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Nachrichten

Samstag, 22. August 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: Die Präsidenten- und Provinzwahl in Afghanistan ist nach vorläufigen Erkenntnissen der EU-Wahlbeobachtermission im Allgemeinen gut und fair verlaufen. In einigen Landesteilen sei die Abstimmung allerdings durch Gewalt und Einschüchterung nicht frei gewesen, sagte der Leiter der Mission, der Franzose Philippe Morillon, vor Journalisten in Kabul. Die Europäische Union hatte die Wahl vom Donnerstag mit rund 120 Beobachtern überwacht. Erste vorläufige Ergebnisse sollen ab kommendem Dienstag bekanntgegeben werden. Bei der Präsidentenwahl beanspruchten sowohl Amtsinhaber Hamid Karsai als auch sein stärkster Herausforderer, der Ex-Minister Abdullah Abdullah bereits den Sieg für sich. Die EU-Kommission in Brüssel sowie die G8-Staatengruppe mahnten jedoch zu Zurückhaltung.

TRIPOLIS: In Libyen hat Machthaber Muammar Gaddafi den freigelassenen Lockerbie-Attentäter Abdel Basset Al-Megrahi empfangen. Dabei begrüßte er die Begnadigung des schwer krebskranken 57-Jährigen durch die schottische Regierung. Die Freilassung war vor allem in Großbritannien und den USA auf heftige Kritik gestoßen. Die begeisterte Begrüßung Al-Megrahis bei seiner Rückkehr auf dem Flughafen in Tripolis durch mehrere hundert Landsleute war von Washington als "empörend" und "widerlich" bezeichnet worden. Das Londoner Außenministerium wies Erklärungen eines Sohns von Gaddafi zurück, der Fall habe bei Öl- oder Gasgeschäften mit Großbritannien eine Rolle gespielt. Bei dem Bombenanschlag auf eine Maschine der US-Linie PanAm über dem schottischen Lockerbie waren 1988 270 Menschen ums Leben gekommen.

SEOUL: Erstmals nach fast zwei Jahren haben sich ranghohe Vertreter Nord- und Südkoreas wieder zu bilateralen Gesprächen getroffen. Der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Hyun In Taek und der nordkoreanische Geheimdienstchef Kim Yang Kon, der für innerkoreanische Angelegenheiten zuständig ist, sprachen knapp anderthalb Stunden in Seoul miteinander. Die nordkoreanische Delegation war angereist, um dem früheren südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung die letzte Ehre zu erweisen. Seine Politik hatte zu einer beispiellosen Annäherung der beiden koreanischen Staaten geführt. Gespräche zwischen dem kommunistischen Norden und dem demokratischen Süden hatte es zuletzt Ende 2007 gegeben, damals noch unter dem südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun. Unter dessen konservativem Nachfolger Lee Myung Bak haben sich die Beziehungen deutlich abgekühlt.

DETROIT: In der Hängepartie um den Verkauf von Opel hat sich der General Motors Verwaltungsrat bei einem Treffen nicht auf eine Empfehlung für einen der Kaufinteressenten festlegen wollen. Von der Bundesregierung, so verlautete, wünsche man weitere Details über die zugesagten Staatshilfen und die deutschen Präferenzen für den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna. Im Rennen ist auch noch der Finanzinvestor RHJ International aus Belgien. Das "Wall Street Journal" berichtete von Forderungen im GM-Verwaltungsrat, das Angebot von RHJ ernsthafter zu prüfen. Der Opel-Betriebsrat verlangte eine schnelle Entscheidung vom GM-Mutterkonzern. Nur so könne die Zukunft für Opel und die rund 54.000 Beschäftigten in Europa gesichert werden, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz in RüsseIsheim.

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat davor gewarnt, Bonuszahlungen für Bankmanager gesetzlich zu begrenzen. Er sehe es zwar kritisch, dass sich manche Manager "völlig hemmungslos" bedienten, sagte der CSU-Politiker dem "Hamburger Abendblatt". Doch sei bei Bonuszahlungen vieles international verflochten - und dies könne mit nationalen Regelungen nicht beeinflusst werden. Guttenberg widersprach damit auch Parteifreunden wie CSU-Chef Horst Seehofer und dem Parlamentarischen Geschäftsführer der Unionsfraktion, Norbert Röttgen. Sie hatten zuvor eine gesetzliche Begrenzung von Bonuszahlungen angeregt.

WASHINGTON: Auch die US-Regierung rechnet angesichts der schlechten Wirtschaftsentwicklung jetzt mit einem um zwei Billionen Dollar höheren Etatdefizit für die nächsten zehn Jahre. Die korrigierte Prognose des Präsidialamts, die am Dienstag veröffentlicht werden soll, gehe von Staatsschulden von neun Billionen Dollar aus, meldeten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf hochrangige Beamte. Die neue Schätzung dürfte den Kritikern von Präsident Barack Obama neue Munition liefern, die dessen geplante Ausgaben etwa für die Reform des Gesundheitssystems oder die Energiepolitik angesichts der gigantischen Verschuldung für zu hoch halten. -- Im laufenden Haushaltsjahr, das am 30. September endet, erwartet das Weiße Haus einen Fehlbetrag von 1,6 Billionen Dollar.

MÜNCHEN: Der Frachter "Arctic Sea" war nach Informationen der Süddeutschen Zeitung nie verschollen. Wie das Blatt schreibt, hat die NATO immer gewusst, wo sich der Frachter befand. Unter Berufung auf NATO-Kreise heißt es, die russische Regierung habe jedoch von Anfang an darauf bestanden, das Problem selbst zu lösen. Russlands NATO-Botschafter Dmitri Rogosin hatte kürzlich eingestanden, gezielt Falschinformationen gestreut zu haben, um die Rettung der 15 russischen Seeleute an Bord nicht zu gefährden. Zurückgewiesen wurden von der Regierung in Moskau Berichte, der Frachter habe etwas mit Waffenschmuggel zu tun.

KOUROU: Eine europäische Ariane-Rakete hat erfolgreich zwei Telekommunikationssatelliten ins All gebracht. Die Trägerrakete startete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Arianespace war es der vierte von sieben geplanten Starts in diesem Jahr. Die Ariane ist die einzige kommerzielle Rakete, die gleichzeitig mehrere Satelliten im Weltraum positionieren kann. Im Mai hatte sie das bislang größte Weltraumteleskop "Herschel" ins All gebracht, das gemeinsam mit dem kleineren Schwestergerät "Planck" das Universum erkunden soll.

BERLIN: Die Bundesregierung lädt die Bürger an diesem Wochenende wieder zum Tag der offenen Tür. Unter dem Motto "Einladung zum Staatsbesuch" können das Kanzleramt und die 14 Ministerien besichtigt werden. Auf dem Programm stehen neben Führungen auch Diskussionen mit den Kabinettsmitgliedern. So werden sich am Sonntag unter anderen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier den Fragen der Besucher stellen. An beiden Tagen werden insgesamt mehr als 100.000 Bürger erwartet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Ein freundlicher Mix aus Sonne und Wolken. Im Norden und am Alpenrand gelegentlich Schauer oder Gewittter. Sonst weitgehend trocken. Höchstwerte 17 bis 25 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 16 Grad, leicht bewölkt;
Berlin: 15 Grad, stark bewölkt;
Dresden: 16 Grad, bedeckt;
Köln/Bonn: 15 Grad, wolkig;
Frankfurt am Main: 14 Grad, stark bewölkt und
München: 13 Grad, leichter Regen.

Audio und Video zum Thema