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Nachrichten

Samstag, 20. Januar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

MÜNCHEN: Nach der wochenlangen Führungskrise in der bayerischen CSU und dem angekündigten Rückzug Edmund Stoibers von allen Ämtern fordert der dortige Innenminister Günther Beckstein neuen Gemeinschaftsgeist. Es sei dringend notwendig, zu Ruhe und Geschlossenheit zurückzukehren, sagte Beckstein. An Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer appellierte Beckstein, es nicht zu einer Kampfabstimmung um den CSU-Vorsitz kommen zu lassen. Zwar sei Seehofer ein bundespolitisches Schwergewicht. Dennoch würde er seiner Partei einen Dienst erweisen, wenn er nicht gegen Wirtschaftsminister Erwin Huber kandidiere, sagte Beckstein, dessen Wahl zum bayerischen Ministerpräsidenten als sicher gilt.

BERLIN: Das Bundesverteidigungsministerium schickt an diesem Samstag Experten nach Afghanistan, die einen möglichen Einsatz deutscher Aufklärungstornados im umkämpften Süden prüfen sollen. Die Nato-Außenminister wollen am 26. Januar über eine mögliche Anforderung der Tornados beraten. Im Bundestag hatten sich gestern Vertreter der großen Koalition grundsätzlich für einen Einsatz ausgesprochen; FDP und Grüne ließen ihre Entscheidung offen. Der Bundeswehrverband verlangte von der Nato, zunächst eine Strategie für das Vorgehen gegen Taliban- und El Kaida-Kämpfer im Süden Afghanistans auszuarbeiten, bevor man Bundeswehr-Tornados dorthin schickt.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat das länderübergreifende Krisenmanagement beim Orkan 'Kyrill' gelobt. Der Zeitung 'Die Welt' sagte er, Polizei, Feuerwehr, Küstenschutz und Technisches Hilfswerk hätten hervorragend gearbeitet. Die Entscheidung der Bahn, den Zugverkehr einzustellen, nannte er richtig. Die Passagiere hätten das gut verstanden und sich entsprechend auf Verspätungen und Verzögerungen eingestellt. Durch 'Kyrill' waren europaweit mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen, elf davon in Deutschland. Die Schäden gehen in die Milliarden.

MANILA: Der Anführer der philippinischen Terrorgruppe Abu Sayyaf ist tot. Die Militärführung des Landes teilte mit, ein DNA-Test habe bestätigt, dass es sich bei einem im vergangenen Monat auf der Insel Jolo gefundenen Toten um Khaddafy Janjalani handele. Die USA hatten auf ihn ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Gefangene Abu Sayyaf-Mitglieder hatten die Armee zum Grab Janjalanis geführt. Er sei bei einem Gefecht im September tödlich verletzt worden. Erst am Mittwoch hatte das Militär den Tod eines weiteren führenden Abu Sayyaf-Mitglieds bekanntgegeben.

TOKIO: Der US-Gesandte zum Atomstreit mit Nordkorea, Christopher Hill, ist in Japan eingetroffen. Er will die dortige Regierung über seine Gespräche mit dem nordkoreanischen Unterhändler Kim Kye-Gwan diese Woche in Berlin unterrichten. Gleiches hatte er zuvor in Südkorea getan. Nach Hills Angaben wurde bei dem Treffen in Berlin die Grundlage für Fortschritte bei den Sechs-Staaten-Verhandlungen zum Atomprogramm-Stopp gelegt.

MOGADISCHU: Die Afrikanische Union hat grundsätzlich beschlossen, für sechs Monate eigene Friedenstruppen nach Somalia zu schicken, setzt aber langfristig auf den Einsatz von UN-Blauhelmsoldaten. Der zuständige Ausschuss beschloss bei einer Sitzung in Addis Abeba, zunächst mehr als 2.500 Soldaten zu entsenden und diese dann auf rund 8.000 aufzustocken. Bisher hat nur Uganda seine Unterstützung zugesagt.

NAIROBI: In der kenianischen Hauptstadt hat das siebte Weltsozialforum begonnen. Tausende von Anti-Globalisierungsgegnern marschierten zum Auftakt durch das Zentrum Nairobis. Bei dem bis zum 25. Januar dauernden Treffen soll es um die Immunschwächekrankheit Aids, gewaltsame Konflikte und Schulden der Entwicklungsländer gehen. Das Weltsozialforum wurde 2001 als Gegenveranstaltung zu den Weltwirtschaftsgipfeln der Industrienationen gegründet. Als prominente Teilnehmer haben sich unter anderen die Friedensnobelpreisträger aus Kenia und Südafrika, Wangari Maathai und Desmond Tutu, angesagt.

LONDON: Amnesty International hat den türkischen Behörden eine Mitschuld an der Ermordung des armenisch-stämmigen Journalisten Hrant Dink gegeben. Ein Sprecher sagte dem deutschen Magazin 'Focus', die Polizei habe Dink trotz Morddrohungen nicht geschützt. Am Freitagabend protestierten in Istanbul und Ankara Tausende Menschen gegen dessen Ermordung.

MOSKAU: Ein unbemanntes russisches Frachtraumschiff hat an der Internationalen Raumstation ISS angekoppelt. Der Frachter brachte unter anderem frisches Obst, Trinkwasser und Treibstoff zur Station. Dort halten sich zurzeit Michail Tjurin aus Russland sowie die Amerikaner Michael Lopez-Alegria und Sunita Williams auf. Die Progress war am Mittwoch vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Verfassungsvertrag der Europäischen Union wegen fehlender christlicher Bezüge kritisiert. Sie hätte sich in diesem Vertrag ein klareres Bekenntnis zu Gott gewünscht, sagte die amtierende EU-Ratspräsidentin dem Magazin 'Focus'. Zwar sei Europa kein Christen-, sondern ein Werteklub. Mit einem Bekenntnis zum Christentum werde aber niemand ausgegrenzt, sagte Merkel. Sie ergänzte, Voraussetzung zum Dialog der Religionen sei ein Stück Selbstvergewisserung.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet Regen, nur im Süden meist trocken. Nochmals sehr mild mit Höchstwerten zwischen neun und 17 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 11 Grad, Regen;

Dresden: 7 Grad, leichter Regen;

Berlin: 6 Grad, Regen;

Köln/Bonn: 13 Grad, nach Regen;

Frankfurt am Main: 12 Grad, etwas Regen und

München: 11 Grad, stark bewölkt.

Audio und Video zum Thema