1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Samstag, 18. November 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

HANOI: In der vietnamesischen Hauptstadt hat das Gipfeltreffen der Pazifikanrainerstaaten begonnen. Daran nehmen US-Präsident George W. Bush, der chinesische Präsident Hu Jintao, der russische Präsident Wladimir Putin und die Regierungsspitzen 18 weiterer Länder teil. Auf dem Treffen der so genannten Apec-Staaten geht es vor allem um eine engere ökonomische Zusammenarbeit; außerdem soll über die Terrorbekämpfung und die nukleare Bedrohung durch Nordkorea gesprochen werden. Bereits im Vorfeld des Gipfels war der Atomstreit zentrales Thema mehrerer bilateraler Gespräche. So sagten die Präsidenten Chinas und Südkoreas, Hu Jintao und Roh Moo-Hyun nach einem Treffen, der Schlüssel zur Lösung des Streits liege auch in direkten Kontakten zwischen Vertretern der USA und Nordkoreas.

COLOMBO: Marinesoldaten in Sri Lanka haben bei einem Seegefecht am Samstag nach eigenen Angaben mindestens 15 tamilische Rebellen getötet. Ein Sprecher der Streitkräfte teilte mit, Boote der Befreiungstiger von Tamil Eelam hätten versucht, die Küste zu erreichen. Der Angriff sei zurückgeschlagen worden; mehrere Boote der Rebellen seien versenkt worden. Die Rebellen wiesen den Militärbericht zurück und teilten ihrerseits mit, sie hätten bei den Angriffen zehn Regierungssoldaten getötet. Seit dem Scheitern der Friedensgespräche ist der Bürgerkrieg in Sri Lanka wieder voll entbrannt. In diesem Jahr wurden bei Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen mehr als 3.000 Menschen getötet.

NAIROBI: Die internationale Klimakonferenz hat sich nach zähen Verhandlungen auf einen neuen Zeitplan im Kampf gegen die Erderwärmung verständigt. Zum Abschluß der zweiwöchigen Beratungen vereinbarten die Vertreter von fast 200 Staaten, im Jahre 2008 die Umsetzung des Klimaschutzprotokolls von Kyoto zu überprüfen. Auf dieser Grundlage sollen dann neue Quoten für die Emission klimaschädlicher Treibhausgase für die Zeit nach 2012 festgelegt werden. Dann läuft das Kyoto-Protokoll aus. Umweltschützer sprachen angesichts des Klimawandels von bescheidenen Vereinbarungen.

MELBOURNE: Die Finanzminister der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer haben in der australischen Stadt Melbourne Beratungen

über den Energiebedarf der Weltwirtschaft aufgenommen. Die Minister und Notenbankchefs der sogenannten G-20-Staaten wollen vor allem über die Voraussetzungen für einen fairen Energiemarkt sprechen. Eine

Einigung sei nötig, um einen weltweiten Kampf um die Ressourcen zu vermeiden, sagte der australische Finanzminister Peter Costello. Bei dem zweitägigen Treffen geht es auch um die Kosten des Klimawandels. Begleitet wurde der Auftakt der Gespräche von teils gewalttätigen Protesten. Die rund 2.500 Demonstranten warfen den G-20-Staaten vor, das Los der Armen in der Welt durch ihre Politik zu verschlimmern.

NUKU'ALOFA: Australien und Neuseeland haben mehr als 150 Soldaten und Polizisten nach Tonga entsandt. Die Regierung des pazifischen Inselstaats hatte nach blutigen Unruhen mit mehreren Toten beide Staaten um die Truppen-Entsendung gebeten. Die Lage in der Hauptstadt

Tongas, Nuku'Alofa, blieb derweil ruhig; ein großer Teil der Stadt wurde abgeriegelt. Gruppen von Jugendlichen hatten am Donnerstag zahlreiche Gebäude in Brand gesetzt. Die Unruhen waren ausgebrochen, nachdem sich die Regierung geweigert habe, noch in diesem Jahr demokratische Reformen zu beschließen. Auf Tonga herrschen bislang weitgehend feudale Verhältnisse.

GAZA-STADT: Israelische Kampfflugzeuge haben mehrere Häuser in der Stadt Gaza zerstört. Nach palästinensischen Angaben wurde unter anderem das Haus eines Hamas-Aktivisten getroffen. Verletzt worden sei niemand. Die Ziele lagen den Angaben zufolge nur etwa 600 Meter vom Wohnsitz des palästinensischen Ministerpräsidenten Ismail Hanija entfernt. Zuvor hatte die UN-Vollversammlung den israelischen Artillerieangriff auf die Stadt Beit Hanun im Gaza-Streifen tief bedauert, bei dem vor zehn Tagen 19 Palästinenser getötet worden waren. Gleichzeitig wird in der UN-Resolution aber auch eine Einstellung der palästinensische Raketenangriffe auf israelisches Gebiet gefordert.

KARLSRUHE: Der verurteilte Terrorhelfer Mounir el Motassadeq ist nun doch in Hamburg in Untersuchungshaft genommen worden. Der Bundesgerichtshof gab einer Beschwerde der Bundesanwaltschaft gegen die Haftverschonung des 32 Jahre alten Marokkaners statt. Es bestehe erhöhte Fluchtgefahr, hieß es zur Begründung. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs muss der Angeklagte nicht nur wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilt werden, sondern auch wegen Beihilfe zum Mord. Motassadeq soll die Todespiloten vom 11. September 2001 unterstützt haben. - Sein Anwalt kündigte eine Beschwerde gegen die Inhaftierung beim Bundesverfassungsgericht an.

BERLIN: Trotz der Einigung der Innenminister geht der Streit über ein Bleiberecht für die in Deutschland bislang nur geduldeten Ausländer weiter. SPD-Fraktionsvize Fritz Rudolf Körper sagte der 'Financial Times Deutschland' dies sei nur ein Zwischenschritt. Der Unions-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sprach in der 'Thüringer Allgemeinen' von unterschiedlichen Interpretationen des Beschlusses.

Der Grünen-Politiker Volker Beck nannte die Einigung ein humanitäres Armutszeugnis. Der am Freitag gefundene Kompromiss der Innenminister von Bund und Ländern sieht vor, dass langjährig in Deutschland lebende geduldete Ausländer, die einen Arbeitsplatz haben, sofort ein Bleiberecht erhalten können. Alle anderen haben bis Ende September 2007 Zeit, sich eine Arbeit zu suchen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist bewölkt mit Schauern, dazwischen auch längere Auflockerungen. Tagestemperaturen acht bis 14 Grad Celsius.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 10 Grad, wolkig ;

Berlin: 10 Grad, regnerisch;

Dresden: 9 Grad, stark bewölkt;

Köln/Bonn: 10 Grad, wolkig;

Frankfurt am Main: 11 Grad, bedeckt und

München: 6 Grad, wolkig.

Audio und Video zum Thema