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Nachrichten

Samstag, 22. März 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Wegen der blutigen Unruhen in Tibet hat der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, mit einem Olympia-Boykott gedroht. Die Regierung in Peking müsse unverzüglich mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter, dem Dalai Lama, verhandeln, forderte Pöttering in einem Zeitungsinterview. Blieben Signale der Verständigung aus, seien Boykottmaßnahmen gerechtfertigt. Außerdem stellte er die Entwicklungszusamenarbeit mit China in Frage. Für Mittwoch kündigte Pöttering eine Sondersitzung des Europäischen Parlaments über die Lage in Tibet an. Die EU-Staaten forderte er zur geschlossenen Verteidigung der Menschenrechte in Tibet auf. - Bei den Demonstrationen sind nach neuesten offiziellen Angaben bislang 18 Zivilisten und ein Polizist ums Leben gekommen. Das meldet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die regionalen Behörden. Mehr als 600 Menschen seien verletzt worden.

TAIPEH: Bei der Präsidentenwahl in Taiwan zeichnet sich ein Sieg des Oppositionskandidaten Ma Ying Jeou ab. Wie das Fernsehen in Taipeh nach Auszählung der Hälfte aller Stimmen berichtete, liegt der Kandidat der Kuomintang-Partei 17 Prozentpunkte vor seinem Konkurrenten Frank Hsieh von der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP). Beide hatten sich im Wahlkampf für bessere Beziehungen zu China ausgesprochen. Die Volksrepublik betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz. Insgesamt waren rund 17 Millionen Taiwaner aufgerufen, über die Nachfolge von Staatschef Chen Shui Bian zu entscheiden, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte.

ROM: Vor tausenden Gläubigen wird an diesem Samstag die nächtliche Osterwache im Petersdom gehalten. Die Feier wird von Papst Benedikt XVI. zelebriert. Im Verlauf der Messe wird in der Vorhalle das Osterlicht entzündet und in den Petersdom gebracht. Die Kerze erleuchtet die bis dahin im Halbdunkel liegende Basilika und soll die Auferstehung Jesu von den Toten symbolisieren. In der Nacht hatten zehntausende Menschen bei strömendem Regen am Kolosseum in Rom den traditionellen Karfreitags-Kreuzweg verfolgt. - In der Altstadt von Jerusalem hatten zuvor Tausende von Pilgern entlang der 'Via Dolorosa' den Leidensweg Jesu abgeschritten.

MOSKAU: In Russland sind innerhalb eines Tages zwei Journalisten ermordet worden. In der russischen Teilrepublik Dagestan wurde der Chef der staatlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt, Gadschi Abaschilow, erschossen. Die Täter konnten unerkannt flüchten. Zu der Bluttat kam es in Machatschkala, der Hauptstadt der Kaukasus-Republik. Zuvor war in Moskau der Journalist Iljas Schurpajew in seiner Wohnung erdrosselt worden. Er stammte aus Dagestan und hatte als Reporter des staatlichen Fernsehsenders Kanal 1 vor allem aus der Unruheregion berichtet. Kurz vor seinem Tod beklagte der 32-Jährige zunehmenden Druck auf seine Berichterstattung von außen. Über die Hintergründe beider Taten ist bisher nichts bekannt.

WASHINGTON: Nach der unbefugten Einsichtnahme in Passdaten von US-Präsidentschaftsbewerbern hat der Demokrat Barack Obama eine parlamentarische Untersuchung gefordert. Eine lediglich interne Prüfung der Vorgänge im Außenministerium reiche nicht aus, sagte er. Am Freitag war bekannt geworden, dass Mitarbeiter des Ministeriums ohne die erforderliche Berechtigung Einsicht in Passunterlagen von Obama und Hillary Clinton sowie des Republikaners John McCain genommen hatten. Zwei Mitarbeiter wurden daraufhin entlassen.

LONDON: Frankreich will einem Zeitungsbericht zufolge etwa 1.000 weitere Soldaten nach Afghanistan schicken, um den NATO-Einsatz zu unterstützen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy wolle damit sein Engagement im Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban unterstreichen, berichtet die britische Tageszeitung "The Times" unter Berufung auf hochrangige Vertreter des Verteidigungsministeriums in London. Französische Diplomaten betonten, dass die Entscheidung noch nicht endgültig getroffen sei. Sarkozy wolle dies dem britischen Premierminister Gordon Brown bei seinem Staatsbesuch in London kommende Woche mitteilen. Eine öffentliche Ankündigung soll es jedoch erst im April beim NATO-Gipfel in Bukarest geben.

BRÜSSEL / WASHINGTON: Die Europäische Union und die USA haben die Wiederaufnahme der Gespräche über eine mögliche Vereinigung der geteilten Mittelmeerinsel Zypern begrüßt. Vor allem die angekündigte Öffnung der Ledra-Straße im Zentrum Nikosias sei ein Schritt mit hohem Symbolwert, verlautete aus Brüssel. Die Regierung in Washington nannte die Initiative des neuen Präsidenten der Republik Zypern, Demetris Christofias, und des Führers der türkischen Nord-Zyprer, Mehmed Ali Talat, ermutigend. Die beiden hatten in Nikosia vereinbart, bald wieder formelle Verhandlungen aufzunehmen. Zypern ist seit einem Staatsstreich griechisch-zyprischer Nationalisten und einer anschließenden türkischen Militärintervention seit 1974 geteilt.

COLOMBO: Im Bürgerkrieg auf Sri Lanka haben tamilische Rebellen ein Schnellboot der Marine versenkt. Zehn der 16 Besatzungsmitglieder wurden zunächst vermisst. Nach Angaben der Armee fuhr das Patrouillenboot vor der Nordostküste auf eine Mine der Aufständischen. Die Rebellen erklärten dagegen im Internet, ein Selbstmordkommando habe das Boot angegriffen. Dabei seien drei Tamilen ums Leben gekommen. - Im Bezirk Mannar fuhr ein Bus ebenfalls auf eine Mine der Rebellen. Dabei wurden zwei Soldaten getötet und sechs weitere verletzt.

FRANKFURT AM MAIN: Mit Demonstrationen in zahlreichen Städten setzt die Friedensbewegung ihre traditionellen Ostermärsche fort. Die Aktionen stehen im Zeichen des fünften Jahrestages des Irak-Krieges. Sie richten sich zudem gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. In Nordrhein-Westfalen beginnt der dreitägige Ostermarsch Ruhr, der von Duisburg nach Dortmund führt. Dort ist am Ostermontag eine große Abschlusskundgebung geplant.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich der Donau teils heiter und nur vereinzelt Schauer, sonst viele Wolken und verbreitet Regen-, Schnee- und Graupelschauer. Schneefallgrenze im Tagesverlauf bis ins Flachland sinkend. Höchstwerte zwei bis sieben Grad Celsius.

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