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Nachrichten

Samstag, 16. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PORT-AU-PRINCE: Die USA haben sich nach dem schweren Erdbeben in Haiti entschlossen an die Spitze der Hilfsbemühungen gestellt. Die haitianische Regierung übertrug den USA die Kontrolle des Flughafens der Hauptstadt Port-au-Prince. Dies gelte so lange, wie die haitianische Regierung die Verantwortung wieder übernehmen könne, teilte das US-Außenministerium mit. Ein US-Flugzeugträger traf in der Region ein. Bis Montag sollen bis zu 10.000 US-Soldaten bei der Verteilung von Hilfsgütern helfen. In Berlin startete ein Flugzeug mit einer mobilen Mini-Klinik und weiteren Hilfsgütern. Derweil häufen sich Meldungen über Plünderungen in dem bitterarmen Karibikstaat. Präsident René Préval bedankte sich für die internationale Hilfe und sagte, die Koordinierung sei ein großes Problem. Der für innere Sicherheit zuständige Minister Aramick Louis rechnet mit 140.000 Toten. 1,5 Millionen Menschen wurden nach Schätzungen obdachlos.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel strebt Zeitungsberichten zufolge ein neues Afghanistan-Mandat an, dem auch die SPD-Opposition zustimmen kann. Dazu habe Merkel mit Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ein Gespräch geführt, berichtete die "Rheinische Post". Der Ex-Außenminister habe die Zustimmung der Sozialdemokraten in Aussicht gestellt, falls die Regierung ein Gesamtkonzept für den zivilen Aufbau in Afghanistan vorlege und auf eine Erhöhung der Kampftruppen verzichte. Ergänzend heißt es in der "Süddeutschen Zeitung", Merkel und Steinmeier wollten den Bundeswehr-Einsatz am Hindukusch unbedingt aus dem Parteienstreit heraushalten. - Ende Januar soll auf einer Konferenz in London über eine neue Strategie beraten werden. Die USA haben bereits eine Truppenerhöhung um 30.000 Soldaten beschlossen. Die Europäer machen eine solche Entscheidung von einem neuen Konzept für Afghanistan abhängig.

PEKING: Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat eine positive Bilanz seiner China-Reise gezogen. Trotz deutlicher Differenzen in Menschenrechtsfragen seien die deutsch-chinesischen Beziehungen auf gutem Wege, sagte der FDP-Chef in Peking. Sich für die Interessen der Wirtschaft und gleichzeitig für Bürger- und Menschenrechte einzusetzen, sei kein Gegensatz. Westerwelle war unter anderen mit seinem Amtskollegen Yang Jiechi und dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao zusammengetroffen. Vor seinem Rückflug nach Deutschland führte er noch Gespräche mit Mitgliedern der chinesischen Zivilgesellschaft. Namen wurden aus Rücksicht auf die Teilnehmer nicht genannt.

SEVILLA: Die EU-Umweltminister sind im spanischen Sevilla zu Beratungen über die Weltklimaverhandlungen zusammengekommen. Nach dem Scheitern des Klimagipfels im Dezember in Kopenhagen wollen sie das weitere gemeinsame Vorgehen abstimmen. Es geht vor allem darum, wie die EU in den komplizierten Verhandlungen geeinter und mit mehr Gewicht auftreten kann. Der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen forderte, man müsse nun den Blick nach vorne richten. Europa hofft auf den Abschluss eines ambitionierten, rechtlich verbindlichen Abkommens beim nächsten UN-Klimagipfel im Dezember in Mexiko, nachdem in Kopenhagen vor allem die USA und China auf Blockadekurs gegangen waren.

OUAGADOUGOU: Nach einer monatelangen Hängepartei haben die Konfliktparteien des westafrikanischen Staates Guinea einen Kompromiss geschlossen. Die von Burkina Faso vermittelte Vereinbarung sieht vor, eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden und in sechs Monaten Wahlen abzuhalten. Der Chef des Militärregimes, Moussa Dadis Camara, der nach einem Attentat zur medizinischen Behandlung nach Marokko ausgereist war, soll demnach im Ausland bleiben. Ein UN-Bericht wirft Camara Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor, weil er im September eine friedliche Demonstration der Opposition blutig niederschlagen ließ. Nach UN-Angaben wurden dabei 150 Menschen erschossen.

BERLIN: In Deutschland hält die Debatte über eine Reform der Hartz-IV-Gesetze an. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) verlangte eine Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger. Es könne kein funktionierendes Arbeitslosenhilfe-System geben, das nicht auch ein Element von Abschreckung enthalte, sagte Koch. Damit einhergehen müssten aber höhere Hinzuverdienstgrenzen, damit sich Arbeiten auch lohne. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles kritisierte dagegen mehr Zuverdienstmöglichkeiten für Hartz-IV-Empfänger. Dies sei nichts anderes als ein verdeckter Kombilohn, der die Erwerbslosigkeit verfestige. Zugleich teilte Nahles mit, dass Langzeitarbeitslose nach dem Willen der SPD künftig ihr gesamtes zur Altersversorgung angespartes Vermögen behalten können sollen. Dies müsse ohne jede Eigentumsüberprüfung geschehen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist wolkenverhangen oder neblig trüb. Zum Abend hin von Westen her aufkommender Schnee und Regen. Die Höchstwerte reichen von minus vier bis plus vier Grad.

Audio und Video zum Thema