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Nachrichten

Samstag, 20. Juni 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TEHERAN: Nach dem Machtwort des geistlichen Oberhauptes im Iran, Ayatollah Ali Chamenei, herrscht in Teheran gespannte Ruhe. Das Innenministerium verbot landesweit alle Demonstrationen. Auf den wichtigsten Plätzen der Hauptstadt wurden Einheiten der Bassidsch-Miliz stationiert, die Chamenei treu ergeben sind. Sie errichteten Sperren auf den Hauptverkehrsstraßen. Unklar ist, ob eine für den Nachmittag geplante Protestkundgebung der Opposition stattfinden wird. Chamenei hatte in seiner Freitagspredigt den Vorwurf des Wahlbetrugs zurückgewiesen und der Opposition mit Konsequenzen gedroht, sollte sie ihre Demonstrationen fortsetzen. US-Präsident Barack Obama legte danach der iranischen Führung nahe, auf die Stimme des Volkes zu hören. In Teheran trat derweil der Wächterrat zusammen, um 640 Einwände gegen die Präsidentenwahl zu überprüfen. Zu der Sitzung waren die drei offiziell unterlegenen Präsidentschaftskandidaten eingeladen.

KABUL: Die USA haben eingeräumt, dass bei drei amerikanischen Luftangriffen im Mai in Afghanistan vermutlich 26 Zivilisten getötet worden sind. Im Abschlussbericht einer Untersuchung der Militärs heißt es, bei der Ausführung der Angriffe am 4. Mai mit B1-Bombern seien Fehler gemacht worden. Die genaue Zahl der zivilen Opfer sei nicht zu ermitteln und liege möglicherweise noch höher. Der Tod der Zivilisten bei dem Einsatz gegen mutmaßliche Taliban-Stellungen in der Provinz Farah hatte in Afghanistan wütende Proteste ausgelöst. Nach Angaben der Regierung in Kabul wurden bei den Angriffen bis zu 140 Zivilisten getötet.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat zu internationaler Solidarität mit Millionen Flüchtlingen auf der ganzen Welt aufgerufen. Das sei vor allem wichtig zu einer Zeit, in der die wirtschaftliche Krise starken Druck auf die Budgets für humanitäre und Entwicklungshilfe ausübe, sagte Ban zum Weltflüchtlingstag. Die Vereinten Nationen senden an diesem Samstag in Kooperation mit Google Earth live im Internet Bilder aus Flüchtlingslagern auf drei Kontinenten, um auf die Lage der Vertriebenen aufmerksam zu machen. Weltweit sind nach UN-Schätzungen 42 Millionen Menschen auf der Flucht.

WASHINGTON: Der frühere Chef der unter staatliche Zwangsverwaltung gestellten US-Hypothekenbank Fannie Mae, Herbert Allison, soll das US-Bankenrettungsprogramm (TARP) leiten. Der Senat bestätigte Allison als Unterstaatssekretär für Finanzmarktstabilität im Finanzministerium. In dieser Funktion wird er das TARP überwachen. Allison verfüge über außerordentliche Erfahrung bei der Stärkung der amerikanischen Finanzinstitutionen, sagte Finanzminister Timothy Geithner. Das Bankenrettungsprogramm hat ein Volumen von 700 Milliarden Euro. Es wurde von der US-Regierung, damals noch unter Präsident George W. Bush, nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers aufgelegt. Es läuft Ende dieses Jahres aus, sofern Geithner es nicht bis zum Herbst 2010 verlängert.

DÜSSELDORF: Der chinesische Autohersteller BAIC verstärkt seine Bemühungen um einen Einstieg beim Opel-Konzern. Wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete, will eine Delegation von BAIC in der kommenden Woche in Rüsselsheim Einblick in die Geschäftszahlen von Opel nehmen und mit Managern Gespräche führen. Nach Auskunft eines führenden Vertreters des Opel-Mutterkonzerns General Motors gibt es zudem weiter Gespräche mit dem US-Finanzinvestor Ripplewood. GM wolle sich für Opel Alternativen offen halten, falls der Verkauf an den Autozulieferer Magna doch noch scheitern sollte, hieß es zur Begründung.

BERLIN: Die Linkspartei kommt an diesem Samstag in Berlin zu einem Parteitag zusammen, um über ihr Programm für die Bundestagswahl zu entscheiden. Nach dem Entwurf des Vorstands sollen eine strikte Finanzmarkt-Regulierung und die Schaffung von zwei Millionen Arbeitsplätzen durch einen 100-Milliarden-Euro-Fonds gefordert werden. Zudem wird verlangt, die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen. Beobachter erwarten allerdings heftige Debatten, weil rund 1000 Änderungsanträge eingereicht wurden. Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, warnte seine Partei vor Flügelkämpfen und Abspaltungen. Gruppierungen wie die Kommunistische Plattform und die Antikapitalistische Linke müssten in der Partei bleiben. Ziel der Linken bleibe der demokratische Sozialismus.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte und im Norden immer wieder Schauer und Gewitter. Ansonsten wechselhaft und mit 15 bis 20 Grad zu kühl.

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