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Nachrichten

Samstag, 23. Mai 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Vor der Wahl des Bundespräsidenten sind Politiker aller Parteien zu einer ökumenischen Morgenandacht in der St.-Hedwigs-Kathedrale zusammengekommen. Unter ihnen auch Amtsinhaber Horst Köhler und seine SPD-Herausforderin Gesine Schwan. Nach Sitzungen der Fraktionen tritt dann im Reichstag die aus 1.224 Delegierten bestehende Bundesversammlung zusammen, um das Staatsoberhaupt zu wählen. Favorit ist Horst Köhler, der von CDU/CSU, FDP und Freien Wählern unterstützt wird. Diese haben in der Versammlung eine knappe Mehrheit. Schwan wird von der SPD und den Grünen unterstützt. Sie hofft zudem auf die Stimmen der Linkspartei, die aber zunächst mit dem Schauspieler Peter Sodann einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt. In den ersten beiden Wahlgängen ist die absolute Mehrheit erforderlich, in einem dritten Wahlgang reicht die relative Mehrheit.

BERLIN: Der Autozulieferer Magna fordert nach einem Medienbericht für die Übernahme von Opel weitere staatliche Hilfen. Neben einer Bürgschaft über 4,5 Milliarden Euro solle der Bund auch die Pensionslasten zumindest teilweise übernehmen, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Das gehe aus dem Übernahmekonzept des Konzerns hervor. Magna wolle mit der Bundesregierung, der Opel-Mutter General Motors und dem Pensionssicherungsverein zusammenarbeiten, um eine akzeptable Lösung zu finden. Der Autozulieferer will alle vier Opel-Standorte in Deutschland erhalten, aber 2.500 Stellen abbauen. Im Bieter-Wettstreit um Opel hatte sich am Freitag bei der Bundesregierung und den Ländern mit Opel-Standorten eine Präferenz für Magna abgezeichnet. Mitbieter sind der italienische Fiat-Konzern und der US-Finanzinvestor Ripplewood.

SEOUL: Der in einen Korruptionsskandal verwickelte südkoreanische Ex-Präsident Roh Moo Hyun hat sich offenbar das Leben genommen. Ein früherer Mitarbeiter sagte, der 62-Jährige sei während einer Bergwanderung von einem Felsen gesprungen. Er habe zuvor einen Abschiedsbrief hinterlassen. Während seiner Amtszeit von 2003 bis 2008 betrieb Roh eine sogenannte Sonnenschein-Politik gegenüber dem kommunistischen Nordkorea, wobei er einen Dialog suchte und auf Kritik im Wesentlichen verzichtete. Vor wenigen Wochen war er von der Staatsanwaltschaft vernommen worden. Dabei sollte geklärt werden, ob Roh in seiner Amtszeit Millionen Dollar von einem Geschäftsmann erhalten oder zumindest von Geldzuwendungen an seine Familie gewusst habe.

SEOUL: Die Europäische Union und Südkorea wollen ihre Beziehungen zu einer strategischen Partnerschaft ausbauen. Darauf einigten sich beide Seiten bei einem Gipfeltreffen in Seoul. Ziel sei, die seit Jahren geltenden Rahmendbedingungen für Handel und Zusammenarbeit zu einem Freihandelsabkommen zu entwickeln, heißt es in einer Erklärung. Vorausgegangen waren Gespräche des amtierenden EU-Ratspräsidenten Vaclav Klaus und Kommissionspräsident José Manuel Barroso mit dem südkoreanischen Staatschef Lee Myung Bak. Die EU ist nach China der zweitgrößte Handelspartner für Südkorea.

