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Nachrichten

Samstag, 18. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die SPD ist zu ihrem Sonderparteitag in Berlin zusammengekommen. Dabei wollen die 525 Delegierten nach dem Rücktritt von Parteichef Kurt Beck vor sechs Wochen Franz Müntefering zum neuen Vorsitzenden wählen. Zudem soll Außenminister Frank-Walter Steinmeier in geheimer Wahl zum SPD-Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2009 nominiert werden. Beide Politiker werden sich in Grundsatzreden zum künftigen Kurs der SPD äußern. Der Parteitag will sich außerdem wegen der Finanzkrise für zusätzliche staatliche Anreize aussprechen, um eine drohende Rezession zu bekämpfen.

BERLIN: Die Bundesregierung dringt angesichts der Finanzkrise auf vertrauensbildende Maßnahmen durch die Banken selbst. Notwendig sei etwa eine stärkere Informationspflicht der Geldinstitute gegenüber den Kunden, erklärte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. Der CSU-Politiker sprach sich in einem Beitrag für die Zeitung "Bild am Sonntag" ferner dafür aus, die Provisionsregeln innerhalb der Banken zu ändern. Es müsse verboten werden, dass den Kunden ein Finanzprodukt nur deshalb angeboten werde, weil es hohe Provisionen bringe. Bundestag und Bundesrat hatten am Freitag dem staatlichen Rettungspaket im Gesamtumfang von 500 Milliarden Euro für in Schieflage geratene Banken zugestimmt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich auf einer Festveranstaltung in München für eine reformierte Welt-Finanzordnung aus.

WASHINGTON: Der französische Staatschef Nicolas Sarkozy als EU-Ratspräsident und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso fliegen an diesem Samstag in die Vereinigten Staaten, um mit US-Präsident George W. Bush über die Lage an den Finanzmärkten zu beraten. Bush hat Sarkozy und Barroso auf seinen Landsitz Camp David eingeladen. Der französische Präsident hielt sich zuvor zu politischen Gesprächen im kanadischen Québec auf. Nach Unterredungen mit Kanadas Premierminister Stephen Harper schlug Sarkozy vor, den geplanten Weltfinanzgipfel möglichst schon Ende November abzuhalten. Daran sollten auch China, Indien und mindestens ein arabisches Land teilnehmen, sagte Sarkozy.

BAGDAD: In der irakischen Hauptstadt haben mehrere zehntausend Menschen gegen die US-Militärpräsenz in ihrem Land und gegen das geplante Sicherheitsabkommen mit der Regierung in Washington protestiert. Die Menge, die sich in den Morgenstunden im Viertel Sadr City im Osten Bagdads versammelt hatte, wurde von schiitischen Geistlichen angeführt. Bei den Teilnehmern der Protestaktion handelte es sich Agenturberichten zufolge um Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al Sadr. Die Regierungen in Washington und Bagdad verhandeln derzeit über eine Verlängerung der US-Präsenz über das Ende dieses Jahres hinaus.

KABUL: Bei einem neuen Selbstmordanschlag in Afghanistan sind mehrere Nato-Soldaten verletzt worden. Die Tat ereignete sich in der Stadt Herat im Westen des Landes. Der Attentäter habe seinen Wagen in eine Patrouille italienischer Soldaten der ISAF-Schutztruppe gesteuert und sich dann in die Luft gesprengt, heißt es in Agenturberichten. Ein Polizeisprecher erklärte, die Explosion sei so heftig gewesen, dass eines der gepanzerten Fahrzeuge von der Straße geschleudert worden sei.

HARARE: Gut einen Monat nach Unterzeichnung des Abkommens zur Teilung der Macht in Simbabwe hat die Opposition die Verhandlungen über die Bildung einer Koalitionsregierung für gescheitert erklärt. Der Chef der oppositionellen 'Bewegung für Demokratischen Wandel', Morgan Tsvangirai, bat vor Journalisten in der Hauptstadt Harare die Afrikanische Union AU um Hilfe. Präsident Robert Mugabe hatte kürzlich ohne Absprache zwei enge Vertraute als seine Stellvertreter vereidigt und mehrere Schlüsselministerien bereits mit Mitgliedern seiner Partei besetzt. Südafrikas Ex-Präsident Thabo Mbeki, der sich in den vergangenen Tagen in Harare um weitere Vermittlung bemühte, sieht die Gespräche zur Regierungsbildung noch nicht am Ende. Für Montag kündigte er ein Treffen mit hochrangigen Vertretern aus Swasiland, Mosambik und Angola an, die ebenfalls vermittelnd eingreifen sollten.

ZCHINWALI: Im Kaukasus-Konflikt hat Südossetien erneut Georgien vorgeworfen, die vereinbarte Waffenruhe zu brechen. Die georgische Seite habe in den Morgenstunden südossetische Wachposten beschossen, erklärte Innenminister Michail Mindsajew laut der Agentur Interfax in Zchinwali. Verletzt worden sei niemand. Die beiden von Georgien abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien sind von Russland als eigenständige Staaten anerkannt worden.

WASHINGTON: Nach der Streichung Nordkoreas von der amerikanischen Liste mutmaßlicher Terrorstaaten hat das kommunistische Land seine Maßnahmen zur Stilllegung der Atomanlage in Yongbyon wieder aufgenommen. Brennstäbe seien entfernt und das Überwachungssystem zur Demontage wieder installiert worden, teilte US-Außenamtssprecher Sean McCormack mit. Verteidigungsminister Robert Gates bekräftigte im Gespräch mit seinem südkoreanischen Kollegen Lee Sang Hee in Washington das Ziel, die koreanische Halbinsel zu einer atomwaffenfreien Zone zu machen.

BANGKOK: Soldaten aus Thailand und Kambodscha sind an der umstrittenen Grenze beider Staaten zu einem informellen Treffen zusammengekommen. Die Kommandeure wiesen dabei ihre Truppen an, nicht mehr aufeinander zu schießen. In dieser Woche waren bei Kämpfen in der Grenzregion zwei kambodschanische Soldaten getötet und sieben Männer aus Thailand verletzt worden. Offiziere beider Seiten sollen sich jetzt regelmäßig treffen, um Spannungen abzubauen. Hintergrund für den Konflikt ist der jahrzehntealte Territorialstreit um den Hindu-Tempel Preah Vihear. Die UNESCO hat den Tempel, dessen Haupteingang auf thailändischer Seite liegt, im Juli als kambodschanisches Gebäude in die Weltkulturerbe-Liste aufgenommen.

PEKING: Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hat angesichts des Skandals um verseuchte Milchprodukte Versäumnisse seiner Regierung eingestanden. Zwar sei die Verunreinigung der Produkte in den Fabriken passiert, die Regierung trage jedoch bei der Produktionskontrolle eine Mitverantwortung, sagte Wen in einem Interview mit der US-Zeitschrift "Science Magazine". Durch die mit der Chemikalie Melamin versetzten Milchprodukte waren in China mehrere zehntausend Kinder krank geworden. Vier Kleinkinder starben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden zunehmend wolkig und vereinzelt Schauer. Sonst locker bewölkt oder sonnig und trocken. Höchsttemperaturen von neun bis 16 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 8 Grad, wolkig;´
Berlin und Dresden: 6 Grad, wolkig;
Köln/Bonn: 3 Grad, leicht bewölkt;
Frankfurt am Main: 1 Grad, dunstig
und München: 3 Grad, fast wolkenlos.

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