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Nachrichten

Samstag, 2. Mai 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MÜNCHEN: Nach dem Einstieg beim insolventen US-Unternehmen Chrysler drückt der italienische Autokonzern Fiat auch bei der angestrebten Übernahme von Opel aufs Tempo. Nach Presseberichten will Fiat-Chef Sergio Marchionne schon am kommenden Montag Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Außenminister Frank-Walter Steinmeier sein Konzept für eine solche Übernahme vorlegen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, würde Fiat alle deutschen Standorte von Opel erhalten, aber nicht alle Werke in der bisherigen Größe. Nach Informationen des Magazins "Focus" ist auch ein Gespräch mit dem Opel-Betriebsrat geplant. Die Gewerkschaften und die SPD haben große Vorbehalte gegen ein Engagement Fiats bei Opel angemeldet. Sie befürchten einen massiven Arbeitsplatzabbau. Neben Fiat ist auch der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna an einem Einstieg bei Opel interessiert.

BRÜSSEL: Die EU-Kommission rechnet anders als die Bundesregierung auch für 2010 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung. Das berichtet die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf eine Prognose, die EU-Währungskommissar Joaquin Almunia am Montag vorstellen will. Danach geht das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 5,6 Prozent zurück. Im kommenden Jahr erwartet die Kommission einen Rückgang zwischen 0,2 und 0,3 Prozent. Die Bundesregierung geht in ihrer neuesten Prognose für dieses Jahr von einem Minus von sechs Prozent für 2010 aber von einem Wachstum von einem halben Prozent aus.

BERLIN: Bei den erwarteten 1.-Mai-Krawallen in Berlin und in Hamburg sind zahlreiche Demonstranten und Polizisten verletzt worden. Laut Polizei eskalierte die Gewalt im Berliner Stadtteil Kreuzberg am Freitagabend heftiger als in den Vorjahren. Vermummte Linksautonome und junge Ausländer attackierten die Polizei mit Flaschen und Steinen. Die Polizisten setzten Tränengas und Schlagstöcke ein. Nach Agenturberichten soll es 200 Festnahmen gegeben haben. Im Hamburger Schanzenviertel kam es bereits die zweite Nacht infolge zu Auseinandersetzungen zwischen Linksautonomen und der Polizei. Hier wurden etwa 20 Randalierer vorläufig festgenommen. Zuvor hatte es in mehreren deutschen Städten – darunter Ulm, Dortmund - meist Auseinandersetzungen zwischen Rechtsextremen und Gegendemonstranten oder der Polizei gegeben.

LISSABON/ BERLIN: Die Besatzung einer portugiesischen Fregatte hat nach Angaben der NATO vor der Küste Somalias die Kaperung eines norwegischen Öltankers verhindert. Dabei hätten die Soldaten Sturmgewehre, Granatwerfer und erstmals militärischen Sprengstoff sichergestellt. Die Piraten seien nach ihrer Entwaffnung wieder freigelassen worden, weil es nicht zum Angriff gekommen sei. Unterdessen hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble die Befreiung des Anfang April gekaperten deutschen Containerschiffs "Hansa Stavanger" durch die Eliteeinheit "GSG 9" gestoppt. Die Risiken für die 24 Besatzungsmitglieder, unter ihnen fünf Deutsche, seien zu hoch, berichten die Nachrichtenmagazine "Der Spiegel" und "Focus" übereinstimmend. Das Ministerium äußerte sich zu den Berichten bisher nicht.

ISLAMABAD: Bei Kämpfen im Nordwesten Pakistans sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Mutmaßliche Kämpfer der radikal-islamischen Taliban hätten in der halbautonomen Stammesregion Mohmand einen Posten der Sicherheitskräfte angegriffen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Bei einem anschließenden Feuergefecht seien 13 Aufständische und zwei Soldaten getötet worden. Das Mohmand-Gebiet grenzt an den Bezirk Buner. Dort waren die Taliban in vergangenen Monat bis auf 100 Kilometer an die Hauptstadt Islamabad herangerückt.

HANNOVER: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Forderung der afghanischen Regierung abgelehnt, die Bundeswehr auch im Kampf gegen den Drogenanbau einzusetzen. Wichtiger sei die Ausbildung afghanischer Polizisten, die in der Lage sein müssten, das Problem zu lösen, sagte Merkel der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Für die Akzeptanz in Afghanistan sei es sehr wichtig, dass einheimische Sicherheitskräfte gegen den Drogenanbau vorgingen. Die Kanzlerin bekräftigte die Haltung der Bundesregierung, dass ungeachtet der jüngsten Anschläge auf deutsche Soldaten am Engagement in Afghanistan festgehalten werde.

BERLIN: Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hat anlässlich der jüngsten Datenskandale bei großen Unternehmen vor einem "Supergau des Datenschutzes" gewarnt. Zugleich mahnte er einen besseren Schutz der Privatsphäre an. Wegen der Gefahren der modernen Technik und der weltweiten Verflechtungen habe der Staat die verfassungsrechtliche Pflicht, sich schützend vor die Freiheitsrechte seiner Bürger zu stellen, sagte Papier der "Bild am Sonntag".

ATLANTA/HONGKONG: Trotz der weiteren Ausbreitung der so genannten Schweinegrippe haben die US-Behörden teilweise Entwarnung gegeben. Das vorliegende Virus vom Typ H1N1 verhalte sich weltweit bislang eher wie eine gewöhnliche jahreszeitlich bedingte Grippe, teilte das US-Zentrum für Seuchenkontrolle in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia mit. Es habe auch nicht die tödlichen Eigenschaften wie der Erreger der spanischen Grippe, an der 1918/1919 weltweit mehr als 40 Millionen Menschen gestorben seien. Unterdessen meldeten auch die Behörden in Dänemark, Südkorea und Hongkong erste Erkrankungen. Weltweit stieg die Zahl der Infektionen auf über 600. Aus Deutschland werden fünf Fälle gemeldet. Insgesamt sind inzwischen 17 Menschen an der Krankheit gestorben, 16 im Ursprungsland Mexiko und einer in den USA.

DEN HAAG: Aus einem Museum nördlich von Amsterdam sind zwei wertvolle Kunstwerke gestohlen worden. Dabei handelt es sich zum einen um ein Gemälde mit Wasserdeckfarben des Surrealisten Salvador Dali von 1941. Das Bild "Jugend" entstammt dem Zyklus "Die drei Altersstufen". Außerdem wurde das Ölgemälde "La Musicienne - Die Musikerin" von Tamara de Lempicka geraubt. -Die maskierten und bewaffneten Täter hatten einen Wachmann bedroht und waren dann mit den Bildern geflüchtet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend freundlich und vor allem im Norden viel Sonne. Nur im Süden und Südwesten sind einzelne Schauer möglich. Höchstwerte 18 bis 25 Grad.

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