zögern auch die Fraktion der Grünen dafür aus. Es gehe den Grünen vorrangig um CIA-Flüge über deutsches Territorium, die Kenntnisse der Bundesregierung zu diesem Thema sowie um die Tätigkeit des BND in Bagdad und die Datenweitergabe an die USA, sagte Fraktionschefin Renate Künast. Union und SPD wiesen die Vorwürfe gegen den BND erneut zurück. Für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, den die Bundesregierung verhindern will, sind die Stimmen von Grünen, Linkspartei und FDP notwendig. Die Liberalen wollen bis zum 7. März entscheiden.

HAMBURG: Wirtschaft, Politik und Gewerkschaften diskutieren weiter kontrovers über die Vor- und Nachteile von Mindestlöhnen. SPD-Fraktionschef Peter Struck hält einen Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde für sinnvoll. Er könne sich mit diesem Vorschlag des DGB anfreunden, sagte Struck der "Bild"-Zeitung. Der Chef der IG Bergbau, Chemie und Energie, Hubertus Schmoldt, lehnte hingegen einen einheitlichen Mindestlohn ab. Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnte davor. Rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland verdienten mit einer Vollzeitstelle weniger als sechs Euro in der Stunde. Mindestlöhne würden einen Teil dieser Stellen für gering Qualifizierte vernichten.

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat eine weitere Lockerung beim Kündigungsschutz gefordert. Die im Koalitionsvertrag mit der SPD getroffenen Vereinbarungen nannte der CSU-Politiker in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" nicht ausreichend. Es müsse bessere Möglichkeiten geben, in freier Vertragsform die Beendigung von Arbeitsverhältnissen zu vereinbaren. Damit griff Glos die Forderung der Union wieder auf, dass Firmen mit ihren Mitarbeitern eine Abfindung vereinbaren können, wenn diese auf den Kündigungsschutz verzichten.

KARLSRUHE: Gegen zwei mutmaßliche Rüstungsspione hat ein Richter des Bundesgerichtshofs am Freitag Haftbefehle erlassen. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft stehen die beiden Männer im Verdacht, einem ausländischen Geheimdienst bei der Beschaffung von Raketenträgern und Waffen geholfen zu haben. Nach Informationen des Ersten Deutschen Fernsehens arbeiteten die Männer für den iranischen Geheimdienst. Sie waren am Donnerstag bei einer Razzia in Frankfurt am Main festgenommen worden.

BAGDAD: Auch drei Tage nach dem Bombenanschlag auf die Goldene Moschee der Schiiten in Samarra kommt der Irak nicht zur Ruhe. Auf einem Marktplatz in der Stadt Kerbala explodierte am Morgen eine Autobombe. Es habe Dutzende Tote und Verletzte gegeben, heißt es in Agenturberichten. Nahe der Stadt Bakuba wurden zwölf Mitglieder einer schiitischen Familie getötet. In Bagdad selbst eröffneten Extremisten das Feuer auf die Teilnehmer einer Trauerfeier für die getötete Korrespondentin des Fernsehsenders 'Al-Arabija'. Der irakische Ministerpräsident Ibrahim al-Dschaafari verhängte für Bagdad und die drei angrenzenden Provinzen eine Ausgangssperre. EU-Chefdiplomat Javier Solana äußerte die Besorgnis, dass der Irak in einen Bürgerkrieg abgleiten könne.

RIAD: Im Osten Saudi-Arabiens haben Sicherheitskräfte einen Selbstmord-Anschlag auf eine der weltgrößten Ölraffinerien vereitelt. Nach Angaben des saudischen Innenministeriums schossen Wachleute auf zwei mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge und brachten sie zur Explosion, bevor diese die Werkstore der Anlage in Abkaik durchbrechen konnten. Neben den beiden Attentätern sollen auch zwei Wachmänner getötet worden sein. Zu der Tat bekannte sich das Terrornetzwerk El Kaida.

DHAKA: In der Hauptstadt von Bangladesch ist ein mehrstöckiges Fabrik-Gebäude eingestürzt. Es habe zahlreiche Tote und Verletzte gegeben, heißt es in Agenturberichten. Rettungsmannschaften versuchten, Überlebende aus den Trümmern zu bergen. In dem Haus war unter anderem eine Textil-Fabrik untergebracht. Warum das Gebäude einstürzte, ist noch unklar.

MADRID: Im Kampf gegen die Verbreitung von Kinderpornografie sind mehr als 100 Verdächtige in 19 Ländern festgenommen worden. Nach Auskunft des spanischen Innenministers Jose Antonio Alonso setzten die Ermittlungsbehörden ein Computerprogramm ein, mit dem pornografische Bilder im Internet unbemerkt gekennzeichnet und verfolgt werden können. Das Programm wurde von der spanischen Polizei entwickelt.

LONDON: Nach dem spektakulären Millionen-Raub in England hat die britische Polizei einen Teil der Beute sichergestellt. Das Geld wurde in einem Kleintransporter entdeckt, der auf einem Hotel- Parkplatz nahe der Ortschaft Ashford abgestellt war. Um welche Summe es sich handelt, ist noch unklar. Drei festgenommene Verdächtige kamen inzwischen gegen Kaution wieder frei. - Bei dem Raubüberfall auf ein Bargeld-Depot in der Grafschaft Kent hatten Unbekannte am Mittwoch bis zu 50 Millionen britische Pfund erbeutet, das sind umgerechnet mehr als 70 Millionen Euro.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und in der Mitte sonnig, im Norden und Osten stark bewölkt. Vor allem am Alpenrand zeitweise leichter Schneefall. Höchsttemperaturen minus zwei bis plus sechs Grad.