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Nachrichten

Samstag, 2. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Eine Woche vor Eröffnung der Olympischen Spiele in China hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble dazu aufgerufen, die Fortschritte des Landes anzuerkennen. Olympia werde die Öffnung Chinas weiter voranbringen, sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Chinesen schienen einzusehen, dass Freiheit und Menschenrechte die beste Basis für eine gute Zukunft seien. Schäuble forderte mehr Respekt vor der Entwicklung Chinas und der Größe der Probleme, die die dortige Führung meistern müsse. Das heiße nicht, dass der Westen keine Kritik üben dürfe. Wenn dies respektvoll geschehe, stoße man nach seiner Erfahrung auch auf offene Ohren, sagte der Minister.

MÜNCHEN: In der Siemens-Bestechungsaffäre hat nach Informationen der 'Süddeutschen Zeitung' erstmals ein internationaler Geschäftspartner Klage gegen den deutschen Konzern erhoben. Wie das Blatt berichtet, verlangt der griechische Telefonkonzern OTE beim Landgericht München Auskunft über die Schmiergeld-Affäre. Auf dieser Grundlage solle in einer weiteren Klage Schadenersatz geltend gemacht werden. Nach Erkenntnissen der Justiz in München und Athen hat Siemens jahrelang Mitarbeiter von OTE bestochen, um einen Großauftrag für den Ausbau des Telefonnetzes in Griechenland zu erhalten. Einer der Haupteigner der in Athen ansässigen Telefongesellschaft ist der griechische Staat. Jetzt steigt auch die Deutsche Telekom ein. Sollte OTE vor Gericht Schadenersatz durchsetzen, könnten Klagen anderer Geschäftspartner von Siemens folgen. Inzwischen ermitteln Behörden in fünf EU-Staaten sowie in Russland, Nigeria, Malaysia und Indonesien.

FRANKFURT AM MAIN: Der Steuerskandal um Schwarzgeld-Konten in Liechtenstein weitet sich nach einem Bericht der 'Frankfurter Rundschau' aus. Danach liegen dem Landgericht Rostock Belege für mehr als 1.800 bisher unbekannte Konten deutscher Steuersünder bei der Liechtensteinischen Landesbank vor. In Rostock müssen sich vier Angeklagte wegen millionenschwerer Erpressung der Bank verantworten. Sie sollen mit gestohlenen Kontenbelegen neun Millionen Euro erpresst haben. In den nächsten Wochen sollen die neuen Daten geprüft und später den Steuerbehörden übergeben werden. Auf den Konten befänden sich überwiegend Millionenbeträge, heißt es.

WASHINGTON: Die USA planen, dem Irak Waffen und militärisches Gerät für mehr als zehn Milliarden Dollar zu verkaufen. Darunter seien Panzer, leichte Panzerfahrzeuge und Hubschrauber, verlautete vom Verteidigungsministerium in Washington. Ziel der Lieferungen sei es, die irakischen Streitkräfte aufzurüsten und so für weitere Stabilität im Land zu sorgen. Die Geschäfte müssen formal noch im Kongress genehmigt werden. An den insgesamt sechs Waffen-Verkäufen, die das Pentagon jetzt genehmigte, sind Firmen wie Boeing, Lockheed Martin, Raytheon oder General Dynamics beteiligt.

COLOMBO: Indien und Pakistan bemühen sich nach jüngsten Spannungen, ihre Beziehungen wieder zu verbessern. Am Rande eines südostasiatischen Gipfeltreffens in Colombo spricht dazu Indiens Ministerpräsident Manmohan Singh mit seinem pakistanischen Kollegen Yousaf Raza Gillani. Die Beziehungen seien so schlecht wie seit vier Jahren nicht mehr, hieß es vor Beginn der Gespräche zwischen den beiden mit Atomwaffen ausgerüsteten Staaten, die 2004 erste Friedensgespräche eingeleitet hatten. Indien verdächtigt den militärischen Geheimdienst Pakistans, an der Planung eines Attentates auf die indische Botschaft im afghanischen Kabul mit 58 Toten beteiligt gewesen zu sein. Dies hat die Regierung in Islamabad ebenso zurückgewiesen wie Vorwürfe, den Waffenstillstand in der Himalaya-Region Kaschmir gebrochen zu haben.

