1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Samstag, 22. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

JERUSALEM: Israel hat tausende zusätzliche Soldaten mobilisiert und so die Drohung einer möglichen Bodenoffensive gegen den Libanon unterstrichen. Rund 3.000 Reservisten wurden an der Grenze zusammengezogen. Ein Armeesprecher bestätigte, dass seit Tagen kleinere Einheiten im Libanon aktiv seien. UN-Generalsekretär Kofi Annan warnte vor einem Einmarsch. Dies würde eine ernste Eskalation darstellen, weil es den Widerstand der Gegenseite verstärken würde, sagte Annan. Bei neuen israelischen Luftangriffen im Libanon starben mindestens sechs Zivilisten. Die Luftwaffe zerstörte die höchste Brücke im Nahen Osten, die sich auf 70 Meter hohen Pfeilern über das Bekaa-Tal spannt. Derweil debattierte der Weltsicherheitsrat kontrovers über die Lage.

BERLIN: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist zu einer Reise in den Nahen Osten aufgebrochen. Steinmeier will in Gesprächen in Ägypten, Israel und den Palästinensergebieten die Chancen für eine Waffenruhe in der Region ausloten. Höchste Priorität habe eine Beruhigung der Lage, sagte der SPD-Politiker vor dem Abflug. Die Lage der Menschen im Libanon sei alarmierend. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, Deutschland habe in dem Konflikt keine Vermittlungsrolle im klassischen Sinn. Deutschland leiste aber einen Beitrag dazu, dass die internationale Staatengemeinschaft möglichst gemeinsam agiere. Erstes Reiseziel Steinmeiers ist Ägypten, wo er mit dem ägyptischen Außenminister Abul Gheit zusammentreffen wird.- US-Außenministerin Condoleezza Rice reist am Sonntag in die Region.

NEW YORK: Israel will die Einfuhr von Hilfsgütern in den Libanon erleichtern. Wie der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman in New York mitteilte, soll ein Korridor eingerichtet werden, auf dem Nahrungsmittel, Medizin und andere lebenswichtige Güter transportiert werden könnten. Die Vereinten Nationen hatten zuvor an Israel appelliert, die Lieferung von Hilfsgütern in das Krisengebiet sicherzustellen. Im Süden Libanons sollen tausende Menschen von jeglicher Versorgung abgeschnitten sein, unter ihnen auch etwa 50 Deutsche. Der größte Teil der deutschen Staatsbürger im Libanon hat das Land inzwischen verlassen.

KABUL: Bei einer Militäroffensive im Süden Afghanistans haben niederländische Soldaten nach eigenen Angaben 18 Taliban-Kämpfer getötet. Wie Stabschef Dick Berlijn mitteilte, war es in der Provinz Urusgan in den vergangenen zehn Tagen zu heftigen Kämpfen mit Aufständischen gekommen. Die Niederlande haben im Rahmen der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe bis zu 500 Soldaten in Urusgan stationiert, das an die Unruheprovinzen Helmand und Kandahar grenzt.

WASHINGTON: Die Gläubigerstaaten Afghanistans haben dem Land weitere Schulden in Höhe von mehr als zehn Milliarden Dollar erlassen. Das teilte das US-Außenministerium in Washington mit. Die USA, Russland und Deutschland hatten Afghanistan im Januar einen vollständigen Schuldenerlass zugesagt.

CORDOBA: Die südamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur fordert, dass Venezuela einen Sitz im Weltsicherheitsrat erhält. Das Land könnte zum nötigen Gleichgewicht im höchsten UN-Gremium beitragen, erklärten die Präsidenten der Mercosur-Staaten zum Abschluss ihres Gipfels im argentinischen Cordoba. Venezuelas Staatschef Hugo Chavez sagte, er wolle im Sicherheitrat den 'imperialistischen Einfluss' der USA zurückdrängen. - Der Mercosur ist der größte südamerikanische Handelsblock. Ihm gehören Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela an.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Kofi Annan hat zu fairen und transparenten Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo aufgerufen. Er reagierte damit auf Berichte über Einschüchterung und Gewalt bei Wahlkampfveranstaltungen im Kongo. Annan betonte, die Wahlen am 30. Juli seien ein Symbol der Hoffnung für ganz Afrika. Zugleich bekräftigte er das Versprechen der Vereinten Nationen, zu Frieden und einer demokratischen Entwicklung des zentralafrikanischen Landes beizutragen.

BAIDOA: Die USA haben Äthiopien aufgerufen, sich vom Nachbarstaat Somalia nicht provozieren zu lassen. Vize-Außenministerin Jendayi Frazer sagte, die Hardliner in der radikalen somalischen Bewegung 'Islamische Gerichte' wollten offenkundig ihr Einflussgebiet ausdehnen. Sie hoffe aber, dass der moderate Flügel der Gruppierung sich durchsetzen werde. Nach Berichten von Augenzeugen sind äthiopische Truppen bereits auf somalisches Gebiet vorgedrungen. Äthiopien und die somalische Übergangsregierung in Baidoa bestreiten dies. Äthiopien hat zugesichert, die Übergangsregierung bei einem Angriff der somalischen Islamisten zu unterstützen.

BERLIN: Der Verzicht des CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen auf das gleichzeitige Amt des Hauptgeschäftsführers des Bundesverbandes der Deutschen Industrie ist von seiner Partei und der Opposition begrüßt worden. CDU-Fraktionschef Volker Kauder sagte, er werde Röttgen bitten, weiter als Parlamentarischer Geschäftsführer tätig zu bleiben. Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle äußerte Respekt. Röttgen habe einsehen müssen, dass beide Tätigkeiten nicht miteinander vereinbar seien. Der CDU-Politiker hatte am Freitag nach wochenlanger Kritik auf den BDI-Posten verzichtet. Er wolle sein Bundestagsmandat nicht aufgeben, weil er sich seinen Wählern verpflichtet fühle, sagte Röttgen.

LOS ANGELES: Der US-Schauspieler Jack Warden ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus in New York. Das teilte sein Management in Los Angeles mit. Warden wurde in den fünfziger Jahren mit Filmen wie "Verdammt in alle Ewigkeit", "Die zwölf Geschworenen" und "Die Unbestechlichen" bekannt. Er wurde zwei Mal für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert, 1975 für "Shampoo" und drei Jahre später für "Der Himmel soll warten".

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: An der Nordsee wolkig, sonst meist sonnig. Später im Westen und Süden aufkommende gewittrige Schauer. Höchstwerte an den Küsten bis 29, sonst bis 36 Grad.

Am Vormittag meldeten bei meist nur leichter Bewölkung:

Hamburg: 18°, und Nebel; Berlin, Dresden und München: 23°, fast wolkenlos; Köln/Bonn: 25°, sowie Frankfurt am Main: 27°.

Audio und Video zum Thema