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Nachrichten

Samstag, 2. Februar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BAGDAD: Nach einer neuen Bilanz wurden bei den beiden verheerenden Sprengstoffanschlägen auf Kleintiermärkte in der irakischen Hauptstadt Bagdad am Freitag wesentlich mehr Menschen getötet und verletzt als bisher angenommen. Nach offiziellen Angaben gab es mindestens 98 Tote und mehr als 200 Verletzte. Zuvor war die Armee von etwa 70 Todesopfern und 160 Verletzten ausgegangen. Nach Angaben der Streitkräfte waren die beiden Selbstmordattentäterinnen geistig behindert. Es wird vermutet, dass sie vom Terrornetzwerk El Kaida bewusst als Bombenträger eingesetzt wurden. Es waren die folgenschwersten Terroranschläge in Bagdad seit einem halben Jahr.

N'DJAMENA: Im Tschad haben nach Berichten französischer Medien erste Rebellen die Hauptstadt N'Djamena erreicht. Augenzeugen hätten die Milizen im Osten und Süden der Stadt sowie am Parlamentssitz gesehen, heißt es. Es seien Schüsse gefallen. Auch Regierungstruppen seien in der Hauptstadt unterwegs. Die Rebellen rücken seit Tagen in Richtung N'Djamena vor. Bei dem Vorstoß kam es immer wieder zu schweren Kämpfen mit Regierungssoldaten. Frankreich verstärkte seine Truppen in N'Djamena um rund 150 Mann auf 1.400 Soldaten und rief alle französischen Bürger im Land auf, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Die EU verschob wegen der Kämpfe die Stationierung der ersten Soldaten ihrer Friedentruppe zum Schutz von Flüchtlingen in der Grenzregion zum Sudan. Die tschadische Regierung warf dem Sudan vor, die Rebellen zu unterstützen und drohte mit Militäraktionen im Nachbarland.

NAIROBI: In Kenia haben sich Regierung und Opposition am Freitag auf einen Plan zur Beendigung der Gewalt geeinigt. Das sagte der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan in Nairobi. Der Plan umfasse kurz- und langfristige Maßnahmen. Zunächst gehe es um eine sofortige Beendigung der Gewalt, die Respektierung der Menschenrechte, eine Lösung der humanitären Krise des Landes und die Durchsetzung von Presse- und Meinungsfreiheit. Diese Maßnahmen sollen innerhalb von 14 Tagen umgesetzt werden. Langfristig sollen nach Annans Angaben institutionelle Reformen und eine Landreform verwirklicht sowie Schritte zur Bekämpfung der Armut eingeleitet werden. Ungeachtet der politischen Einigung in Nairobi gab es neue Zusammenstöße verfeindeter Volksgruppen im Westen Kenias. Mindestens 27 Menschen wurden bei Gewaltakten getötet.

BRÜSSEL/WASHINGTON: Nach der deutlichen Absage der Bundesregierung an einen Bundeswehr-Einsatz in Südafghanistan hat sich Nato-Generalsekretär De Hoop Scheffer zu Wort gemeldet. Deutschland leiste im Norden des Landes als Führungsnation vorbildliche Arbeit, die Internationale Schutztruppe könne anderswo aber mehr davon gebrauchen, sagte De Hoop Scheffer. Zugleich forderte er in einem Zeitungsinterview Deutschland auf, mehr in die Streitkräfte zu investieren. Die USA bekräftigten ihre Forderung an die Bundesrepublik, Kampftruppen in den Süden Afghanistans zu entsenden. Generalstabschef Michael Mullen betonte, die US-Militärs seien auf die Unterstützung der Verbündeten angewiesen. Zuvor hatten Kanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsminister Franz Josef Jung die US-Forderung mit Verweis auf die klare Aufgabenteilung zwischen den Nato-Partnern strikt abgelehnt.

WASHINGTON: In der Debatte über die Stationierung eines US-Raketenabwehrsystems in Osteuropa sind die Vereinigten Staaten polnischen Forderungen entgegengekommen. Außenminister Radoslaw Sikorski sagte nach einem Gespräch mit seiner US-Amtskollegin Condoleezza Rice, man habe sich im Grundsatz geeinigt. Die USA würden im Gegenzug die Modernisierung der polnischen Luftverteidigung unterstützen. Dies war eine der Hauptforderungen für die Umsetzung der US-Raketenabwehrpläne. Grund für die polnischen Bedenken waren auch die scharfen Äußerungen der russischen Regierung, die die Pläne für einen US-Raketenschild im benachbarten Polen strikt ablehnt. Einzelheiten zur Stationierung sollen in weiteren Gesprächen geklärt werden, noch vor dem Besuch von Polens Ministerpräsident Donald Tusk Anfang März in den USA.

WASHINGTON: Russland darf künftig angereichertes Uran direkt an US-Atomkraftwerke mit neuen Reaktoren liefern. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten US-Handelsminister Carlos Guiterrez und der Chef der russischen Atomenergiebehörde, Seregej Kirijenko, in Washington. Bisher waren solche Direktlieferungen verboten, um die amerikanische Nuklearindustrie vor Konkurrenz zu schützen. Vorgesehen ist auch eine Aufstockung der Liefermenge.

PEKING: In der chinesischen Millionenstadt Chenzhou versuchen Wartungsmannschaften weiter unter Hochdruck, die eingefrorenen Haupt-Stromkabel freizulegen, um die Stadt wieder ans Netz zu bringen. Seit mehr als einer Woche sind rund vier Millionen Menschen in der Stadt ohne Elektrizität. Lebensmittel und Benzin werden knapp. Das öffentliche Leben und der Verkehr liegen nach den heftigen Schneefällen der vergangenen Tage in weiten Teilen Chinas lahm. 300.000 Soldaten und 1,1 Millionen Reservisten sind im Einsatz, um den Opfern der härtesten Kältewelle seit 50 Jahren zu helfen. Die Regierung in Peking schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden auf mittlerweile 7,5 Milliarden Dollar. Meteorologen gehen davon aus, dass sich die Wetterverhältnisse auch in den kommenden Tagen nicht ändern.

COLOMBO: Bei einem Attentat auf einen Bus in Sri Lanka sind mindestens 20 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden. Der Sprengkörper detonierte in dem Fahrzeug an einer Haltestelle in Dambulla etwa 150 Kilometer nördlich der Hauptstadt Colombo. Die Wucht der Detonation zerstörte weite Teile des Busbahnhofs, einer wichtigen Anlaufstelle für Reisende in der Region. Zu dem Attentat bekannte sich zunächst niemand. Die Streitkräfte machten tamilische Rebellen für den Anschlag verantwortlich. - Seit dem offiziellen Ende des Waffenstillstands Mitte Januar wurden bereits Hunderte Menschen im Kampf zwischen tamilischen Aufständischen und Regierungstruppen getötet.

BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler hat die Europäer zu einem stärkeren wirtschaftlichen Engagement in Afrika aufgerufen. Er wünsche sich mehr Unternehmen, die in diese Märkte investierten, sagte Köhler. Zugleich fordert er einen besseren Marktzugang für afrikanische Agrarprodukte in den Industrieländern und den Abbau von Zöllen für verarbeitete Produkte. Der Bundespräsident fliegt an diesem Samstag für mehrere Tage nach Uganda und Ruanda.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Fast im gesamten Land gibt es Schnee- oder Schneeregen. Nur im Südwesten ist es heiter und trocken. Tageswerte zwischen null und plus sechs Grad.

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