COLOMBO: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat in Sri Lanka erneut einen ungehinderten Zugang für Hilfsorganisationen gefordert. Nach dem Ende des Bürgerkrieges sei die Versorgung der Zivilbevölkerung in den früheren Kampfgebieten vorrangig, sagte Ban. Mit einem Besuch der Flüchtlingslager im Norden der Inselrepublik wollte er sich ein Bild von der Lage nach dem Krieg gegen die Tamilen-Rebellen machen. Rund 300.000 Zivilisten waren in den letzten Wochen vor den Kämpfen geflüchtet. Während seines Aufenthalts in dem südostasiatischen Land ist auch ein Treffen mit der Regierung in Colombo geplant. Bei seiner Ankunft am Vortag hatte Ban an Präsident Mahinda Rajapakse appelliert, einen Dialog aufzunehmen und sich für eine Aussöhnung mit der tamilischen Minderheit in Sri Lanka einzusetzen.

KATHMANDU: Bei einem Bombenanschlag in Nepal sind mindestens zwei Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Nach Angaben der Polizei war der Sprengsatz während eines Gottesdienstes in einer Kirche südlich von Kathmandu explodiert. Die Regierung machte Hindu-Extremisten für den Anschlag verantwortlich. Im Parlament wird an diesem Sonnabend ein neuer Ministerpräsident gewählt. Vor drei Wochen war der maoistische Regierungschef Prachanda wegen eines Streits über die Entlassung des Armeechefs zurückgetreten. Zuvor hatten die maoistischen Rebellen einen jahrzehntelangen Kampf gegen die über 200 Jahre alte Hindu-Monarchie geführt, die 2006 zu Ende ging.

WASHINGTON: Für die Kreditkartenbranche in den USA gelten demnächst strengere Auflagen. US-Präsident Barack Obama unterzeichnete ein Gesetz, das Verbraucher vor willkürlichen Gebührenerhöhungen schützen soll. Viele Finanzunternehmen hatten dagegen protestiert, im Kongress fand das Gesetz aber breite Zustimmung. Obama rief die Verbraucher auf, nicht mehr zu kaufen, als sie bezahlen könnten. In den USA besitzen fast 80 Prozent der Bürger Kreditkarten, die Hälfte von ihnen hat Schulden von durchschnittlich mehr als 7.000 Dollar.

WASHINGTON: Die USA haben Kuba eine Wiederaufnahme der Gespräche über Einwanderungsfragen angeboten. Bei den Treffen sollten die jüngsten Tendenzen bei der illegalen Einwanderung von Kubanern in die USA erörtert werden, sagte ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums. Ziel müsse eine "legale und geordnete Migration" sein. Die Einwanderungsgespräche mit Kuba waren Ende 2003 vom damaligen US-Präsidenten George W. Bush ausgesetzt worden. Die neue Regierung von Präsident Barack Obama setzt dagegen auf eine Entspannung in den Beziehungen zu dem kommunistischen Staat. - Obama hob bereits für kubanisch-stämmige US-Bürger die strikten Auflagen für Reisen und Geldtransfers nach Kuba auf. Das seit knapp fünf Jahrzehnten bestehende US-Embargo gegen Kuba besteht allerdings weiter.

OSNABRÜCK: Der Deutsche Städtetag hat vor weiteren Streiks der Erzieherinnen und Sozialarbeiter an den kommunalen Kindertagesstätten vor den für Mittwoch angesetzten Tarifverhandlungen gewarnt. Es sei kontraproduktiv, die seit langen geplanten Gespräche durch Arbeitskampfmaßnahmen aufzuheizen, sagte Städtetagspräsidentin Petra Roth der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Außerdem seien die Arbeitgeber bereit, über die Hauptforderungen der Gewerkschaften nach einem Gesundheitstarifvertrag und besseren Arbeitsbedingungen zu reden. Allerdings müssten die Kommunen derzeit den Ausbau der Betreuung für Kleinkinder bewältigen und hätten mit deutlich sinkenden Steuereinnahmen zu kämpfen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Freundlich und weitgehend trocken, erst gegen Abend von Westen her mehr Wolken und gebietsweise etwas Regen. Höchstwerte 20 bis 28 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 12°; leicht bewölkt;
Berlin: 12°, wolkig;
Dresden: 11°, stark bewölkt;
Köln/Bonn: 14°, wolkenlos
Frankfurt am Main: 16°, wolkenlos und
München: 16°, fast wolkenlos

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