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Nachrichten

Samstag, 21. Juni 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LHASA: Drei Monate nach den blutigen Unruhen in Tibet hat unter strengen Sicherheitsvorkehrungen der olympische Fackellauf durch die tibetische Hauptstadt Lhasa stattgefunden. Tausende chinesische Sicherheitskräfte waren während des Laufs im Einsatz, der bereits nach knapp zwei Stunden zu Ende ging. Die für drei Tage angesetzte Tibet-Etappe war verkürzt worden und galt als heikelster Abschnitt des Fackellaufs. Exiltibetische Gruppen werfen der chinesischen Führung vor, mit dem Fackellauf den Machtanspruch über das tibetische Volk zu bekräftigen. Vor dem Lauf ließen die chinesischen Behörden mehr als 1.000 Beteiligte an den anti-chinesischen Protesten in Tibet im März frei.

WIEN: Der Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation, Mohammed ElBaradei, hat vor einem Militärschlag gegen den Iran gewarnt. Ein solcher Schritt würde die gesamte Region in einen Feuerball verwandeln, sagte ElBaradei dem Fernsehsender 'Al Arabiya'. Der UN-Diplomat ergänzte, für den Fall eines Angriffs würde er von seinem Amt zurücktreten. Die 'New York Times' hatte am Freitag über israelische Manöver zur Vorbereitung möglicher Angriffe auf iranische Atomanlagen berichtet. Irans Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Ali Ashgar Soltanieh, erklärte unterdessen, der Iran werde weiterhin an der Anreicherung von Uran ohne Unterbrechung festhalten.

WASHINGTON: Die meisten US-Atomwaffenlager in Europa entsprechen nach einer internen Studie der amerikanischen Luftwaffe nicht den minimalen Sicherheitsstandards des Verteidigungsministeriums. Das berichtet die Vereinigung amerikanischer Wissenschaftler (FAS) auf ihrer Internet-Seite. Nach Angaben der FAS werden in der Studie unter anderem Probleme mit dem Sicherheitssystem, der Umzäunung und der baulichen Beschaffenheit der Depots genannt. - Die Organisation schätzt, dass in Europa etwa 200 bis 350 US-Atombomben gelagert sind. Außer in Deutschland gibt es Stützpunkte in Belgien, Großbritannien, Italien, der Türkei und den Niederlanden.

KABUL: Bei einem Bombenanschlag im Süden Afghanistans sind vier Soldaten der US-geführten Koalition getötet worden. Wie die internationalen Truppen mitteilten, wurden zwei weitere Soldaten bei der Explosion schwer verletzt. Der Anschlag sei in der Nähe der Stadt Kandahar verübt worden. Weitere Einzelheiten und die Nationalität der Opfer wurden zunächst nicht bekanntgegeben. Die Stadt Kandahar und die gleichnamige Provinz gelten als Hochburg der radikalislamischen Untergrundmiliz Taliban.

BONN: Im Streit über die Mindestlöhne für Bauarbeiter in Ostdeutschland haben die Tarifparteien einen Kompromiss erzielt. So soll es weiterhin zweistufige Mindestlöhne geben, die allerdings bis August 2009 nicht angehoben werden. Ungelernte Bauarbeiter erhalten demnach mindestens 9 Euro, Facharbeiter mindestens 9-Euro-80. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes wollte eigentlich durchsetzen, dass es nur noch EINE untere Lohngrenze gibt. Der Kompromiss war unter Vermittlung des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement in Königswinter bei Bonn ausgehandelt worden. Unterdessen akzeptierte einer der beiden Bauarbeitgeberverbände den Schiedsspruch, der andere zögert noch mit der Zustimmung.

WIESBADEN: Als erste deutsche Stadt hat Marburg eine Solaranlagenpflicht für Bauherren beschlossen. Eine entsprechende Satzung wurde vom Stadtparlament mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken beschlossen. Diese schreibt in der hessischen 79.000-Einwohner-Stadt vor, verbindlich mit solarthermischen Anlagen zu heizen. Andernfalls droht ein Bußgeld. Die Verordnung soll zum 1. Oktober in Kraft treten. Während andernorts in der Regel nur die Vorschriften für Neubauten verschärft werden, deckt die Marburger Verordnung auch Altbauten ab, sobald diese geändert oder erweitert werden.

HAVANNA: Der frühere kubanische Staats- und Parteichef Fidel Castro hat die Aufhebung der EU-Sanktionen gegen sein Land als Heuchelei bezeichnet. Er verachte die diskreditierende Art, in der die Europäer diesen Schritt vollzogen hätten, schrieb der 81-Jährige Revolutionsführer in einem Artikel für das offizielle kubanische Internetportal. Die EU-Außenminister hatten am Rande des EU-Gipfels in Brüssel entschieden, die 2003 verhängten Sanktionen endgültig aufzuheben, um die Beziehungen zur neuen kubanischen Regierung unter Rául Castro zu normalisieren. Bei den Sanktionen handelt es sich nicht um Handelsbeschränkungen, sondern um ein Verbot von Kontakten zwischen hochrangigen kubanischen Politikern und der EU.

MEXIKO-STADT: Bei einer Massenpanik in einer Diskothek sind in der mexikanischen Hauptstadt mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Auslöser der Panik war eine Polizeirazzia. Unter den Toten sind nach Angaben eines Behördensprechers auch drei Polizisten. Sie und ihre Kollegen hatten kontrollieren wollen, ob in dem Club Alkohol und Drogen an Minderjährige verkauft werden. Der Besitzer des Lokals wurde festgenommen.

SARAJEVO: Nach dem Viertelfinal-Sieg der Türkei über Kroatien bei der Fußball-EM hat es im bosnischen Mostar schwere Ausschreitungen gegeben. Einige Dutzend Menschen, darunter vier Polizisten, wurden dabei verletzt. Mehr als 1.000 Polizisten waren im Einsatz, um jubelnde Muslime, die den Sieg der Türken feierten, von ihren kroatischen Landsleuten zu trennen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Auch in Wien kam es während und nach der Partie, die mit 4:2 für die Türkei nach Elfmeterschießen endete, zu Ausschreitungen. Dabei wurden nach Polizeiangaben mehrere Menschen verletzt. In der Türkei löste der Sieg einen Jubelsturm aus. Auch in deutschen Großstädten gingen zehntausende Türken auf die Straße. Im Halbfinale am kommenden Mittwoch in Basel trifft die türkische Elf auf die deutsche Nationalmannschaft.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Norden und Süden hin weitgehend trocken und heiter. In der Mitte Deutschlands anfangs noch bewölkt und gelegentlich Regen. Höchsttemperaturen 17 bis 30 Grad Celsius.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 15 Grad, leicht bewölkt;

Berlin und Dresden: 16 Grad, bedeckt;

Köln/Bonn: 14 Grad, bedeckt;

Frankfurt am Main: 19 Grad, wolkig und

München: 20 Grad, leicht bewölkt.

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