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Nachrichten

Samstag, 2. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HONOLULU: Nach dem verhinderten Anschlag auf ein US-Flugzeug hat Präsident Barack Obama erstmals direkt die El Kaida im Jemen beschuldigt, den nigerianischen Attentäter ausgebildet und mit Sprengstoff versorgt zu haben. In seiner wöchentlichen Rundfunk- und Videoansprache kündigte Obama an, dass die USA den regionalen Ableger des Terrornetzwerks, die "El Kaida auf der Arabischen Halbinsel", zur Rechenschaft ziehen würden. Man sei im Krieg mit dem "weitverzweigten Netzwerk der Gewalt und des Hasses", so der Präsident wörtlich. --- Großbritannien hatte jüngst vorgeschlagen, über zusätzliche Hilfen für den Jemen zu beraten, um zu verhindern, dass der tief gespaltene arabische Staat zur neuen Brutstätte des Terrorismus werde.

KOPENHAGEN: Die Polizei in Dänemark hat nach eigenen Angaben einen Mordversuch auf den wegen seiner Mohammed-Karikaturen bekannten Zeichner Kurt Westergaard vereitelt. Nach Behördenberichten hatte ein 28jähriger mutmaßlicher Islamist aus Somalia in Aarhus versucht, in Westergaards Haus einzudringen. Der mit einer Axt bewaffnete Mann sei von Polizisten angeschossen und überwältigt worden. Laut Geheimdienst soll er Kontakte zu Terroristen in Ostafrika haben. - Die Publikation der Karikaturen hatte 2005 in der muslimischen Welt schwere Ausschreitungen ausgelöst, bei denen mehr als 150 Menschen ums Leben kamen. Westergaard steht unter Polizeischutz.

ISLAMABAD: Bei einem Selbstmordanschlag auf einem Sportplatz sind im Nordwesten Pakistans nach jüngsten Berichten mindestens 95 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder. Der Täter hatte nahe der Stadt Lakki Marwat sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug inmitten der Zuschauermenge zur Explosion gebracht. Hunderte Menschen hatten ein Volleyballspiel besucht. Mehrere umstehende Gebäude wurden durch die Wucht der Detonation schwer beschädigt. Die Polizei geht von einem Racheakt der radikalislamischen Taliban aus. -- Die USA versprachen Pakistan weitere Hilfe im Kampf gegen den Terrorismus.

BERLIN: Bundesaußenminister Guido Westerwelle ist nun auch selbst von seiner Drohung abgerückt, die internationale Afghanistan-Konferenz Ende Januar zu boykottieren. In der Zeitschrift "Focus" bekräftigte der FDP-Politiker aber seine Auffassung, dass die Konferenz nur dann Erfolg haben könne, wenn es nicht nur um zusätzliche Soldaten am Hindukusch gehe. Er regte an, in London schon an einem Übergabekonzept zu arbeiten, dass den Afghanen "von 2010 an" erste Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Land übergebe.

BERLIN: Nachdem Datenschützer das neue zentrale Datenregister "Elena" mit scharfen Worten kritisiert haben, hat das Bundesarbeitsministerium Nachbesserungen angekündigt. Strittig sind unter anderem Angaben zu Fehlzeiten der Arbeitnehmer und Teilnahmen an Streiks. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe, entsprechende Datenfragebögen würden in Kürze überarbeitet. Das Kürzel "Elena" steht für "Elektronischer Einkommensnachweis" und ist das größte Datenerfassungs- und Datenvernetzungsprojekt, das es in Deutschland je gab. Alle Arbeitgeber sind demnach verpflichtet, die Einkommensdaten ihrer Beschäftigten an eine zentrale Speicherstelle zu melden. Ab 2012 sollen die Sozialbehörden dann auf Basis dieser Daten Leistungen auszahlen, aber auch verweigern können.

MÜNCHEN: Die Debatte über das Erscheinungsbild der schwarz-gelben Regierungskoalition hält an. Die CSU forderte von Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Führungsstärke. In der Großen Koalition mit der SPD habe Merkel sich "die Rolle der obersten Vermittlerin gegeben". Jetzt müsse sie aber "entschlossener Linie und Kurs vorgeben", sagte der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hans-Peter Friedrich, der "Süddeutschen Zeitung". Mehrere CSU-Politiker schlugen vor, ihrer Partei einen eigenen Vizekanzler neben FDP-Chef Guido Westerwelle einzuräumen. Schließlich bestehe die Koalition aus drei Parteien.

BOGOTA: Das kolumbianische Militär hat Luftangriffe auf zwei Lager der linksgerichteten FARC-Guerilleros geflogen und dabei nach eigenen Angaben 18 Rebellen getötet. Anschließend seien die Stützpunkte der "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" etwa 180 Kilometer südlich der Hauptstadt Bogota von Spezialeinheiten der Armee gestürmt worden, berichtete Verteidigungsminister Gabriel Silva. --- Der Vorstoß zum Jahresbeginn sei auch eine Antwort auf die jüngste Entführung und Ermordung des Gouverneurs Luis Francisco Cuellar.

RIO DE JANEIRO: Durch Überschwemmungen und Schlammlawinen sind in Brasilien im Bundesstaat Rio de Janeiro mindestens 52 Menschen umgekommen. Auf der Touristeninsel Ilha Grande löste sich ein Hang und begrub ein Luxushotel und drei Häuser unter sich. Allein hier kamen laut TV-Berichten 22 Menschen ums Leben, elf weitere im Badeort Angra dos Reis. --- Nach dreitägigen Regenfällen waren vor allem auch die Elendsviertel der Großstädte von Überflutungen und Erdrutschen schwer betroffen.

ZUM WINTERSPORT: Bei der Vierschanzentournee geht das Debakel für die deutschen Skispringer weiter. Das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen gewann mit Gregor Schlierenzauer erneut einer aus dem dominierenden Team Österreichs. Bester Deutscher war wie in Oberstdorf Pascal Bodmer, nur auf Rang 16. Vizeweltmeister Martin Schmitt begnügte sich mit Platz 25. --- Dies bedeutet für den DSV insgesamt die schlechteste Halbzeitbilanz aller Zeiten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Dicht bewölkt und vor allem im Osten und Nordwesten Schnee. Im Südwesten Auflockerungen. Höchsttemperaturen zwischen minus vier und plus zwei Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: minus 2 Grad, stark bewölkt;

Berlin und Dresden: minus 2 Grad, Schneefall;

Köln/Bonn: minus 3 Grad, bewölkt;

Frankfurt am Main: minus 2 Grad, wolkig und

München: minus 2 Grad, leichter Schneefall.

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