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Nachrichten

Samstag, 2. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

HELSINKI: Die Europäische Union will laut Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier keine Möglichkeit für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem Iran ungenutzt lassen. Die EU und Deutschland hätten "keinerlei Interesse" daran, dass der Atomkonflikt durch die Beratungen im UN-Sicherheitsrat in den nächsten Tagen und Wochen weiter eskaliere, sagte Steinmeier vor den informellen Beratungen mit den EU-Kollegen im finnischen Lappeenranta. Von Seiten der EU schlage man die Tür nicht zu, brauche aus Teheran aber ein Signal des Entgegenkommens. Die internationale Gemeinschaft könne es nicht hinnehmen, dass der Iran - während man am Verhandlungstisch sitze - täglich neue Fakten auch in Gestalt des Neubaus von Zentrifugen schaffe, mahnte der deutsche Außenminister.

BEIRUT: Im Süden des Libanon sind die ersten italienischen Soldaten zur Unterstützung der internationalen Friedenstruppe eingetroffen. Die Soldaten gingen in der Hafenstadt Tyrus an Land. Italien stellt das größte Kontingent und übernimmt im kommenden Jahr von Frankreich auch das Kommando über die UNIFIL-Truppe. Diese soll den Waffenstillstand zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz sichern.

BERLIN: Die Fraktionschefs von Union und SPD, Volker Kauder und Peter Struck, gehen davon aus, dass der bevorstehende Libanon- Einsatz der Bundeswehr vom Parlament gebilligt wird. Nach getrennten Klausurberatungen der Fraktionen in Berlin sagten Kauder und Struck, sie rechneten mit einer breiten Mehrheit für die Entsendung deutscher Marinesoldaten in den Nahen Osten. Widerstand kommt allerdings aus den Reihen der CSU. Es spreche einiges gegen ein militärisches Engagement in der Region, sagte der CSU-Außenexperte Peter Gauweiler.

BERLIN: Wegen der verschlechterten Sicherheitslage in Afghanistan sollen die dort stationierten Bundeswehr-Soldaten nach einem Pressebericht besser ausgerüstet werden. Die Tageszeitung "Die Welt" zitiert aus einem internen Papier des Verteidigungsministeriums. Darin heißt es, es gebe eine akute Bedrohung durch gewaltbereite Kräfte. Der Schutz der deutschen Lager im Norden Afghanistans sei völlig unzureichend. Laut "Welt" soll deshalb in Masar-i-Scharif, dem Hauptsitz der deutschen Einheiten, eine gepanzerte Reserve bestehend aus Schützenpanzern vom Typ "Fuchs" und kleineren Fahrzeugen stationiert werden.

WIESBADEN: Gut einen Monat nach den fehlgeschlagenen Bombenanschlägen auf zwei Regionalzüge in Deutschland gibt es erste Erkenntnisse über die Motive der mutmaßlichen Täter. Der Chef des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", Initialzündung für die Täter sei die Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen in deutschen Zeitungen gewesen. Dies sei als Angriff der westlichen Welt auf den Islam aufgefasst worden. Als weiteres Motiv nannte Ziercke den Tod des Terroristenführers Abu Mussab el Sarkawi. Angeblich sollten die Anschläge mit Kofferbomben schon während der Fußball-WM verübt werden. Das hätten Vernehmungen der Tatverdächtigen ergeben, berichtet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Ermittler.

LONDON: Bei einem Anti-Terror-Einsatz hat die britische Polizei 14 Verdächtige festgenommen. Den Männern wird nach Angaben von Scotland Yard vorgeworfen, Anschläge geplant oder potenzielle Attentäter rekrutiert zu haben. Laut Polizei stand die Aktion in der Nacht zum Samstag nicht im Zusammenhang mit der Festnahme von mehr als 20 mutmaßlichen Terroristen im August. Diese sollen Anschläge auf mehrere Passagierflugzeuge vorbereitet haben.

KHARTUM: Die sudanesische Regierung hat nach Informationen internationaler Organisationen eine neue Militäroffensive in der Krisenregion Darfur gestartet. Dabei hätten Kampfjets mindestens ein Dorf angegriffen, berichtet "Human Rights Watch". Ein Vertreter der Afrikanischen Union erklärte in Khartum, mehr als 20 Zivilpersonen seien der jüngsten Gewaltwelle bereits zum Opfer gefallen, rund 1.000 Menschen seien vor den Kämpfen aus ihren Dörfern geflohen.

MEXIKO-STADT: Im Streit um den Ausgang der Präsidentenwahl ist es im mexikanischen Parlament zu einem Eklat gekommen. Linksgerichtete Abgeordnete besetzten das Podium und hinderten den scheidenden Präsidenten Vincente Fox daran, eine Rede an die Nation zu halten. Auf Spruchbändern wurde Fox als Verräter der Demokratie bezeichnet. Anhänger des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Andres Manuel Lopez Obrador glauben, dass die Wahl Anfang Juli zugunsten des konservativen Kandidaten Felipe Calderon manipuliert wurde. Bis zum 6. September muss das mexikanische Wahlgericht entscheiden, ob die Abstimmung gültig ist.

MEXIKO-STADT: Der Hurrikan "John" ist mit voller Wucht auf mexikanisches Festland getroffen. Der Wirbelsturm zog über die Südspitze der Halbinsel Baja California und trieb meterhohe Wellen gegen die Küsten. Die Behörden hatten zuvor mehr als 20.000 Bewohner der Region in Sicherheit gebracht.

MÜNCHEN: Angesichts des jüngsten Skandals um so genanntes Gammelfleisch in Bayern wächst bei Politikern und Verbraucherschützern wieder die Kritik an den Lebensmittelkontrollen. So beklagte "Foodwatch"-Chef Thilo Bode, die geltenden Gesetze seien wirkungslos und miserabel. Die Namen der Gammelfleischbetriebe müssten veröffentlicht und die Strafen verschärft werden. Bode äußerte zudem die Vermutung, dass es in der deutschen Fleischindustrie einen flächendeckenden Missbrauch gebe. - Ermittler hatten in den vergangenen zwei Tagen in mehreren bayerischen Städten tonnenweise verdorbenes Fleisch sichergestellt. Das Haltbarkeitsdatum war zum Teil seit Jahren abgelaufen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend wolkig mit Aufheiterungen. Im Osten und Südosten zunächst oft sonnig, im Norden und Westen vereinzelte Schauer. Maximal 21 bis 27 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 02.09.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/92Ml
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