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Nachrichten

Samstag, 19. Mai 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag

KABUL: Bei einem Selbstmordanschlag in der nordafghanischen Stadt Kundus sind mindestens neun Menschen getötet worden, darunter auch Soldaten der Bundeswehr. Die afghanischen Behörden sprachen von mindestens drei getöteten deutschen Soldaten; das Bundesverteidigungsministerium nannte keine Zahlen. Auch unter den fast 20 Verletzten sollen zwei Mitglieder des deutschen ISAF-Kontingents sein. Sprecher fast aller im Bundestag vertretenen Parteien zeigten sich betroffen. Der Anschlag zeige die Notwendigkeit der internationalen Unterstützung der afghanischen Regierung. Die Linkspartei forderte dagegen die Beendigung des Bundeswehreinsatzes. Die Nato kündigte an, wegen der zunehmenden zivilen Opfer, ihre Taktik zu überprüfen. Die Glaubwürdigkeit der ausländischen Truppen schwinde zusehends.

BAGDAD: Zu einem überraschenden Besuch im Irak ist der scheidende britische Premierminister Tony Blair in Bagdad eingetroffen. Er traf mit Präsident Talabani und Regierungschef al-Maliki. Geplant ist noch ein Besuch bei den britischen Truppen, die im süd-irakischen Basra stationiert sind. Vor Blairs Eintreffen wurde die so genannte Grüne Zone in Bagdad, in der auch die britische Botschaft liegt, mit Raketen beschossen. In den USA scheiterte am Freitag ein Gespräch der demokratischen Mehrheitsführer im Kongress mit Regierungsvertretern über ein Abzugsdatum aus dem Irak. Das Repräsentantenhaus hatte in der vergangenen Woche nur Gelder bewilligt, die zu einer Finanzierung des Einsatzes der US-Truppen bis längstens August ausreichen.

GAZA-STADT: Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas bemüht sich weiter um ein Ende des Bruderkampfs zwischen Hamas- und Fatah-Anhängern. Er telefonierte mit dem im Exil lebenden Hamas-Führer Khaled Maschaal und mit Ägyptens Präsident Hosni Mubarak. Ziel ist, eine Waffenruhe zu erreichen. In den vergangenen fünf Tagen wurden mehr als 50 Palästinenser bei den Auseinandersetzungen getötet. Belastet wird die Situation der Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen zudem durch israelische Luftangriffe. Am Samstag bombardierte die Luftwaffe als Vergeltung für neue palästinensische Raketenangriffe zwei mutmaßliche Waffenlager in Gaza-Stadt. Mindestens ein Palästinenser wurde getötet.

POTSDAM: Die Finanzminister der G8-Staaten sind zu abschließenden Beratungen nahe Potsdam zusammengekommen. Verabschiedet werden soll unter anderem ein Aktionsprogramm, um afrikanische Länder vor neuen Schulden zu bewahren. Dies geschieht mit Blick vor allem auf China und Russland, die afrikanischen Staaten massiv Kredite ohne Prüfung gewähren. Keine Einigung wird bei der vor allem von Deutschland geforderten größeren Transparenz der hochspekulativen Hedge-Fonds erwartet. Diese agieren weitgehend ohne Kontrolle der Finanzmarktaufsicht und streben eine größtmögliche Gewinnmaximierung an.

BERLIN: Im Tarifkonflikt des deutschen Baugewerbes haben sich Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt im Schlichtungsverfahren auf einen neuen Kompromiss geeinigt. Unter Leitung von Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement beschlossen die Tarifparteien eine dreistufige Lohnerhöhung innerhalb von zwei Jahren. Danach steigen die Löhne und Gehälter der rund 700.000 Beschäftigten zum ersten Juni um 3,1 Prozent sowie zum April und September 2008 um 1,5 und 1,6 Prozent. Dazu kommen jeweils 0,5 Prozent als befristeter Betrag. Arbeitgeber und Gewerkschaft sprachen von einem akzeptablen Ergebnis. Ein erstes Tarifergebnis mit einer einjährigen Laufzeit war von mehreren Landesverbänden der Arbeitgeber abgelehnt worden.

NÜRNBERG: Ungeachtet des wirtschaftlichen Aufschwungs ist die Lage am deutschen Lehrstellenmarkt auch in diesem Jahr ernst. Nach einem Bericht der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg fehlen derzeit 210.000 Ausbildungsplätze. Sorge bereite vor allem die große Zahl von Altbewerbern, sagte Vorstandsmitglied Raimund Becker. Fast die Hälfte der Bewerber warte seit mindestens einem Jahr auf eine Lehrstelle. Becker forderte die Jugendlichen zu mehr Flexibilität auf. Bundesbildungsministerin Annette Schavan appellierte an die Unternehmen, den Aufschwung für die Einrichtung zusätzlicher Lehrstellen zu nutzen.

CARACAS: Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat Papst Benedikt den Sechzehnten aufgefordert, sich für seine Rede zur Christianisierung der indianischen Urbevölkerung zu entschuldigen. Er habe den -so wörtlich- Holocaust nach der Entdeckung der Neuen Welt 1492 ignoriert. Der Papst hatte in einer Rede vor der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz am vergangenen Sonntag festgestellt, die katholische Kirche habe sich den Eingeborenen in Lateinamerika nicht aufgezwungen, sondern sei von diesen bereits still herbeigesehnt worden. Bei der Christianisierung Lateinamerikas kamen Millionen von Ureinwohnern durch Krankheiten, Massaker und durch Versklavung ums Leben.

BUKAREST: Die Rumänen stimmen an diesem Samstag über ihren Staatspräsidenten Traian Basescu ab. Die Wahlbüros sind bis 19 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit geöffnet. Die rund 17,5 Millionen Stimmberechtigten müssen die Frage beantworten, ob sie die vom Parlament befürwortete Absetzung Basescus unterstützen. Erwartet wird wegen der großen Beliebtheit des Staatspräsidenten in der Bevölkerung ein klares 'Nein'. Das Parlament hatte im April die Absetzung mit der Begründung beschlossen, Basescu habe in mehreren Fällen gegen die Verfassung verstoßen. Das Verfassungsgericht hatte dem widersprochen. Da der Präsident in Rumänien vom Volk gewählt wird, setzte das Parlament das Referendum an.

LONDON: Die politische und soziale Zensur von Internetseiten nimmt einer internationalen Studie zufolge weltweit zu. Besonders den Menschen in Asien, dem Nahen Osten und Nordafrika werde der Zugang zu politischen, kulturellen, religiösen und sexualitätsbezogenen Informationen versperrt, ergab die Studie. An der Untersuchung haben Experten der Universitäten Oxford, Cambridge, Harvard und Toronto mitgewirkt. Sie machten sechs Staaten aus, die besonders intensiv politische Informationen zensierten: Birma, China, Iran, Syrien, Tunesien und Vietnam. Es gebe aber auch auch Staaten, die entgegen weit verbreiteten Annahmen nicht zensierten. Dies seien Afghanistan, Irak, Israel, Russland und Malaysia.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vom Saarland bis zur Ostsee wolkig mit Schauern, sonst zeitweise sonnig und meist trocken. Tagestemperaturen 18 bis 27 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 14°, Regen;
Berlin: 15°, fast wolkenlos;
Dresden: 15°, wolkenlos;
Köln/Bonn: 15°, nach Regen;
Frankfurt am Main: 14°, wolkig und
München: 15°, wolkenlos.

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