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Nachrichten

Samstag, 16. Juni 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag

RAMALLAH: Die Al-Aksa-Brigaden der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas haben Hamas-Mitgliedern im Westjordanland Straffreiheit angeboten. Trotzdem drangen bewaffnete Fatah-Anhänger in das Parlamentsgebäude in Ramallah vor, wo sie von Wachleuten gestoppt wurden. Augenzeugen berichteten, damit sei offensichtlich die Verschleppung eines Politikers verhindert worden. Unterdessen wies der Chef der palästinensischen Polizei die Polizisten im Gazastreifen an, den Anweisungen der radikal-islamischen Hamas nicht zu folgen. Die Hamas kontrolliert seit Freitag das gesamte Gaza-Gebiet. Palästinenserpräsident Abbas hat die Regierung von Ismail Hanija für abgesetzt erklärt. Die radikalislamische Hamas erkennt dies nicht an. Noch an diesem Samstag soll der unabhängige Politker Salam Fajad als Chef der palästinensischen Notstandsregierung eingesetzt werden.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat an alle EU-Staaten appelliert, im Streit um die neue Verfassung kompromissbereit zu sein. In ihrer wöchtlichen Internet-Videobotschaft sagte sie, die Europäische Union brauche eine neue vertragliche Grundlage, um wieder handlungsfähig zu werden und sich international gemeinsam einbringen zu können. Sie werde als amtierende Ratspräsidentin beim EU-Gipfel in der kommenden Woche einen Verhandlungsfahrplan für das Vertragswerk vorlegen. Vor allem Polen will erst dann zustimmen, wenn der geplante Abstimmungsmodus geändert wird. Merkel trifft sich heute im brandenburgischen Meseburg mit Polens Staatspräsidenten Lech Kaczynski, um eine mögliche Lösung des Problems zu finden.

BAGDAD: US-Verteidigungsminister Robert Gates ist mit hochrangigen US-Kommandeuren in der irakischen Hauptstadt Bagdad zusammengekommen. Bei den Gesprächen ging es auch um die Verstärkung der US-Truppen auf 165.000 Soldaten, die inzwischen abgeschlossen ist. Während seines kurzen Aufenthaltes will er auch mit Regierungschef Nuri el Maliki über den so genannten nationalen Versöhnungsprozess der verfeindeten Gruppen sprechen. Dabei werde er die Führung des Landes dazu drängen, Gesetze zu verabschieden, welche zur Versöhnung zwischen den rivalisierenden Volksgruppen beitragen sollen, sagte Gates. Dabei gehe es vor allem um die Verteilung der Einnahmen aus dem Ölgeschäft und um Regionalwahlen.

BAGDAD: Den dritten Tag in Folge ist eine sunnitische Moschee in der südirakischen Stadt Basra Ziel eines Anschlags geworden. Die Al-Aschra-al-Mubaschra-Moschee sei völlig zerstört worden, wie Polizei und Augenzeugen berichteten. Verletzte habe es nicht gegeben. Erst am Donnerstag und Freitag hatten militante Schiiten einen sunnitischen Schrein nahe Basra zerstört. Nach dem Anschlag auf die Goldene Moschee von Samarra am Mittwoch, einem der wichtigsten Schiiten-Heiligtümer im Irak, war es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Racheakten gegen sunnitische Einrichtungen gekommen.

STUTTGART: Die FDP hat ihren Parteitag in Stuttgart fortgesetzt. Zum Auftakt der Debatte sprachen sich die Delegierten dafür aus, die Erhebung der Erbschaftssteuer vom Bund auf die Länder zu verlagern. Dabei soll jedes Bundesland entscheiden, ob es die Steuer überhaupt erhebt und wie hoch der Steuersatz ist. Bayerns Antrag einer völligen Abschaffung wurde abgelehnt. Zur Abstimmung steht noch ein Leitantrag der Parteiführung zur Kulturpolitik. Darin werden mehr öffentliche Gelder für Kulturprojekte sowie eine stärkere Förderung der kulturellen Bildung gefordert. Auch das Stiftungsrecht müsse reformiert werden. Nach der Wiederwahl von Parteichef Guido Westerwelle gestern steht heute die Neuwahl des Vorstandes auf dem Programm.