BRÜSSEL: Nach Verhängung des landesweiten Notstandes wegen der hohen Zahl illegaler Einwanderer in Italien überprüft die Europäische Union die Ausländerpolitik des Landes. Die Regierung von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi übermittelte Informationen über verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in Flüchtlingslagern sowie ihre Pläne zur künftigen Familienzusammenführung, zur Anerkennung von Flüchtlingen und zur Freizügigkeit von EU-Bürgern an die Behörden in Brüssel. Die neuen Gesetze beziehen sich unter anderem auf die aus Rumänien nach Italien kommenden Minderheiten der Sinti und Roma. Italien will bei Familienzusammenführungen künftig DNA-Tests machen. Illegalen Einwanderern drohen Haftstrafen von bis zu vier Jahren.

MADRID: Nach fast 20-jähriger Haft ist in Spanien das frühere ETA-Mitglied José Ignacio de Juana Chaos, einer der gefährlichsten Terroristen des Landes, freigelassen worden. Der ehemalige baskische Untergrundkämpfer war für eine Serie von Anschlägen mit insgesamt 25 Toten zu einer Haftstrafe von insgesamt 3.000 Jahren verurteilt worden. Nach geltendem Recht hatte er allerdings deutlich weniger abzusitzen. Seine Freilassung gilt in Spanien als äußerst umstritten. Verbände von ETA-Opfern haben für diesen Samstag Demonstrationen in Madrid und im baskischen San Sebastian angekündigt.

GAZA-STADT: Durch neuerliche Zusammenstöße zwischen den rivalisierenden Palästinenser-Organisationen Hamas und Fatah sind im Gazastreifen mindestens ein Mensch getötet und 13 weitere verletzt worden. Hamas-Mitglieder hätten den Chef eines der Fatah nahestehenden Familienclans festnehmen wollen, der hinter einem jüngst verübten Bombenanschlag stecken soll, heißt es. Dabei sei es zu Schusswechseln gekommen. Durch den Anschlag waren am vergangenen Wochenende fünf Mitglieder des militärischen Arms der Hamas und ein fünfjähriges Mädchen getötet worden. - An der Grenze zu Ägypten starben unterdessen mindestens fünf Palästinenser beim Einsturz eines illegal gegrabenen Tunnels.

WASHINGTON: Die seit mehr als einem Jahr anhaltende Kreditkrise hat die inzwischen achte US-Bank in den Ruin getrieben. Die Behörden schlossen die First Priority Bank, die mit sechs Filialen zu den kleinen Instituten zählte. Das Geldhaus hatte seinen Sitz im Bundesstaat Florida, in dem die Immobilienkrise besonders tiefe Spuren hinterlassen hat. Die bislang größte Bankenpleite ereignete sich vor drei Wochen: Der größte unabhängige börsennotierte Baufinanzierer IndyMac wurde vom Staat übernommen.

SAN FRANCISCO: Nach einwöchigen Löscharbeiten ist es mehr als 4.000 Feuerwehrleuten gelungen, die Waldbrände vor den Toren des kalifornischen Yosemite-Nationalparks weitgehend einzudämmen. Rund 50 Gebäude und eine Fläche von mehr als 130 Quadratkilometern wurden ein Raub der Flammen. In den vergangenen Wochen hatten in Kalifornien zeitweise 20.000 Feuerwehrleute gegen mehr als 1.700 Brände angekämpft.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Westen zunächst vielfach sonnig mit einigen Wolkenfeldern, im Osten und Südosten mehr Wolken und gebietsweise Regen oder Gewitter. Höchstwerte 23 bis 28 Grad.

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