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Nachrichten

Samstag, 16. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

KAIRO: Die Proteste gegen die Äußerungen von Papst Benedikt dem Sechzehnten über den Islam halten an. In Kairo, dem Gazastreifen und auch in Indien gab es Demonstrationen. Der Regierungschef Malaysias, Abdullah Badawi, forderte den Papst auf, seine Äußerungen zurückzunehmen und sich zu entschuldigen. Ähnlich äußerten sich die sechs im Golf-Kooperationsrat zusammengeschlossenen Staaten. Der Vatikan bemüht sich derweil um Schadensbegrenzung. In keiner Weise habe der Papst die religiösen Gefühle der Muslime verletzten wollen, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. Es gehe ihm vielmehr um eine Haltung des Respekt und des Dialogs. Benedikt der Sechzehnte hatte während seines Deutschland-Besuchs einen byzantinischen Kaiser zitiert. Darin heißt es, Mohammed habe nur Schlechtes gebracht, weil er den Glauben mit dem Schwert verbreiten lassen wollte.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Kritik an den Äußerungen Benedikts des Sechzehnten zum Islam zurückgewiesen. Wer den Papst kritisiere, verkenne die Intention seiner Rede, sagte die CDU-Chefin der 'Bild'-Zeitung. Dagegen verlangte der Zentralrat der Muslime in Deutschland eine Entschuldigung des Papstes. Es sei zudem eine Gelegenheit für eine umfassende Entschuldigung der katholischen Kirche bei allen Muslimen für Kreuzzüge, Zwangsbekehrungen und Vertreibungen, sagte der Vorsitzende des Zentralrates, Ayyub Axel Köhler, dem Magazin 'Focus'. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, äußerte Verständnis für den Unmut der Muslime.

OTTAWA: Kanada hat angekündigt, weitere 200 Soldaten und zusätzliche Panzer nach Afghanistan zu entsenden. Nach Angaben der Regierung in Ottawa kommt Kanada damit einer Bitte der Nato-Führung nach. Die Allianz mahnte angesichts der heftigen Kämpfe mit Taliban-Rebellen 2.500 zusätzliche Soldaten an. Polen stellte daraufhin 1.000 Soldaten in Aussicht. Die Schutztruppe Isaf hat knapp 20.000 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Vor allem im Süden des Landes stoßen sie seit Monaten auf heftigen Widerstand der Taliban.

WASHINGTON: Die israelische Außenministerin Zipi Livni hat die libanesische Regierung dazu aufgerufen, das Waffenembargo gegen die Hisbollah-Miliz durchzusetzen. Dies sei ein Test für die Regierung in Beirut und auch für die internationale Gemeinschaft, sagte die Ministerin vor ihrem Rückflug aus den USA. Israel gehe davon aus, dass die Hisbollah nicht mehr über viele Waffen verfüge. Nun müsse der Libanon seine Souveränität geltend machen und die schiitische Miliz entwaffen.

BAGDAD: Angesichts der nicht abbrechenden Serie blutiger Anschläge soll die irakische Hauptstadt Bagdad durch Gräben und Sperren für Attentäter unzugänglich gemacht werden. Nach US-Zeitungsberichten wollen die amerikanischen Truppen und irakische Sicherheitskräfte die Millionenstadt mit einem rund 100 Kilometer langen Ring von Gräben und Barrieren abriegeln. Der Verkehr solle gezielt über die Hauptzufahrtsstraßen gelenkt werden. Kleinere Zufahrten würden gesperrt, heißt es. Zuvor hatten die USA wegen der zunehmenden Gewalt in Bagdad ihre dortigen Truppen mit Soldaten aus anderen Landesteilen verstärkt.

NEW YORK: Die frühere lettische Präsidentin Vaira Vike-Freiberga bewirbt sich um die Nachfolge von UN-Generalsekretär Kofi Annan, dessen Amtszeit am 31. Dezember endet. Vor ihr haben bereits fünf Männer aus Asien ihre Kandidatur erklärt. Die meisten UN-Mitglieder sind sich grundsätzlich einig, dass die traditionelle Rotation erhalten bleiben und Annans Nachfolger aus Asien kommen soll. Die USA plädieren aber dafür, das höchste Amt der Vereinten Nationen nach Qualifikation und nicht nach Nationalität zu vergeben. Die 68-jährige Vike-Freiberga war am Freitag von den drei baltischen Staaten vorgeschlagen worden.

BERLIN: Im Streit über die Gesundheitsreform hat Vizekanzler Franz Müntefering den Unions-Ministerpräsidenten mit der Anrufung des Vermittlungsausschusses von Bundestag und Bundesrat gedroht. Die Bundesregierung könne sich nicht vorab zu jedem Detail die Genehmigung der Landesregierungen einholen, sagte der SPD-Politiker der 'Berliner Zeitung'. Das Verfahren wäre ungewöhnlich, da die Regierungsparteien auch in der Länderkammer die Mehrheit haben. Unterdessen warnten die beiden größten deutschen Versorgerkassen vor gravierenden Änderungen bei der Gesundheitsreform. Dies hätte fatale Folgen für die Versicherten, sagten Barmer-Chef Johannes Vöcking und DAK-Chef Herbert Rebscher.

SINGAPUR: Deutschland geht in der Debatte um die Reform des Internationalen Währungsfonds und eine Neuordnung der IWF-Stimmrechte auf Konfrontationskurs. Bundesbank-Präsident Axel Weber und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück forderten die Führung des Währungsfonds in Singapur auf, zunächst ein Konzept für die künftige Ausrichtung vorzulegen und erst dann über die Finanzierung zu reden. Am Rande der IWF-Jahrestagung stellten Steinbrück und Weber zugleich klar, dass Deutschland bei der Neuverteilung der Stimmrechte keine Einschränkung seiner Einflussmöglichkeiten hinnehmen werde. Die geplante Neuordnung der Stimmrechte, die sich an der Wirtschaftskraft der Mitgliedsländer orientieren soll, ist die größte Reform in der 60-jährigen Geschichte des IWF.

MEXIKO-STADT: Vor der mexikanischen Pazifikküste hat der Hurrikan 'Lane' an Stärke zugenommen. Meteorologen im US-Bundesstaat Florida warnten davor, dass sich der schnell an Fahrt gewinnende Sturm zu einem schweren Hurrikan entwickeln könnte. 'Lane' wird voraussichtlich am Sonntag die mexikanische Westküste erreichen. Die Behörden dort warnten vor Überschwemmungen infolge starken Regens.

ZUM SPORT: In einem Spiel der Fußball-Bundesliga unterlag Wolfsburg dem Team aus Hannover mit 1:2. Die deutschen Hockey-Herren haben das Endspiel der Weltmeisterschaft erreicht. Im Halbfinale bezwangen sie Spanien mit 3:1 im Siebenmeterschießen. Im Kampf um den Titel trifft die deutsche Auswahl am Sonntag auf Australien.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND, die Vorhersage für Samstag: teils wolkig, teils sonnig, nur selten Regen. Höchsttemperaturen 22 bis 27 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 16.09.2006
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  • Datum 16.09.2006
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