BERLIN: Die neue Partei 'Die Linke' ist in Berlin zu ihrem Gründungsparteitag zusammengekommen. Nach zweijähriger Vorbereitung besiegeln die Linkspartei und die 'Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit' (WASG) ihren Zusammenschluss. Der Fraktionschef der Linkspartei, Gregor Gysi, sieht darin das sichtbare Zeichen der deutschen Wiedervereinigung. Ab heute sei 'Die Linke' die drittstärkste Partei Deutschlands. Der designierte SPD-Vizeparteichef, Frank-Walter Steinmeier, warnte in der 'Bild am Sonntag' davor, die neue Partei zu unterschätzen. Man müsse sich politisch mit ihr auseinandersetzen. Das Parteiprogramm sei für Deutschland der sichere Weg in die Armut. Gewählt wird heute die Doppelspitze, für die Oskar Lafontaine und Lothar Bisky kandidieren.

KASSEL: Bundespräsident Horst Köhler hat in Kassel die zwölfte 'Documenta' eröffnet. Kunst sei, so Köhler, sich ohne Zwang auszudrücken. Beim Gang durch die Ausstellung könnten die Besucher die kulturellen Unterschiede Asiens, Afrikas, Amerikas und Europas begreifen. Bis zum 23. September präsentieren die mehr als 100 Künstler Skulpturen, Filme, Gemälde und Kunstperformances. So bringt der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei 1.001 Landsleute als Kunst-Happening nach Kassel. Die 'Documenta', die seit 1955 alle fünf Jahre stattfindet, gilt als die weltweit wichtigste Ausstellung moderner Kunst.

DEN HAAG: Die internationale Artenschutz-Konferenz hat den kurz zuvor beschlossenen Schutz von Korallen wieder rückgängig gemacht. In einer zweiten Abstimmung beschlossen die Teilnehmer zum Abschluss der Jahrestagung in Den Haag, den Handel mit roten und rosafarbenen Korallen doch nicht stark einzuschränken. Damit können die von Meeresverschmutzung und Tauchern bedrohten Korallen international weiter gehandelt werden. Mehrere Umweltschutzorganisationen kritisierten, kommerzielle Interessen hätten mehr Gewicht als Tier- und Pflanzenschutz. Der von der Europäischen Union beantragte strengere Schutz für Haie wurde ebenfalls abgelehnt. Verbessert wurde unter anderem der Schutz des Afrikanischen Elefanten.

HOUSTON: Nach einer Serie technischer Pannen hat die Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS) zwei wichtige Erfolge melden können. Vier Tage nach dem Zusammenbruch von drei Computersystemen gelang es zwei russischen Kosmonauten, zwei der Rechner wieder hochzufahren. Die Rechner steuern die Positionsveränderungen der ISS. Außerdem konnten zwei US-Astronauten bei einem Einsatz außerhalb der Raumstation den Hitzeschild der Raumfähre 'Atlantis' reparieren, gab die NASA in Houston bekannt.

JAKARTA: Ein starkes Erdbeben hat die Bewohner der nördlichen Molukken-Inseln in Indonesien in Panik versetzt. Das Beben der Stärke 6,1 erschütterte Ternate, die Hauptstadt der Nordmolukken-Provinz, die sich im Ostens Indonesiens befindet. Das Epizentrum lag 104 Kilometer südwestlich von Ternate im Meer und etwa 39 Kilometer unter dem Meeresboden, sagte ein Sprecher der nationalen Meteorologie- und Geophysik-Behörde in der Hauptstadt Jakarta. Die Menschen seien verängstigt auf die Straßen gelaufen. Es gab jedoch keine Berichte über größere Schäden oder Verletzte.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Südwesten heiter, sonst wechselhaft mit Schauern. Tagestemperaturen zwischen 18 und 24 Grad.

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