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Nachrichten

Samstag, 19. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BAGDAD: Bei Kämpfen zwischen Mitgliedern einer schiitischen Sekte und Sicherheitskräften im Süden des Irak sind fast 70 Menschen getötet worden. Die Mitglieder der Sekte 'Gläubige der Mehdi-Armee' hatten sich am Freitag in Nassirijah sowie in Basra stundenlange Gefechte mit Polizisten geliefert. Die Sicherheitskräfte begannen an diesem Samstagmorgen in Nassirijah mit der Durchsuchung von Häusern nach Aufständischen. Die Kämpfe bildeten den blutigen Auftakt des schiitischen Aschura-Festes. Zu diesem sind unter starken Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt Kerbela mehr als zwei Millionen Pilger zusammengekommen.

GAZA-STADT: Israel hat seine Angriffe im Gaza-Streifen fortgesetzt. Am Morgen griff die Luftwaffe nach Angaben einer Armeesprecherin mutmaßliche Raketenabschussstellen an. Mindestens zwei Mitglieder der radikal-islamischen Hamas wurden laut palästinensischen Ärzten dabei getötet. Israel wird derweil wegen seiner harten Militärreaktion auf den Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen im Ausland immer mehr kritisiert. Die Vereinten Nationen warnten davor, die palästinensische Bevölkerung kollektiv zu bestrafen. Die Außenkommissarin der Europäischen Union, Benita Ferrero-Waldner, forderte die israelische Führung auf, das notwendige Vertrauen für die Friedensgespräche mit den Palästinensern zu schaffen. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas hatte diese wegen der israelischen Angriffe zuletzt in Frage gestellt.

BERLIN: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich gegen Kritik an seinem Treffen mit dem syrischen Außenminister Walid Al Muallim in Berlin gewehrt. Die Isolation Syriens sei falsch, sagte Steinmeier. Wer wolle, dass der Friedensprozess im Nahen Osten Erfolg habe, müsse "die Zahl derjenigen reduzieren, die diesen Prozess stören können". Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" ergänzte der SPD-Politiker, er habe v o r seinem Treffen mit Muallim auch versucht, Bedenken der amerikanischen Regierung zu zerstreuen. Schließlich hätten die USA selbst die syrische Regierung zur Nahost-Konferenz in Annapolis eingeladen. --- In Berlin wurde indirekt bestätigt, dass Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Steinmeier in dieser Frage unterschiedlicher Auffassung sind. - Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU) sagte der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse", man müsse auch die Sorgen des Libanon ernst nehmen, dass sich die "Hardliner in Damaskus durch derartige Besuche noch bestätigt fühlen könnten".

MADRID: Die spanische Polizei hat in der nord-westlichen Stadt Barcelona 14 Terrorverdächtige festgenommen. Nach Angaben des Innenministeriums sollen sie eine Verbindung zu Radikalislamisten haben. Das bei den Razzien beschlagnahmte Material werde derzeit analysiert. Weitere Festnahmen seien nicht ausgeschlossen. Im Tagesverlauf will sich Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba auf einer Pressekonferenz zu den Ermittlungen äußern. Anfang November vergangenen Jahres waren die Urteile im Prozess wegen der Anschläge auf Pendlerzüge in Madrid im März 2004 gefällt worden. 21 Angeklagte wurden zu Haftstrafen verurteilt, drei von ihnen zur Höchststrafe von rund 40.000 Jahren.

LONDON: Amnesty International hat die kenianische Polizei wegen ihres Verhaltens während der dreitägigen Oppositionsproteste kritisiert. Ein Sprecher sagte, sie habe übermäßige Gewalt angewendet, indem sie auf Demonstranten geschossen habe. Die Regierung müsse eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle einleiten und die verantwortlichen Offiziere zur Rechenschaft ziehen. Bei den Protesten, die am Freitag beendet wurden, kamen mindestens 25 Menschen ums Leben. Die Opposition hatte angekündigt, sie wolle sich nun auf Boykottaktionen verlegen. Die kenianische Polizei hatte am Freitag zwei Deutsche und eine Niederländerin unter Terrorismusverdacht festgenommen und deren Foto- und Filmmaterial beschlagnahmt. Bei einem der Festgenommenen handelt es sich um den Swing-Musiker Andrej Hermlin.

BERLIN: Vertreter der Bundesregierung und Nordrhein-Westfalens haben sich mit der Geschäftsleitung des finnischen Handy-Konzerns Nokia zu einer mehrstündigen Krisensitzung getroffen. Über den Inhalt der Berliner Gespräche über die geplante Werksschließung in Bochum wurde allerdings Stillschweigen vereinbart. Ein Regierungssprecher hatte zuvor erklärt, es gehe vor allem darum, für den Standort und die Beschäftigten noch möglichst viel herauszuholen. Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben warf Nokia Subventions-"Tricksereien" vor. Die Berichte über die Verwendung der Mittel seien lückenhaft, sagte die CDU-Politikerin dem Magazin "Focus". Außerdem sei die Zahl der Arbeitsplätze schöngerechnet worden. Wenn das Werk in Bochum geschlossen werde, müsse Nokia mehr als 40 Millionen Euro zurückzahlen.

FRANKFURT AM MAIN: In Deutschland droht nach Ansicht der OECD mittelfristig ein starker Anstieg der Altersarmut. In 30 bis 40 Jahren werde sich die Versorgung der Geringverdiener sowie der Menschen, die nicht durchgehend Rentenbeiträge gezahlt haben, massiv verschlechtern, warnte die Rentenexpertin der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Monika Queisser, in der "Frankfurter Rundschau". Sie empfahl der Bundesregierung, sich am Vorbild der Schweiz zu orientieren, die eine staatliche Sockelrente mit einer P f l i c h t zur zusätzlichen betrieblichen und privaten Altersvorsorge kombiniere, entsprechend der Leistungsfähigkeit der Bürger.

BADEN-BADEN: Das Museum Frieder Burda steht ab sofort ganz im Zeichen des Werkes von Gerhard Richter: Bis Ende April sind über 60 zumeist großformatige Bilder des deutschen Malers in Baden-Baden zu sehen. Der 75-jährige Richter hat die Ausstellung selbst aus mehreren Privatsammlungen zusammengestellt. Er zählt zu den international bedeutendsten Gegenwartskünstlern. Seine Bilder erzielen zudem regelmäßig Rekordsummen. --- Die Ausstellung wird in veränderter Zusammenstellung im Anschluss an Baden-Baden im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 im "National Art Museum of China" in Peking gezeigt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Etwas sonnig von den Küsten her sowie am Alpenrand. Dazwischen bedeckt mit häufigen Regenschauern. Maximal sechs bis 14 Grad Celsius.

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