1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Samstag, 23. Dezember 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

KHARTUM: Der Sudan hat seine Zustimmung zu UN-Plänen signalisiert, die zur Befriedung der Krisenprovinz Darfur beitragen sollen. Nach Angaben des Außenministerium in Khartum ist die sudanesische Führung grundsätzlich bereit, dass die von der Afrikanischen Union gestellte Friedenstruppe mit UN-Soldaten aufgestockt wird. Voraussetzung sei, dass die Truppe auch weiterhin unter dem Kommando der Afrikanischen Union stehe. Dem Bürgerkrieg in Darfur sind in den vergangenen Jahren schon mehr als 200.000 Menschen zum Opfer gefallen. Die rund 7.000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union konnte die Gewalt nicht stoppen.

KÖLN: Nach gut viermonatigem Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo sind auch die letzten Bundeswehr-Soldaten nach Deutschland zurückgekehrt. 83 Soldaten landeten auf dem Köln-Bonner Flughafen. Damit sind alle 780 deutschen Soldaten wieder aus Afrika heimgekehrt. Sie hatten sich an einem Einsatz der Europäischen Union zur Absicherung der ersten freien Wahlen im Kongo seit mehr als 40 Jahren beteiligt. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hatte zugesichert, dass alle Soldaten bis Weihnachten zu Hause zurück sein werden. Der Leiter des deutschen Kontingents, Flotillenadmiral Henning Bess, äußerte sich zuversichtlich, dass es auch nach dem Abzug der Bundeswehr im Kongo ruhig bleiben werde. Er sagte, sein Eindruck sei, dass die Menschen ein Bedürfnis nach Ruhe und Stabilität hätten.

BERLIN: Der mögliche Einsatz deutscher Tornado-Aufklärungsflugzeuge über Afghanistan stößt zunehmend auf Widerstand. Ein Sprecher des Bundeswehr-Verbandes sagte, es sei zu befürchten, dass die Deutschen dann auch im Süden Afghanistans tätig werden müssten. Tornado-Aufklärer seien in die dortige Operationsführung der Briten und Amerikaner einzubinden. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer sagte in einem Zeitungsinterview, ein solcher Einsatz sei derzeit kein Thema. Die deutsche Politik solle sich nicht von NATO-Generälen in Aufruhr versetzen lassen. Dem Vernehmen nach will die Bundesregierung im Januar ihre Entscheidung fällen. Noch ist unklar, ob es eine Abstimmung darüber im Bundestag gibt.

NEW YORK: Im Konflikt um das iranische Atomprogramm hat sich der Weltsicherheitsrat auf weitere Änderungen am europäischen Resolutionsentwurf verständigt. Russland hatte nach Angaben seines UN-Botschafters Witali Tschurkin darauf bestanden, dass im Mittelpunkt der Resolution die Wiederaufnahme von Verhandlungen und nicht die Bestrafung Teherans stehe. Sanktionen gegen den Iran sollten sich darauf konzentrieren, die Weiterverbreitung von Material zu unterbinden, das zur Herstellung von Atomwaffen benutzt werden könnte, sagte Tschurkin. Voraussichtlich an diesem Samstag will der Sicherheitsrat über den Resolutionsentwurf abstimmen.

BRÜSSEL: Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hat sich optimistisch gezeigt, dass die jüngste Waffenruhe in den palästinensischen Autonomiegebieten eingehalten wird. Solana sagte der Zeitung "Die Welt", die Palästinenser müssten einsehen, dass sie nichts erreichen würden, wenn sie sich gegenseitig bekämpften. Angesichts des Machtkampfs zwischen rivalisierenden Palästinenserorganisationen stellte sich der EU-Beauftragte hinter Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und dessen Bemühungen, eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden. Derweil beschloss das so genannte Nahost-Quartett, notleidende Palästinenser für weitere drei Monate finanziell zu unterstützen. Das teilte das US-Außenministerium in Washington mit.

BRÜSSEL: EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sieht in der zunehmenden Medienmacht des Energieriesen Gazprom eine Gefahr für die Demokratie in Russland. Barroso sagte der Zeitung "Bild am Sonntag", es sei zwar nichts einzuwenden, wenn sich ein Konzern für Medien interessiere. Ein Problem entstehe aber, wenn es sich wie bei Gazprom um einen Staatsmonopolisten handele. Die Kontrollfunktion der Medien gegenüber dem Staat dürfe nicht geschwächt werden. Ausdrücklich forderte Barroso die Europäer auf, für mehr Demokratie in Russland einzutreten. Sie dürften auf keinen Fall menschenrechtliche Standards wirtschaftlichen Interessen opfern.

MÜNCHEN: Wegen der Spitzelaffäre in Bayern wächst der Druck auf den Ministerpräsidenten und CSU-Chef Edmund Stoiber. Wie die 'Süddeutsche Zeitung' berichtet, werden in der Partei Stimmen lauter, wonach der Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2008 per Mitgliederbefragung festgelegt werden soll. Die Affäre ausgelöst hatten Vorwürfe der Fürther Landrätin und CSU-Politikerin Gabriele Pauli, ihr Privatleben sei von Mitarbeitern des Ministerpräsidenten ausgeforscht worden. Stoiber hatte daraufhin am Freitag seinen Büroleiter Michael Höhenberger auf dessen eigenen Wunsch hin entlassen. CAPE CANAVERAL: Die US-Raumfähre Discovery mit dem deutschen Astronauten Thomas Reiter an Bord ist sicher im US-Bundesstaat Florida gelandet. Die Fähre setzte mit 90-minütiger witterungsbedingter Verspätung auf der Piste des Weltraumzentrums Cape Canaveral auf. Die Besatzung der Discovery hatte während ihres 13-tägigen Weltraumeinsatzes Anbauten an der Internationalen Raumstation ISS vorgenommen. Reiter hatte knapp sechs Monate auf der ISS verbracht. Er wird in den kommenden Tagen medizinisch untersucht und soll in drei bis vier Wochen nach Deutschland zurückkehren.

LONDON: Auch an diesem Samstag fallen wegen des dichten Nebels am Londoner Flughafen Heathrow viele Flüge aus. Die Fluggesellschaft British Airways sagte 46 Verbindungen ab. Dies sind jedoch deutlich weniger als in den Tagen zuvor. Wegen des zähen Nebels waren seit Mittwoch mehr als 800 Flüge ausgefallen. - Auf dem Flughafen von Denver im US-Staat Colorado beginnt sich der Luftverkehr wieder zu normalisieren. Nach zweitägigem Schneechaos starteten erste Maschinen. Es dürfte aber noch Tage dauern, bis der Rückstau von tausenden Passagieren behoben ist.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet neblig-trüb, nur im Süden kommt vereinzelt die Sonne durch. Höchstwerte zwischen null und zehn Grad.

Audio und Video zum Thema