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Nachrichten

Samstag, 24. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die mögliche Nominierung der Professorin Gesine Schwan zur Bundespräsidentenkandidatin der SPD hat weiteren Streit in der Großen Koalition ausgelöst. Spitzenpolitiker der CDU warfen den Sozialdemokraten vor, damit ein Bündnis mit der Linkspartei auf Bundesebene im kommenden Jahr vorzubereiten. Die SPD sei dabei, sich gegen die große Mehrheit der Bevölkerung zu stellen, sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder. Der Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus meinte, damit würde sich die SPD als Volkspartei aufgeben. Bundespräsident Horst Köhler ist nach 'Bild'-Informationen persönlich verärgert über SPD-Chef Kurt Beck. In persönlichen Gesprächen habe dieser noch bis vor kurzem breite Unterstützung seiner Partei für eine Wiederwahl Köhlers signalisiert, schreibt die Zeitung. Über die Aufstellung Schwans wollen die Sozialdemokraten am Montag entscheiden.

COTTBUS: Knapp ein Jahr nach ihrer Gründung ist die Partei Die Linke zu ihrem ersten Parteitag zusammengekommen. Die Parteivorsitzenden Lothar Bisky und Oskar Lafontaine wollen sich noch einmal als Doppelspitze zur Wiederwahl stellen. Beraten wollen die Delegierten über einen Leitantrag, der ein 50 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm vorsieht. In dem Leitantrag ist auch festgelegt, dass künftig keine Mitglieder der DKP oder anderer Parteien auf den Listen der Linken kandidieren können. Die Linkspartei ist aus der PDS - der Nachfolgeorganisation der früheren DDR-Staatspartei SED - und der westdeutsch geprägten WASG hervorgegangen.

BERLIN: Wegen des anhaltenden Streits um die künftige Berechnung der Kfz-Steuer nach dem Ausstoß von Kohlendioxyd kann sich die Bundesregierung nicht auf ihre geplanten Maßnahmen zum Energie- und Klimaschutzpakt einigen. Eine Entscheidung darüber wurde auf den 18. Juni verschoben. Weitgehende Differenzen herrschen laut Medien auch über Energie-Einsparungen in Gebäuden, den Ausbau der Stromnetze und die geplante Erhöhung der Lkw-Maut. Die Grünen warnten vor einer internationalen Blamage. Vize-Fraktionschefin Bärbel Höhn verlangte ein Machtwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Von den 30 Maßnahmen, die die Regierung vor einem Jahr geplant habe, sei mehr als die Hälfte inzwischen wieder gestrichen, verschoben oder abgeschwächt worden.

JOHANNESBURG: In einem Armenviertel der südafrikanischen Wirtschaftsmetropole Johannesburg hat es einen weiteren Toten gegeben. Nach Militärangaben erschoss ein Soldat einen Mann, der eine Frau überfallen wollte. Am Donnerstag hatte die Regierung nach den am 11. Mai begonnenen ausländerfeindlichen Übergriffen Soldaten nach Johannesburg geschickt. Bei den Unruhen, die auch auf andere Städten des Landes übergriffen, wurden mindestens 40 Menschen getötet und hunderte verletzt. Die Einheimischen werfen den Einwanderern vor allem aus Simbabwe vor, ihnen Arbeit und Wohnraum wegzunehmen.

PEKING: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich im süd-westchinesischen Erdbebengebiet von Sichuan ein Bild von der Lage gemacht. Zusammen mit Regierungschef Wen Jiabao besuchte er die Stadt Yingxiu, die wegen ihrer Nähe zum Epizentrum völlig zerstört wurde. Wen gab an, er rechne mit mehr als 80.000 Bebenopfern. Derzeit sind fast 56.000 Tote offiziell bestätigt. An diesem Samstag fliegt ein Team des deutschen Technischen Hilfswerks mit sechs Trinkwasseraufbereitungsanlagen nach China. Gestern traf ein mobiles Krankenhaus ein.

RANGUN: In Birma hat in den vom Zyklon 'Nargis' verwüsteten Bezirken die Abstimmung über die neue Verfassung begonnen. Im übrigen Land hatte die Bevölkerung bereits am 10. Mai abgestimmt. Wegen des Zyklons wurde das Referendum in den 47 Bezirken der früheren Hauptstadt Rangun sowie im Irrawaddy-Delta auf diesen Samstag verschoben. Bereits nach dem ersten Wahlgang hatte die Militärjunta angekündigt, rund 92 Prozent der Bevölkerung hätten zugestimmt. Die von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi geführte Opposition verlangte wegen massiver Wahlfälschung eine Neuabstimmung.

BRASILIA: Zwölf südamerikanische Länder haben sich zu einer Regionalgemeinschaft nach dem Vorbild der Europäischen Union zusammengeschlossen. Die Staatschefs unterzeichneten in Brasilien den Vertrag über die 'Union Südamerikanischer Staaten' , die zu stärkerer wirtschaftlicher Integration und politischer Zusammenarbeit führen soll. Vereinbart wurden unter anderem eine unter den Mitgliedern rotierende Präsidentschaft, regelmäßige Außenministertreffen und die Schaffung eines Parlaments. Mitglieder sind Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Guyana, Paraguay, Peru, Surinam, Uruguay und Venezuela.

KOBE: In der japanischen Stadt Kobe haben die Umweltminister der G8-Staaten, Russlands und mehrerer Schwellenländer dreitägige Beratungen zum Klimaschutz begonnen. Der japanische Umweltminister Ichiro Kamoshita sagte, von dem Treffen müsse die klare Botschaft ausgehen, dass die G8-Staaten eine führende Rolle beim Kampf gegen die Klimaerwärmung übernehmen wollten. Japan, das derzeit den G8-Vorsitz innehat, plant nach Medienberichten, mit Schwellenländern entsprechende Projekte auszuarbeiten. Japan und die EU unterstützen eine Halbierung der klimaschädlichen Treibhausgase bis 2050.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Südwesten ein Mix aus Sonne und Wolken. Nach Nordwesten hin, aber auch in Bayern freundlich. Höchstwerte zwischen 17 und 26 Grad Celsius.

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