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Nachrichten

Samstag, 24. Oktober 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die Koalitionspartner CDU/CSU und FDP stellen zur Stunde ihren Koalitionsvertrag vor. Das Vertragswerk über die künftige Regierungsarbeit wurde nach dreiwöchiger Verhandlungszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Guido Westerwelle von der FDP präsentiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, die Vereinbarung zwischen Union und FDP stünde auf zwei Eckpfeilern zur Krisenbewältigung. Man werde keine Abgaben und Steuern erhöhen und auf Wachstum setzen. Der Koalitionsvertrag muss noch von den Parteitagen gebilligt werden. Die FDP trifft sich dazu am Sonntag, CDU und CSU kommen am Montag in Berlin und München zusammen. Das Bundeskabinett wird vorraussichtlich aus 15 Ministern und einem Kanzleramtschef bestehen. Acht stellt die CDU, 5, die FDP und 3 die CSU.

BERLIN: Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Kritik zu den Beschlüssen kam von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Ihr Vorsitzender Frank Bsirske sagte, Schwarz-gelb stelle Profit vor Gemeinwohl. Auch der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, Michael Hüther, sieht Probleme: Er hält angesichts des Schuldenbergs in öffentlichen Kassen Kürzungen im Sozialbudget für unausweichlich. Im Bereich der Umweltpolitik forderte der Naturschutzbund (NABU) deutliche Nachbesserungen im Koalitionsvertrag. NABU-Chef Olaf Tschimpke kritisierte die geplante Aufhebung des Atomausstiegs. Lob kam dagegen vom Wehrbeauftragten des Bundestages, Reinhold Robbe. Er sieht die vorgesehene Kürzung des Wehrdienstes von neun auf sechs Monate grundsätzlich positiv.

ROSTOCK: Die Grünen wollen auf ihrem Parteitag in Rostock die Weichen für die kommenden vier Jahre stellen. Erwartet wird eine kontroverse Debatte. Bis zum Abend berät der Parteitag über die Grundsatzanträge zur politischen Rolle der Grünen nach der Bundestagswahl. Vor allem der geplante Einstieg des saarländischen Landesverbands in eine sogenannte Jamaika-Koalition mit CDU und FDP dürfte für Kontroversen sorgen.

WASHINGTON: Im Atomstreit mit dem Iran fordert die Staatengemeinschaft eine baldige Antwort Teherans auf einen internationalen Kompromissvorschlag. Die US-Regierung mahnte eine rasche Stellungnahme des Irans an, nachdem dieser am Freitag eine Frist hatte verstreichen lassen. Die Führung in Teheran hatte wissen lassen, dass sie erst in der nächsten Woche den Vorschlag beantworten wolle. Dabei geht es um eine kontrollierte Anreicherung eines Großteils des iranischen Urans in Russland. Der Iran braucht diesen Brennstoff für einen medizinischen Forschungsreaktor.

WASHINGTON: Drei führende US-Menschenrechtsorganisationen haben eine vom Verteidigungsministerium angebotene Besichtigung des Gefangenenlagers Guantanamo abgelehnt. Amnesty International USA, Human Rights Watch und die Amerikanische Bürgerrechtsvereinigung (ACLU) erklärten, ein Besuch des Lagers auf Kuba ohne freien Zugang zu den Insassen sei inakzeptabel. Eine solche Tour würde nicht helfen, die wirklichen Haftbedingungen in Guantanamo zu verstehen, sagte Tom Parker von Amnesty International. Die Gruppen hatten im Januar US-Präsident Barack Obama um eine Inspektion des Lagers gebeten. Dort sitzen noch rund 220 Terrorverdächtige ein.

RAMALLAH: Der Konflikt zwischen den zerstrittenen Palästinensergruppen spitzt sich wieder zu: Präsident Mahmud Abbas hat für den 24. Januar Präsidenten- und Parlamentswahlen angesetzt. Die Autonomiebehörde erklärte, Abbas habe sich zu dem Schritt entschieden, weil die Vermittlungsgespräche mit der rivalisierenden Hamas erfolglos geblieben seien. Die radikalislamische Hamas verurteilte die Ankündigung umgehend. Hamas-Führer Ismail Radwan sagte, Wahlen ohne vorheriges Versöhnungsabkommen auszurufen, untergrabe alle Versuche, die Spaltung der Palästinenser zu überwinden. Ein solches Abkommen hätte eigentlich die Weichen für Wahlen im Juni 2010 stellen sollen. Unklar ist nun vor allem, wie die Fatah von Abbas die Wahl im Gazastreifen organisieren will, der von der Hamas kontrolliert wird.

TEGUCIGALPA: Die Gespräche zur Lösung der Staatskrise in Honduras sind nach Angaben beider Parteien vorerst gescheitert. Die Positionen der Übergangsregierung und jene des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya ließen sich auch nach stundenlangen Verhandlungen nicht miteinander vereinbaren. Hauptstreitpunkt war die Frage, ob Zelaya sein Amt wieder übernehmen darf. Der Sondergesandte der Organisation Amerikanischer Staaten, John Biehl, sagte, der Abbruch der Gespräche sei auch eine Gelegenheit, die Positionen nochmals zu überdenken. Zelaya wurde am 28. Juni vom Militär gestürzt und nach Costa Rica abgeschoben. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion kehrte er im September zurück und befindet sich seitdem in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa.

WASHINGTON: Mit dem Zusammenbruch von vier kleinen Finanzinstituten aus den Bundesstaaten Florida und Georgia ist die Zahl der Bankenpleiten in den USA in diesem Jahr auf über 100 gestiegen. Der staatliche US-Einlagensicherungsfonds (FDIC) übernahm zunächst die in Florida ansässige Partners Bank, die Flagship National Bank und die Hillcrest Bank Florida. Auch in Georgia wurde mit der American United Bank ein in Zahlungsschwierigkeiten geratenes kleineres Institut vom FDIC übernommen. Damit mussten in diesem Jahr bereits 103 Banken Insolvenz anmelden. Das ist höchste Zahl seit der Krise der Spar- und Darlehensbanken im Jahr 1992. - Die Banken-Insolvenzen haben den Einlagensicherungsfonds in diesem Jahr bereits 25 Milliarden Dollar gekostet.

DETROIT: Der geplante Verkauf von Opel an den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna verzögert sich bis in den November. Der Verwaltungsrat der Opel-Muttergesellschaft General Motors werde sich erst am 3. November mit dem Thema und den Bedenken der EU-Kommission befassen, teilte GM-Vize John Smith mit. Die EU-Kommission fordert von dem US-Konzern eine rechtliche Klarstellung, dass die Entscheidung für den Verkauf an Magna ohne politischen Druck erfolgt ist. Anderenfalls will die Brüsseler Behörde die staatlichen Beihilfen von 4,5 Milliarden Euro nicht genehmigen. Nach Medienberichten wollen wichtige Mitglieder der GM-Führung den Verkauf von Opel verhindern.

DAS WETTER IN DEUSCHLAND: Es ist wechselnd bewölkt, im gesamten Ostteil des Landes fällt gelegentlich Regen. Höchstwerte 10-18 Grad.

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