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Nachrichten

Samstag, 18. März 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag

NEW YORK: In der Auseinandersetzung über das iranische Atomprogramm gibt es im UN-Sicherheitsrat offenbar eine deutliche Annäherung. Das bestätigten die UN-Botschafter der USA, Großbritanniens und Frankreichs. Der amerikanische UN-Botschafter John Bolton sagte, der Rat werde voraussichtlich schon Anfang kommender Woche eine gemeinsame Erklärung an den Iran richten. Nach Angaben von UN-Diplomaten soll die Regierung in Teheran in der Erklärung aufgefordert werden, mit der Internationalen Atomenergiebehörde zusammenzuarbeiten, sowie die Urananreicherung umgehend einzustellen und die Nuklearforschung zu beenden. Strittiger Punkt sei die Frist, die dem Iran zur Umsetzung der Forderungen gesetzt werden solle. Hier lägen vor allem die Vorstellungen der USA und Chinas weit auseinander.

WASHINGTON: Die USA haben nach eigenen Angaben Zweifel an der angeblichen Bereitschaft des Iran, Gespräche über die prekäre Sicherheitslage im Irak zu führen. Das Angebot aus Teheran sei möglicherweise lediglich der Versuch, vom Atomstreit abzulenken, sagte Sicherheitsberater Stephen Hadley. Die USA wollen bei möglichen Gesprächen vor allem Vorwürfe thematisieren, der Iran liefere Waffen an schiitische Kämpfer im Nachbarland. Es wäre der erste offizielle Dialog zwischen beiden Staaten seit fast 30 Jahren.

PARIS: Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac hat vor den für diesen Samstag angekündigten neuen Massendemonstrationen gegen die umstrittene Arbeitsmarktreform zur Besonnenheit aufgerufen. Die Regierung sei zum Dialog bereit, betonte Chirac an die Adresse der Gewerkschaften gerichtet. - Die Gewerkschaft CFDT rechnet mit rund 1,5 Millionen Teilnehmern an den Demonstrationen gegen die Lockerung des Kündigungsschutzes für Berufsanfänger.

KABUL: In Afghanistan sind neun Polizisten bei der Bergung der Leichen von vier ermordeten Mazedoniern bei einem Anschlag getötet worden. Das Fahrzeug der Polizisten sei vermutlich auf eine Mine gefahren, teilte der Gouverneur der Provinz Kandahar mit. - Die radikalislamischen Taliban hatten nach eigenen Angaben die vier Mazedonier vor einer Woche entführt und getötet. Es handelt sich offensichtlich um die vermissten Mitarbeiter der deutschen Firma Ecolog, die für die ausländischen Truppen in Afghanistan arbeitet.

SYDNEY: Die Außenminister der USA, Australiens und Japans haben bei einem Dreier-Treffen in Sydney über Fragen der Sicherheit in der Asien-Pazifk-Region beraten. Dabei forderten US-Außenministerin Condoleezza Rice sowie ihre Kollegen Alexander Downer und Taro Aso das kommunistische Nordkorea auf, zu den Sechs-Nationen-Gesprächen über sein umstrittenes Atomprogramm zurückzukehren.

RAMALLAH: Die radikal-islamische Hamas will an diesem Samstag Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ihre Kabinettsliste vorlegen. In wochenlangen Verhandlungen war es der radikalen Gruppierung nicht gelungen, eine der anderen im Parlament vertretenen Parteien für eine Regierungskoalition zu gewinnen. Die Hamas hatte die bisher regierende Fatah-Partei bei der Wahl im Januar deutlich geschlagen. - Innnerhalb der Fatah wächst der Unmut über Parteichef Abbas. Mehrere Fatah-Politiker stellten seine Regierungsfähigkeit in Frage und forderten den Palästinenserpräsidenten zum Rücktritt auf.

BELGRAD: Eine Woche nach seinem Tod im Gefängnis des UN-Kriegsverbrechertribunals wird der ehemalige jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic in seiner serbischen Heimat beigesetzt. Ein Staatsbegräbnis, wie es seine Anhänger forderten, bekommt er jedoch nicht. Die Familie will an der Trauerfeier nicht teilnehmen. Offensichtlich, weil in Serbien mit Haftbefehl gesuchte Familienangehörige eine Festnahme fürchten.

WIEN: Der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hat die Staaten der Europäischen Union anläßlich des EU-Frühjahrsgipfels in der kommenden Woche aufgefordert, ihre Reformanstrengungen deutlich zu erhöhen. Der Tageszeitung 'Die Welt' sagte der amtierende EU-Ratspräsident, bis 2010 könnten zehn Millionen zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, wenn die EU-Staaten bereit wären, Reformen umzusetzen, den Mittelstand zu fördern und die Entbürokratisierung voranzutreiben.

KÖLN: Nach dem Entzug seiner Akkreditierung als Wahlbeobachter in Weißrussland hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Georg Schirmbeck die Führung in Minsk scharf kritisiert. Die Präsidentenwahl am Sonntag sei eine Farce, das Ergebnis werde gefälscht, sagte Schirmbeck im 'Deutschlandfunk'. Schirmbeck sollte die Wahl in Weißrussland im Auftrag der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa beobachten. Ihm war die Einreise verweigert worden, nachdem er Präsident Alexander Lukaschenko als letzten Diktator Europas bezeichnet hatte. Lukaschenko warnte die Opposition in einer Fernsehansprache vor Protesten und drohte mit Gewalt.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat die Ausländer in Deutschland zu eigenen Anstrengungen bei der Einbürgerung aufgefordert. Der Zeitung 'Bild am Sonntag' sagte der CDU-Politiker, er begrüße den in Hessen geplanten Einbürgerungstest. Es sei nicht zuviel verlangt, wenn jemand für seine Einbürgerung Grundwissen über Deutschland erwerbe. - Schleswig-Holsteins SPD-Innenminister Ralf Stegner lehnte Forderungen aus der Union nach einem bundeseinheitlichen Einbürgerungstest ab. Die bisherigen Voraussetzungen für Einbürgerungen reichten aus, sagte Stegner der 'Berliner Zeitung'.

BERLIN: Der Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag, Oskar Lafontaine, wird nach Informationen des Magazins 'Focus' vom saarländischen Verfassungsschutz beobachtet. Grund sei die Mitgliedschaft des früheren SPD-Vorsitzenden in der als extremistisch eingestuften Linkspartei. Die Partei, beziehungsweise ihr Vorläufer PDS werde seit 2000 vom Verfassungsschutz an der Saar beobachtet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND:Im Osten und Norden teils lange bewölkt oder trüb, aber meist trocken. Im Westen und Süden freundlicher. Tagestemperaturen drei bis acht Grad Celsius, im Südwesten bis 11 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: minus zwei Grad, nach Nieselregen; Berlin: minus ein Grad, bedeckt; Dresden: minus ein Grad, Schneegriesel; Köln/Bonn: ein Grad, leicht bewölkt; Frankfurt am Main: null Grad, fast wolkenlos und München: minus zwei Grad, stark bewölkt.