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Nachrichten

Samstag, 20. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

FRANKFURT AM MAIN: Angesichts der Krise an den Finanzmärkten wollen die Behörden in den USA und Europa stärker gegen Spekulationsgeschäfte vorgehen. In Deutschland untersagte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht - BaFin - so genannte Leerverkäufe von Aktien. Ähnlich hatten zuvor schon die Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz entschieden. Bei Leerverkäufen leihen sich Spekulanten ein Wertpapier für bestimmte Zeit aus und verkaufen es dann sofort weiter. Wenn der Kurs fällt, kaufen sie das Papier zurück und geben es abzüglich ihres Gewinns an den Verleiher zurück.

WASHINGTON: Mit einem mehrere hundert Milliarden Dollar schweren Rettungsprogramm will die US-Regierung der angeschlagenen Finanzbranche aus der Krise helfen. Noch an diesem Wochenende sollen entsprechende Gesetzesvorlagen ausgearbeitet werden. Nach Angaben von US-Finanzminister Henry Paulson ist die Gründung einer staatlichen Auffanggesellschaft geplant, die den Banken faule Kredite abkaufen soll. Die Kreditinstitute müssten von notleidenden Vermögenswerten befreit werden, sagte Paulson in Washington. Das Rettungspaket wird nach Einschätzung aus Bankenkreisen ein Volumen von 500 bis 800 Milliarden Dollar haben. Die Aktienbörsen in Asien, Europa und in den USA reagierten mit Kurssteigerungen auf die Ankündigung der US-Regierung. Unterdessen hat ein Insolvenzgericht in New York einen Teilverkauf der in Konkurs gegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers an die britische Barclays-Bank genehmigt.

KÖLN: Rechtsradikale aus mehreren europäischen Ländern treffen sich an diesem Samstag zu einer Kundgebung in Köln. Die Wählervereinigung "Pro Köln", die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, erwartet zu der Veranstaltung mehr als 1.000 Teilnehmer. Die Organisation hat Gleichgesinnte für das Wochenende zu einem so genannten "Anti-Islamisierungs-Kongress" in die Domstadt eingeladen. In der Kölner Innenstadt haben sich unterdessen mehrere tausend Gegendemonstranten versammelt. Linksautonome errichteten Sitzblockaden, um die geplante Kundgebung der Rechtsextremen zu verhindern.

KIEW: Der ukrainische Außenminister Wladimir Ogrysko hat Russland vorgeworfen, die überwiegend russisch besiedelte Krim destabilisieren zu wollen. Es sei nicht hinnehmbar, wenn russische Behörden hier Pässe ausstellten oder Politiker wie der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow bei Krim-Besuchen für einen Anschluss an Russland werben würden, sagte Ogrysko dem Magazin "Focus". Die Ukraine habe Luschkow und einigen Duma-Abgeordneten deshalb ein Einreiseverbot erteilt. Ogrysko wandte sich auch gegen Versuche Russlands, einen NATO-Beitritt der Ukraine zu verhindern.

TORONTO: Kanadas Ministerpräsident Stephen Harper hat sich besorgt über die russischen Ansprüche auf die Arktis geäußert. Er befürchte, Russland könnte in seinem Bestreben, die Kontrolle über die Arktis zu erlangen, internationales Recht missachten, sagte Harper vor Journalisten in Quebec. Der russische Präsident Dmitri Medwedew hatte am Mittwoch erklärt, die langfristige Entwicklung Russlands und seine internationale Konkurrenzfähigkeit hingen von den Bodenschätzen in der Arktis ab. Russland müsse sein Territorium in der strategisch wichtigen Region abstecken. - In der Arktis werden nach einer US-Studie bis zu einem Viertel der weltweit noch unentdeckten Gas- und Ölvorräte vermutet. - Ansprüche auf die Nordpolarregion erheben neben Kanada, die USA, Dänemark und Norwegen angemeldet.

NEW YORK: Der UN-Sicherheitsrat hat eine schnelle Umsetzung des Abkommens zur Teilung der Macht in Simbabwe gefordert. Der amtierende Vorsitzende des höchsten UN-Gremiums, der Diplomat Michel Kafando aus Burkina Faso, erklärte, beide Seiten müssten alles tun, um möglichst rasch eine Regierung zu bilden. Der britische UN-Botschafter John Sawers machte die Zahlung von Hilfsgeldern an das verarmte Simbabwe von politischen Fortschritten abhängig. - Das Lager des simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe und der bisherigen Opposition haben sich bislang nicht auf eine Verteilung der Ministerien in einer gemeinsamen Regierung einigen können.

ISLAMABAD: Aus dem Nordwesten Pakistans werden neue Kämpfe zwischen der Armee und islamistischen Rebellen gemeldet. Dabei wurden nach Agenturberichten mindestens zehn Menschen getötet. In der Provinz Nord-Waziristan rammte ein Selbstmordattentäter mit seinem mit Sprengstoff beladenen Wagen einen Militärkonvoi. Das schwer zugängliche Gebiet an der Grenze zu Afghanistan gilt als Rückzugsraum für die Taliban-Kämpfer. Die pakistanische Armee hatte dort Anfang August eine Großoffensive gestartet.

JERUSALEM: Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen bewaffneten Palästinenser im Westjordanland erschossen. Der Mann sei in der Nähe der jüdischen Siedlung Jitzhar im Norden des Autonomiegebiets getötet worden, erklärte eine Militärsprecherin. Er habe zuvor eine Brandbombe in Richtung der Soldaten geworfen und sei mit einem Messer bewaffnet gewesen. - Am Samstag wurde der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten erneut für zwei Tage geöffnet.

PEKING: Im Zusammenhang mit dem Skandal um verseuchtes Milchpulver hat der chinesische Präsident Hu Jintao lokalen Parteikadern Versäumnisse vorgeworfen. Diese hätten schwere Schäden für das Leben und die Gesundheit der Bevölkerung nach sich gezogen, wird Hu von der staatlichen "Volkszeitung" Chinas zitiert. Der Staatschef habe sich entsprechend auf einer Veranstaltung der Kommunistischen Partei geäußert. Durch die Chemikalie Melamin in Milchprodukten starben in China bereits vier Säuglinge. Hunderte sind erkrankt.

BERLIN: Anlässlich des Weltkindertags an diesem Samstag hat UNICEF-Schirmherrin Eva Luise Köhler zu einem stärkeren Engagement für die Rechte der Jungen und Mädchen in aller Welt aufgerufen. Die Regierungen müssten sich daran messen lassen, was sie für das Wohlergehen der Kinder tun, sagte die Frau von Bundespräsident Horst Köhler. Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen fehlen fast der Hälfte der weltweit rund 2,1 Milliarden Kinder lebensnotwendige Grundlagen wie sauberes Wasser, ausreichende Nahrung und medizinische Hilfe.

ZUM SPORT: Im Freitagsspiel der ersten Fußball-Bundesliga gewann Bayer Leverkusen gegen Hannover 96 mit 4:0.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Westhälfte vielfach sonnig, nach Osten hin mehr Wolken und gebietsweise etwas Regen. Höchstwerte 13 bis 19 Grad.

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