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Nachrichten

Samstag, 19. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

DÜSSELDORF: Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post stehen die Zeichen auf Streik. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi wurden die Tarifverhandlungen ergebnislos beendet. Die Post habe ein Angebot vorgelegt, das eine 'mutwillige Provokation eines Arbeitskampfes' darstelle, sagte ein Verdi-Sprecher. Hauptstreitpunkt war offenbar die vom Unternehmen geforderte Arbeitszeitverlängerung. Zudem wollte die Post ihren 130.000 Tarifbeschäftigten maximal 5,5 Prozent mehr Geld zahlen, verteilt auf zwei Jahre. Verdi verlangte ein Einkommensplus von sieben Prozent.

BERLIN: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat Pläne verteidigt, dem Bundeskriminalamt zur Abwehr terroristischer Gefahren die Video-Überwachung privater Wohnungen zu gestatten. Die im neuen BKA-Gesetz vorgesehene Regelung sei verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, erklärte Zypries. Heftige Kritik hatten vor allem Politiker der Opposition geäußert. Die Grünen sprachen von 'Überwachungswahn', die FDP drohte mit einer neuen Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Nach Presseinformationen plant die Bundesregierung auch, schon die Vorbereitung von Terroranschlägen künftig mit bis zu zehn Jahren Haft bestrafen zu können. Ein entsprechender Gesetzentwurf sei innerhalb der Regierung bereits abgestimmt, berichtet die Zeitung 'Bild am Sonntag'.

BAGDAD: In der südirakischen Stadt Basra ist es zu den seit Wochen heftigsten Kämpfen gekommen. Regierungstruppen rückten nach eigenen Angaben in einen Stadtteil vor, der als Hochburg der Miliz des radikalen Schiiten-Predigers Moktada al-Sadr gilt. Unterstützt wurden sie dabei von US-Kampfflugzeugen und britischer Artillerie. Informationen über Tote oder Verletzte liegen nicht vor. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hatte bereits im vergangenen Monat mit der Zerschlagung der Miliz gedroht, die sich sowohl in Basra als auch in Bagdad anhaltende Kämpfe mit Regierungstruppen und dem US-Militär liefert.

ISLAMABAD: Pakistan hat wieder eine atomwaffentaugliche Rakete mit einer Reichweite von etwa 2.000 Kilometern getestet. Wie das Militär in Islamabad mitteilte, verlief der Test erfolgreich. Die Rakete kann sowohl mit herkömmlichen als auch mit Nuklear-Sprengköpfen bestückt werden. Die verfeindeten Atommächte Indien und Pakistan testen regelmäßig atomwaffentaugliche Raketen aus eigener Produktion. Im Rahmen der 2004 begonnenen Friedensgespräche haben die beiden Nachbarstaaten vereinbart, sich über Abschüsse gegenseitig zu informieren.

HARARE: In Simbabwe hat ungeachtet der Proteste der Opposition eine teilweise Neuauszählung der Parlamentswahl von Ende März begonnen. Die regierende Partei von Präsident Robert Mugabe hatte diese unter Hinweis auf möglichen Betrug erzwungen. Neu ausgezählt werden die Stimmen in 23 der insgesamt 210 Wahlkreise. Nach dem ursprünglichen Ergebnis hatte die Regierungspartei ZANU-PF ihre Mehrheit an den politischen Gegner abgeben müssen. Die Resultate der parallel veranstalteten Präsidentenwahl sind noch immer nicht bekannt. Vertreter der Opposition haben sich unterdessen in Nairobi mit dem ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan getroffen. Dieser hatte bereits dabei geholfen, die innenpolitischen Spannungen in Kenia nach der dortigen Wahl zu entschärfen.

NEW YORK: Als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche hat Papst Benedikt XVI. eine Synagoge in den USA besucht. Der Papst kam in der New Yorker 'Park East'-Synagoge mit Vertretern der jüdischen Gemeinde zusammen. Der Rabbiner Arthur Schneier, ein aus Österreich stammender Überlebender des Holocaust, bezeichnete den Besuch als 'historisches Ereignis'. Am Freitag hatte Benedikt in New York auch eine Rede vor der UN-Vollversammlung gehalten. Dabei rief er die internationale Staatengemeinschaft auf, die drängenden Probleme der Welt gemeinsam zu lösen.

BERLIN: Angesichts rasant steigender Lebensmittelpreise hat Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer eine grundlegende Neuausrichtung der Agrarpolitik gefordert. Um weitere Preissprünge zu verhindern, müssten weltweit mehr Nahrungsmittel produziert werden, sagte der CSU-Politiker. Schließlich gehe die Welternährungsorganisation davon aus, dass der Bedarf an Lebensmitteln bis zum Jahr 2030 um 60 Prozent zunehme. Möglichst rasch wieder genutzt werden müssten auch landwirtschaftliche Flächen, die von der Europäischen Union stillgelegt worden seien, verlangte Seehofer.

MÜNCHEN: Knapp anderthalb Jahre nach Beginn der Schmiergeldaffäre bei Siemens liegen der Münchner Staatsanwaltschaft nach Medienberichten schwere Anschuldigungen gegen Ex-Konzernchef Heinrich von Pierer vor. Wie 'Spiegel Online' und die 'Süddeutsche Zeitung' berichten, hat ein Siemens-Manager ausgesagt, von Pierer habe ihn und einen Kollegen gedrängt, fragwürdige Provisionszahlungen in Millionenhöhe vorzunehmen. Dies habe in Zusammenhang mit einem angestrebten Großprojekt in Argentinien in den Jahren 2002 und 2003 gestanden. Über die Skrupel, die der Manager geäußert habe, sei der Konzernchef hinweggegangen. Von Pierer selbst bestreitet die Vorwürfe.

MEXIKO-STADT: Beim Absturz eines Hubschraubers sind in Mexiko elf Armee-Angehörige ums Leben gekommen. Ein Soldat überlebte schwer verletzt. Der Hubschrauber schlug aus unbekannter Ursache in einem Wohngebiet der Stadt Uruapan im westlichen Bundesstaat Michoacan auf. In diesem Gebiet sind die Streitkräfte im Kampf gegen Drogenhandel und organisierte Kriminalität im Einsatz.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst überwiegend stark bewölkt oder bedeckt, örtlich Regen. Im Norden und später von Südwesten her etwas Sonne. Höchstwerte acht bis 13 Grad, in Südbaden bis 16 Grad.

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