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Nachrichten

Samstag, 16. Dezember 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

JERUSALEM: Israels Regierungschef Ehud Olmert will Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas im Machtkampf mit der Hamas stützen. Der britischen BBC sagte Olmert, Israel sei bereit, aus einem Großteil der Palästinensergebiete abzuziehen, um eine Zwei-Staaten-Lösung, wie in dem internationalen Friedensfahrplan vorgesehen, zu ermöglichen. Abbas will an diesem Samstag eine Rede zu den seit Monaten anhaltenden Spannungen mit der regierenden Hamas halten. Beobachter erwarten, dass er vorgezogene Wahlen ausruft. Nach dem Wahlsieg der Hamas im Januar sehen sich die Palästinenser international weitgehend isoliert, da die Hamas weder das Existenzrecht Israels anerkennen noch ihre Waffen niederlegen will.

BAGDAD: In der irakischen Hauptstadt soll an diesem Samstag eine neue nationale Versöhnungskonferenz stattfinden. Geladen sind Vertreter verschiedener politischer und religiöser Gruppen im Land, darunter auch Vertreter der Baath-Partei des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein. Im Vorfeld hatte es bereits Boykottdrohungen gegeben. Regierungschef Nuri al-Maliki versicherte US-Präsident George W. Bush in einem Telefonat, er wolle die Konferenz nutzen, um das Land zu mehr Stabilität zu führen. Die Gesetzlosigkeit im Irak hat in den vergangenen Monaten immer weiter zugenommen. Eine internationale Friedenskonferenz hatte die irakische Führung abgelehnt, da sie die Souveränität des Landes verletze.

MOSKAU: Russische Oppositionsgruppen haben für diesen Samstag zu einer Demonstration gegen die Politik von Präsident Wladimir Putin aufgerufen. Der so genannte 'Marsch der Dissidenten' in Moskau drücke den Widerstand des Volkes gegen eine zunehmend autoritäre Herrschaft aus, teilten die Organisatoren um den ehemaligen Schach- Weltmeister Garri Kasparow mit. Die Staatsmacht will mit tausenden Polizisten verhindern, dass die Demonstranten in Richtung Kreml marschieren.

MOSKAU: Die russischen Behörden haben einen Reporter der Deutschen Welle aus Tschetschenien ausgewiesen. Er wollte in der Hauptstadt Grosny über die Arbeit einer Flüchtlingshilfe-Organisation berichten. Nach Angaben des Deutsche Welle-Reporters hatte der russische Inlandsgeheimdienst bemängelt, dass ihn bei Dreharbeiten in einem Kinderkrankenhaus kein Behördenvertreter begleitete.

WASHINGTON: US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist nach sechs Jahren im Amt mit militärischen Ehren verabschiedet worden. Präsident George W. Bush dankte dem 74-Jährigen bei der Feier im Pentagon vor allem für sein Engagement in der Irak-Politik. Unter seinem Mitwirken habe die US-Armee dem irakischen Volk geholfen, eine -so wörtlich- verfassungsmäßige Demokratie zu errichten. Rumsfeld selbst wandte sich in seiner Rede gegen einen Rückzug der US-Armee aus dem Irak. Er hatte nach dem Wahlsieg der Demokraten im November seinen Rücktritt eingereicht. Am Montag wird Rumsfeld vom früheren CIA-Chef Robert Gates abgelöst.

WASHINGTON: Die US-Bundesstaaten Florida und Kalifornien haben nach Pannen alle Hinrichtungen bis auf weiteres ausgesetzt. In beiden Staaten waren Todeskandidaten, die mit der Giftspritze hingerichtet werden sollten, nicht sofort sondern erst nach längerem Todeskampf gestorben. In Florida starb der verurteilte Mörder am Mittwoch erst nach mehr als einer halben Stunde, weil die Giftspritze falsch gesetzt worden war. Einen ähnlichen Vorfall hatte es im vergangenen Jahr in Kalifornien gegeben.

THIMPU: Bhutans König Jigme Singye Wangchuck hat vorzeitig abgedankt. In einer Erklärung ließ er verlauten, es sei an der Zeit, die Macht an seinen ältesten Sohn, Kronprinz Trongsa Penlop Jigme Khesar Namgyel Wangchuk, zu übergeben. Einen Grund nannte der König nicht. Ursprünglich wollte er erst 2008 abdanken, da für dann Wahlen geplant sind. Sie sollen den Weg zu einer konstitutionellen Monarchie ebnen. Noch in diesem Monat soll eine neue Verfassung für das kleine Himalaya-Königreich formell angenommen werden.

KATHMANDU: Nepals Regierung und die maoistischen Rebellen haben sich auf eine Übergangsverfassung geeinigt. Sie soll bis nach der für Mitte Juni 2007 geplanten Parlamentswahl gelten. Alle Macht liegt ab sofort beim Ministerpräsidenten. Der bis ab April absolut regierende König Gyanendra wird machtlos. Über die Zukunft der Monarchie soll das neugewählte Parlament kommendes Jahr entscheiden. Regierung und Rebellen hatten Anfang November ein Friedensabkommen unterzeichnet. Es leitete das Ende des fast zehnjährigen Bürgerkriegs im Lande ein.

BERLIN: Im Streit um mögliche Nachbesserungen bei der Gesundheitsreform verschärft sich in der Großen Koalition der Ton.
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil warf in der "Berliner Zeitung" den unionsregierten Ländern Sabotage der notwendigen Reformen vor. Heil kritisierte besonders CSU-Chef Edmund Stoiber. Er fordere immense Mehrausgaben, ohne zu verraten, woher er das Geld nehmen wolle. CSU-Generalsekretär Markus Söder warf Ministerin Ulla Schmidt große Versäumnisse vor. Im Bundesrat hatten unionsgeführte Länder am Freitag mehrere Änderungen gefordert.

BANDA ACEH: Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul besucht zwei Jahre nach dem Tsunami die indonesische Provinz Aceh. Der Direktor der Wiederaufbaubehörde, Kuntoro Mangkusubroto, informierte sie über den Stand der Wiederaufbauarbeiten, die vor allem mit deutscher Hilfe unterstützt werden. An diesem Samstag will die Ministerin das in Folge des Seebebens zerstörte Gebiet mit dem Hubschrauber überfliegen. In Aceh sind zahlreiche deutsche Helfer im Einsatz, darunter das Technische Hilfswerk und die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit. In Aceh kamen durch den Tsunami mehr als 170 000 Menschen ums Leben.

NEW YORK: UN-Chefanklägerin Carla Del Ponte hat Bosnien und Serbien erneut vorgeworfen, die Auslieferung der mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic zu verhindern. Der Weltsicherheitsrat müsse Druck auf beide Länder ausüben, forderte Del Ponte in New York. Es sei offensichtlich, dass die Regierungen in Sarajewo und Belgrad nicht bereit seien, den ehemaligen Führer der bosnischen Serben und seinen General festzunehmen. Karadzic und Mladic sollen unter anderem für das Massaker von Srebrenica verantwortlich sein, bei dem 1995 rund 8.000 Menschen getötet wurden.

ZUM SPORT: In der 1. Fußball-Bundesliga hat Bochum gegen Mönchengladbach 2:0 gewonnen. Die Gladbacher gehen damit auf einem Abstiegsplatz in die Winterpause.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Westen Aufzug von Regen, sonst teils neblig, teils sonnig. Tagestemperaturen fünf bis zwölf Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 16.12.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/9Xfq
  • Datum 16.12.2006
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