1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Samstag, 24. Dezember 2005

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag

BERLIN: In seiner Weihnachtsansprache hat Bundespräsident Horst Köhler die Menschen in Deutschland zu mehr Solidarität aufgerufen. Mehr soziale Gerechtigkeit sei möglich, wenn alle Bürger zusammenstünden, sagte Köhler in seinem vorab veröffentlichten Redetext. In einer gemeinsamen Anstrengung sollte sich das Land wieder an die europäische Spitze hocharbeiten. Das schaffe Arbeitsplätze und Sicherheit. Allerdings sei das eine große Aufgabe, die ihre Zeit brauche. Dabei dürften die alten Tugenden Ehrlichkeit, Anständigkeit und Redlichkeit nicht in Vergessenheit geraten. Köhler erinnerte auch an die Naturkatastrophen im Jahr 2005. Diese hätten gezeigt, wie zerbrechlich die Welt und wie verletzlich der Mensch sei. Er danke den Bundesbürgern, die im Namen Deutschlands in der Welt denen Hilfe leisteten, denen es schlechter gehe als uns.

NEW YORK: Die Mitgliedsländer der Vereinten Nationen haben sich nach monatelangem Streit auf einen vorläufigen UN-Haushalt für die erste Hälfte des Jahres 2006 geeinigt. Damit ist die drohende Handlungsunfähigkeit der Weltorganisation vorerst abgewendet. Für die kommenden sechs Monate sind Ausgaben von maximal 950 Millionen Dollar genehmigt. Wann die Mittel für den Rest des Jahres freigegeben werden, hängt vom Fortschritt der Reformen innerhalb der UN ab. Der vorläufige Haushalt ist ein Kompromiss zwischen den USA, der Europäischen Union und den Entwicklungsländern. Amerikaner und Europäer werfen den UN mangelnden Reformwillen vor. Der jetzt gefasste Beschluss soll den Reformprozess beschleunigen. Es ist das erste Mal in der UN-Geschichte, dass der Haushalt nur unter Auflagen bewilligt wurde.

BERLIN: Union und SPD haben den von Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgehandelten Finanzkompromiss beim EU-Gipfel verteidigt. Durch die Erweiterung der Europäischen Union um zehn meist weniger wohlhabende Länder sei eine neue Situation eingetreten, sagte CSU-Vize Ingo Friedrich der 'Berliner Zeitung'. Deswegen sei klar, dass die großen Mitgliedsländer der alten EU mehr zahlen müssten. Wichtig sei, dass jetzt auch Frankreich und Großbritannien stärker herangezogen würden. SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler sagte der Zeitung, Deutschland sei der eigentliche Gewinner der europäischen Einigung.- Die Bundesregierung hatte am Freitag eingeräumt, dass der deutsche Nettobeitrag an die EU durch den Finanzkompromiss um rund zwei auf jetzt 10,4 Milliarden Euro steigt.

BERLIN: In den westdeutschen Bundesländern wächst der Widerstand gegen einen Finanzausgleich für gekürzte EU-Fördermittel für den Osten. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck sagte der Zeitung 'Welt am Sonntag', die westdeutschen Länder könnten diesen Verlust nicht ausgleichen. In fast jedem alten Bundesland gebe es inzwischen Regionen, die ebenso wie der Osten von Arbeitslosigkeit betroffen seien. Ähnlich argumentierten das Saarland und Nordrhein-Westfalen. Bremen und Baden-Württemberg hatten sich bereits in der vergangenen Woche gegen Ausgleichszahlungen ausgesprochen.- Die Ministerpräsidenten Bayerns und Mecklenburg-Vorpommerns, Edmund Stoiber und Harald Ringstorff erklärten, der Bund müsse die Defizite ausgegleichen.

TEL AVIV: Israel erwägt die Einrichtung einer unbewohnten Pufferzone im nördlichen Gazastreifen als Maßnahme gegen den von dort ausgehenden palästinensischen Beschuss mit Raketen. Wenn solche Angriffe auf israelisches Kernland andauerten, werde die Regierung dafür sorgen, dass sich in jenen Gebieten nichts mehr bewege, sagte ein Berater von Ariel Scharon. Der Gazastreifen sei von Israel nicht geräumt worden, damit er in Stützpunkte zum Abfeuern von Raketen verwandelt werde, erklärte Raanan Gissin. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat warnte davor, dass eine solche Maßnahme der Israelis nur zu mehr Gewalt, Extremismus und Blutvergießen führen würde.

KAIRO: Der ägyptische Oppositionsführer Aiman Nur ist zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ihm war Dokumentenfälschung bei der Bildung seiner liberalen Partei "Ghad" vorgeworfen worden. Im Gerichtssaal in Kairo und auf den Straßen kam es zu Protesten. Im September war Nur wichtigster Gegenkandidat von Präsident Hosni Mubarak gewesen, der die Wahl erwartungsgemäß gewonnen hatte. - Nur war Anfang Dezember während seiner Untersuchungshaft aus Protest gegen die Haftbedingungen in einen Hungerstreik getreten.

BAKU: Beim Absturz eines Passagierflugzeugs in Aserbaidschan sind offenbar alle 23 Insassen ums Leben gekommen. Helfer fanden inzwischen das Wrack der Maschine nordöstlich der Hauptstadt Baku am Ufer des Kaspischen Meeres. Die Antonow-142 war in der Nacht zum Samstag kurz nach dem Start in Baku von den Radarschirmen verschwunden. Das Flugzeug der der Gesellschaft Azal befand sich auf dem Weg nach Aktau in Kasachstan. Die Ursache des Unglücks ist noch unklar.

BERLIN: Die Europäische Union hat die umstrittenen Millionen-Hilfen für Schlachttiertransporte gestrichen. Ausnahmen bleiben Zuchttiere. Nach Angaben des deutschen Tierschutzbundes wurden bislang jährlich mehr als 200.000 Rinder unter schlimmen Bedingungen aus den EU-Staaten bis in den Nahen Osten transportiert. Landwirtschafts- Minister Horst Seehofer begrüßte die Entscheidung.

MOSKAU: Die Internationale Raumstation -ISS- ist erfolgreich mit Nachschub versorgt worden. Ein unbemanntes russisches Transportraumschiff brachte 2,5 Tonnen Versorgungsgüter und Weihnachtsgeschenke für die Besatzung. Das Andockmanöver verlief problemlos. An Bord der ISS umkreisen seit drei Monaten ein russischer und ein amerikanischer Astronaut die Erde. Sie haben die Hälfte ihres sechsmonatigen Aufenthalts hinter sich.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden meist stark bewölkt und gelegentlich etwas Regen, ab etwa 800 Metern Schnee. Südlich des Mains meist trocken. Höchstwerte Null bis neun Grad.

Am Vormittag meldeten bei bedecktem Himmel:

Hamburg: 8°; Berlin: 7° und etwas Regen; Dresden und Frankfurt am Main: 5°, bedeckt; Köln/Bonn: 8°, und München: 1°.