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Nachrichten

Samstag, 21. Juli 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag

KABUL: Die radikal-islamischen Taliban melden die Ermordung der beiden deutschen Geiseln in Afghanistan. Ein Vertreter der Islamisten-Gruppe sagte, auch die zweite Geisel sei erschossen worden, nachdem ein Ultimatum abgelaufen sei. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin verlautete, für den Tod der beiden Deutschen gebe es bisher keine unabhängige Bestätigung. Die Islamisten hatten einen deutschen Rückzug aus dem Kundus und die Freilassung aller Taliban-Häftlinge aus afghanischen Gefängnissen gefordert. Die beiden deutschen Ingenieure, die im Auftrag der Vereinten Nationen Bauprojekte betreuten, waren am Mittwoch zusammen mit sechs Einheimischen südwestlich der Hauptstadt Kabul entführt worden. Die Bundesregierung hatte nach Bekanntwerden der Geiselnahme mehrfach betont, sie lasse sich nicht erpressen. Außerdem hatte sie Zweifel geäußert, dass die Deutschen tatsächlich in der Gewalt der Taliban seien.

SEOUL: Der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun hat die sofortige Freilassung seiner in Afghanistan entführten Landsleute gefordert. Es dürfe unter keinen Umständen einen Verlust von Leben geben, sagte er in einer Fernsehansprache. Die Regierung in Seoul sei bereit, alles mit den maßgeblichen Parteien zu tun, um die rasche Freilassung der koreanischen Bürger zu erreichen. Die Entführten hätten medizinische Dienste in Afghanistan geleistet, sagte Roh. Die radikal-islamischen Taliban hatten mit der Ermordung der Entführten binnen 24 Stunden gedroht, sollten rund 200 südkoreanische Soldaten nicht aus Afghanistan abgezogen werden. Insgesamt befinden sich nach Angaben aus Seoul 23 Südkoreaner in Afghanistan in Geiselhaft.

ISLAMABAD: Der vorübergehend seines Amtes enthobene oberste pakistanische Richter hat seine Amtsgeschäfte wieder aufgenommen. Bejubelt von mehreren hundert Juristen machte sich Iftikhar Mohammed Chaudhry in seiner Residenz in Islamabad an die Arbeit. Tags zuvor hatte der Oberste Gerichtshof die Entscheidung von Staatspräsident Pervez Musharraf, Chaudry des Amtes zu entheben, für unrechtmäßig erklärt. Die Absetzung des Richters am 9. März hatte zu anhaltenden Protesten von Rechtsanwälten, Richtern und der Opposition im Land geführt. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs wird als schwerer Schlag für Musharraf und seine Machtstellung in Pakistan gewertet.

WASHINGTON: Die USA und Indien haben sich endgültig auf ein Abkommen zur Umsetzung ihrer Zusammenarbeit im zivilen Atomsektor geeinigt. Die Vereinbarung muss jetzt noch von den Regierungen der beiden Länder geprüft werden. Sie regelt Einzelheiten, wie die USA künftig zivile Atomtechnik an die Atommacht Indien verkaufen dürfen. Kritiker bemängeln, dass die Regierung in Neu Delhi den Atomwaffensperrvertrag bislang nicht unterzeichnet hat. Das Abkommen bedeutet einen Kurswechsel der USA, die auf diesem Gebiet zuvor drei Jahrzehnte lang Sanktionen gegen Indien aufrecht erhalten hatten. Die amerikanische Wirtschaft erhofft sich jetzt Aufträge in Milliardenhöhe.

BELGRAD: Der serbische Regierungschef Vojislav Kostunica hat das jüngste Scheitern westlicher Pläne für eine weitgehende Unabhängigkeit der Krisenprovinz Kosovo als Sieg des Rechts begrüßt. Die USA hatten zuvor gemeinsam mit mehreren Ländern der Europäischen Union im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine von ihnen angestrebte Resolution wegen Widerstandes der Veto-Macht Russland zurückgezogen. Die weiteren Verhandlungen zur Lösung des Problems sollen jetzt in der so genannten Kontaktgruppe geführt werden, die von den USA, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien gebildet wird. Moskau hat dort kein Vetorecht. Während die zwei Millionen Albaner im Kosovo die Selbstständigkeit anstreben, wollen die 100.000 Serben sowie die Republik Serbien den Verbleib der Provinz im Staatsverband.

ROM: Die norditalienische Wirtschaftsmetropole Mailand will im Kampf gegen die Luftverschmutzung eine Auto-Maut in der Innenstadt einführen. Nach dem Beschluss der Stadt soll ab Herbst die Gebühr je nach Umweltbelastung zwei bis zehn Euro pro Werktag betragen, Elektroautos und besonders abgasarme Fahrzeuge seien ausgenommen. Mailand gilt als eine der italienischen Städte, die am stärksten unter Luftverschmutzung leiden.

HAMBURG: Michael Buback, der Sohn des 1977 von RAF-Terroristen ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, hat schwere Vorwürfe gegen die Bundesstaatsanwaltschaft erhoben. Dem Magazin 'Spiegel' sagte Buback, es sei "unglaublich", dass einige Verhör-Unterlagen in der Karlsruher Behörde nicht mehr auffindbar seien. Dem zuständigen Bundesanwalt Rainer Griesbaum warf Buback Befangenheit vor. Dieser sei mit dem früheren RAF-Verfahren befasst gewesen und ermittele nun erneut. Es wäre besser gewesen, eine andere Person mit dem Fall zu betrauen, so Buback. Die Ermittlungen waren neu aufgenommen worden, nachdem der frühere RAF-Terrorist Peter-Jürgen Boock das Ex-RAF-Mitglied Stefan Wisniewski des Mordes an Buback beschuldigt hatte. Diese Angaben soll Boock bereits 1980 gegenüber der Staatsanwaltschaft gemacht haben.

BERLIN: Nach den jüngsten Doping-Fällen im Radsport stellt Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble die für September in Stuttgart geplante Straßenrad-Weltmeisterschaft in Frage. Schäuble machte die Austragung von Fortschritten im Anti-Doping-Kampf abhängig. In einem Zeitungsinterview sagte er, wenn es hart auf hart kommen sollte, dürfe man nicht vor den finanziellen Folgen einer Absage der WM zurückschrecken.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Südwesten meist sonnig und nur vereinzelt Schauer. Vom Alpenrand bis zur Oder kann es im Tagesverlauf heftige Schauer und Gewitter geben, örtlich auch mit Hagel und Sturm. Höchstwerte bei 21 bis 30 Grad.

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